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DrugOff

M15 · Phase 4 · Woche 15 von 26 · 60 Min.

Deine Notfallkarte

Ziel Jede Person hat eine Notfallkarte in der Tasche und kennt ihre Erlaubnis-Sätze.

Grundlage

7 geprüfte Aussagen

B 4 B/C 1 C 2

Aussagen und Quellen zeigen
BlattAussage und QuelleStufe
15.1HALT als Paket nie gegen Rückfall geprüft, also nur eine MerkhilfeC
15.1Ärger und belastende Gefühle gehören zu den häufigsten Rückfall-Situationen.B
15.1Schlafprobleme nach dem AufhörenB
15.1Einsamkeit: Studien uneinheitlich · Hunger: keine Studie zu Sucht gefundenB/C
15.2Immer-wieder-Nachdenken sagt Rückfall nach drei Monaten vorher (135 Menschen)B
15.2Erlaubnis-Gedanken stärker bei denen, die weniger machen wollenB
15.2Unterbrechen ist übbarC

Quelle und Prüfdatum stehen in der Wissensbasis von DrugOff. Was die Stufen bedeuten

Passt dazu auf DrugOff

Für die Leitung · Modul 15
DrugOff · Für die Leitung Phase 4 · Modul 15 · Woche 15
15
Modul 15 · Woche 15 · 60 Minuten

Deine Notfallkarte

Ziel der Stunde Jede Person hat eine Notfallkarte in der Tasche und kennt ihre Erlaubnis-Sätze.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 15.1 · Deine Notfallkarte Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 15.2 · Kopfkino Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • HALT ist eine Merkhilfe aus der Selbsthilfe und als Ganzes nicht geprüft. Einzelne Teile sind belegt.
  • Wer bei Behandlungsende immer wieder über das Trinken nachdachte, wurde eher rückfällig.
  • Erlaubnis-Sätze kommen genau dann, wenn man sich etwas vorgenommen hat.
Was andere sehen Die Karte verrät nichts, was andere nicht lesen dürfen. Ein Foto als Sperrbildschirm sieht jeder.
Frage für den Abschluss
„Wo trägst du deine Karte ab heute?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Schere, Wenn-dann-Sätze von Blatt 14.1
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 4 im Ordner arbeitsblaetter/phase-4-suchtdruck. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
drugoff.de
Blatt 15.1 · Deine Notfallkarte
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 15 · Blatt 1 von 2
15.1

Deine Notfallkarte

Deine Starthilfe aus 1.1 und alles aus 12.1 bis 14.1 auf einer Karte
Ausschneiden, in der Mitte falten, Schrift nach außen
Wenn es kommt
1 · Kurz prüfen. Bin ich …
Hhungrig
Aärgerlich
Lallein
Ttodmüde
Dann das zuerst: essen, Wut rauslassen, jemanden anrufen, schlafen.
2 · Mein erster Satz: dann …
3 · Zahl von 0 bis 10
Ab 8: nicht allein bleiben. Umdrehen, anrufen.
Mein Grund
Diese Person rufe ich an
Name
Nummer
Wenn niemand rangeht
0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Telefonseelsorge, Tag und Nacht, kostenlos
krisenchat.de · Chat, Tag und Nacht
116 111 · Mo–Sa 14–20 Uhr
Notfall: 112
Trag sie da, wo du sie wirklich hast
In der Handyhülle oder im Portemonnaie. Eine Karte in der Schublade hilft im Moment nicht. Den Satz in Feld 2 nimmst du aus deinem Plan auf Blatt 14.1.
Wer sieht deine Karte?
Ein Foto als Sperrbildschirm sieht jeder, der dein Handy in die Hand nimmt. „Wenn es kommt“ verrät niemandem, worum es geht. Schreib nur drauf, was andere lesen dürfen.
Warum diese Karte
NICHT BELEGT

HALT kommt aus der Selbsthilfe (englisch: hungry, angry, lonely, tired). Als Ganzes wurde es nie gegen Rückfall getestet. Es ist eine Merkhilfe. Die Grenze bei 8 ist eine Orientierung von DrugOff und keine klinische Einteilung.

UNTERSUCHT

Einzelne Teile sind belegt. Belastende Gefühle wie Wut gehören zu den häufigsten Rückfall-Situationen, und Schlafprobleme nach dem Aufhören sind gut beschrieben. Zu Einsamkeit sind die Studien uneinheitlich. Zu Hunger wurde keine Studie zu Sucht gefunden.

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Blatt 15.2 · Kopfkino
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 15 · Blatt 2 von 2
15.2

Kopfkino

Wenn du dir den Konsum ausmalst
Datum

Ein Rückfall beginnt oft als Tagtraum, nicht als Entscheidung. Man plant nichts, man malt sich nur aus, wie es schmeckt und wie der Abend wird. Anders als Druck, der einfach kommt, ist das Ausmalen etwas, das du tust. Darum kannst du üben, es zu unterbrechen.

A · Dein Film

Welche Bilder kommen?
Welche Sätze sagst du dir?
Wann läuft der Film meistens?

B · Erlaubnis-Sätze

Kreuz an, was du kennst.
„Hab ich mir verdient.“ „Einer schadet nicht.“ „Wird schon nicht so schlimm.“ „Heute ist eine Ausnahme.“ „Merkt eh keiner.“ „Ab Montag dann wirklich.“ eigener:
Wann sie am lautesten sind In einer Fragebogen-Studie waren solche Sätze gerade bei denen stärker, die weniger machen wollten. Sie kommen also genau dann, wenn du dir etwas vorgenommen hast. Wer seinen Satz vorher kennt, erkennt ihn wieder.

C · Wenn der Film anfängt, dann …

Kreis ein, was du probierst, und ergänz eigenes.
aufstehen und den Ort wechseln jemandem schreiben die Welle messen (Blatt 13.1) den Film zu Ende denken: der Tag danach (Blatt 19.1) laut sagen: „Das ist Kopfkino.“
Die eigentliche Frage
Welcher Erlaubnis-Satz ist bei dir der lauteste? Wessen Stimme ist das?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer bei Behandlungsende immer wieder über das Trinken nachdachte, wurde in den drei Monaten danach eher rückfällig, auch wenn man die Schwere der Abhängigkeit herausrechnet (135 Menschen, Martino u. a. 2019). Im Labor schenkten sich Menschen mit mehr Kopfkino mehr ein.

NICHT BELEGT

Dass man das Ausmalen durch Üben unterbrechen kann, ist eine Folgerung und nicht eigens geprüft. Ob Erlaubnis-Sätze bei Alkohol und Drogen einen Rückfall vorhersagen, ist nicht untersucht.

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Wenn es gerade ernst ist

Blätter weglegen, anrufen. Entzug von Alkohol, Benzos oder GHB nie allein und plötzlich. Nach einer Pause verträgt der Körper weniger als früher.