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Arbeitsblätter · der ganze Ordner

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Material für jede Woche

Rückfallprophylaxe in 26 Wochen
DrugOff · Arbeitsblätter Das Programm
Für die Wohngruppe

Rückfallprophylaxe in 26 Wochen

Ein halbes Jahr, jede Woche ein Modul, in der Gruppe und mit einer betreuenden Person. Eine Sitzung dauert etwa eine Stunde: rund 45 Minuten an zwei Blättern, dazu Erklärung und Abschluss. Sieben Phasen bauen aufeinander auf: erst verstehen, dann aufhören, dann dranbleiben, am Ende mitreden.

VerstehenWoche 1–4
1
Wie bin ich da reingekommen?
Modul 1–4: Dein Startpunkt · Wie oft, und warum? · Frühwarnzeichen · Was hält dich zurück?
4 MODULE
VerstehenWoche 5–8
2
Wofür eigentlich?
Modul 5–8: Was er für dich tut · Der Kreis · Deine eigenen Gründe · Andere Wege
4 MODULE
AufhörenWoche 9–11
3
Die ersten Wochen ohne
Modul 9–11: Was wann kommt · Erwartbar oder Warnzeichen? · Die Nächte
3 MODULE
AufhörenWoche 12–15
4
Suchtdruck
Modul 12–15: Wo fängt es an? · Deine Welle und Halbzeit · Wenn …, dann … · Notfallkarte
4 MODULE
DranbleibenWoche 16–19
5
Rückfall verstehen
Modul 16–19: Bevor es passiert · Der Weg dahin · Danach · Die gute Party
4 MODULE
DranbleibenWoche 20–22
6
Was schützt
Modul 20–22: Deine Menschen · Deine vier Stützen · Wer du jetzt bist
3 MODULE
MitredenWoche 23–26
7
Mitreden und weitergehen
Modul 23–26: Was du weißt · Fragen · „Das passt nicht zu mir“ · Mein Plan für danach
4 MODULE
Jede Woche Wochen-Check am Anfang der Sitzung, fünf Minuten. Die Werte kommen aufs Verlaufsblatt.
Alle vier Wochen Die Wenn-dann-Sätze von Blatt 14.1 prüfen und neu schreiben, mit dem Blatt „Erneuern“: Woche 18, 22 und 26.
Woche 13 und 26 Halbzeit (Blatt 13.2) und Ende (Blatt 26.2): gemeinsam aufs Verlaufsblatt schauen.

Rückfallprophylaxe wirkt nachweislich, aber in kleinem Maß, am deutlichsten bei Alkohol. Sie ersetzt keine Therapie und stellt keine Diagnose. Für die Leitung gibt es zu jedem Modul eine eigene Seite und dazu den Leitfaden. Weniger Zeit? Drei Wege mit 13 Wochen stehen auf dem Blatt „Wie lange?“.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Wochen-Check
DrugOff · Arbeitsblatt Programm · Wochen-Check · jede Woche
Wochen-Check
Woche Datum
Stärkster Druck diese Woche
012345678910
Wie ging es mir insgesamt?
012345678910
Schlaf
gutmittelschlecht
Konsum diese Woche
neineinmalöfterEhrlich zählt mehr als gut.
Warnzeichen, die ich bemerkt habe
schlecht geschlafenTermine abgesagtgereiztan „gute Zeiten“ gedachtkleine Schritte Richtung Stoff„einmal geht“ gedachtniemandem erzählt, wie es mir geht
Mein Vorhaben von letzter Woche:geschafftteilsnichtBei Druck hat geholfen:
Was lief gut?
Was nehme ich mir vor? Klein, mit Tag
hier trennen, eine Hälfte pro Woche
Wochen-Check
Woche Datum
Stärkster Druck diese Woche
012345678910
Wie ging es mir insgesamt?
012345678910
Schlaf
gutmittelschlecht
Konsum diese Woche
neineinmalöfterEhrlich zählt mehr als gut.
Warnzeichen, die ich bemerkt habe
schlecht geschlafenTermine abgesagtgereiztan „gute Zeiten“ gedachtkleine Schritte Richtung Stoff„einmal geht“ gedachtniemandem erzählt, wie es mir geht
Mein Vorhaben von letzter Woche:geschafftteilsnichtBei Druck hat geholfen:
Was lief gut?
Was nehme ich mir vor? Klein, mit Tag
UNTERSUCHT Warnzeichen lassen sich messen. Ein hoher Wert sagte einen Rückfall in den folgenden zwei Monaten vorher (Miller und Harris, 2000). Wöchentlich hinzuschauen ist eine Folgerung daraus und nicht eigens untersucht. Das Blatt gehört dir. Was du davon zeigst, entscheidest du.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Dein halbes Jahr
DrugOff · Arbeitsblatt Programm · Verlauf · Woche 1 bis 26

Dein halbes Jahr auf einem Blatt

Übertrag jede Woche die Werte aus dem Wochen-Check. Nach ein paar Wochen siehst du Muster, die man in einer einzelnen Woche nicht sieht.

A · Die Werte

1234567891011121314151617181920212223242526 Druckstärkster, 0–10 Insgesamtwie es ging, 0–10 Schlafg · m · s Konsum– · 1 · + WarnzeichenAnzahl Vorhaben✓ · ~ · –

B · Der Druck als Kurve

Setz für jede Woche einen Punkt beim stärksten Druck und verbinde die Punkte.
1086420
Halbzeit, Woche 13 Was fällt dir an deinen Werten auf?
Ende, Woche 26 Was hat sich verändert, was nimmst du mit?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Aufschreiben allein senkte den Konsum nur in der ersten Woche. Sein Wert liegt woanders: Es macht Zusammenhänge sichtbar, zum Beispiel zwischen Schlaf, Stimmung und Druck. Warnzeichen sagten einen Rückfall in den folgenden zwei Monaten vorher.

NICHT BELEGT

Dass ein Verlauf über ein halbes Jahr besser schützt als einzelne Wochen, ist eine Folgerung. Das Blatt gehört dir. Wer es sehen darf, entscheidest du.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Wenn-dann-Sätze erneuern
DrugOff · Arbeitsblatt Programm · alle vier Wochen ab Woche 18
↻

Wenn-dann-Sätze erneuern

Behalten, umschreiben, neu
Datum
Woche 18 22 26 andere:

Wenn-dann-Pläne wirkten im ersten Monat am deutlichsten. Danach war kaum noch etwas messbar. Deshalb prüfst du deine Sätze von Blatt 14.1 alle vier Wochen: Was hält, bleibt. Was nicht hält, schreibst du neu. Das ist kein Scheitern, so funktioniert die Methode.

A · Deine bisherigen Sätze

MEIN SATZKAM DIE SITUATION VOR?HAB ICH ES GEMACHT?UND JETZT?
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
B · Was ist neu in deinem Leben? Neue Leute, Orte, Termine, Heimfahrten, Feste, Geld. Was davon könnte riskant werden?

C · Deine neuen Sätze

Eine echte Situation und eine Handlung, die man sehen kann
Wenndann
Wenndann
Wenndann
Nicht vergessen Neue Sätze auch auf die Notfallkarte (Blatt 15.1). Die Sätze senkten die Menge, aber nicht die Abende mit Rausch. Für Partys brauchst du zusätzlich einen Plan (Blatt 19.1).
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In einer Auswertung vieler Studien senkten Wenn-dann-Pläne den Alkoholkonsum klein, aber messbar. Im ersten Monat war der Effekt am deutlichsten, danach kaum noch nachweisbar (Cooke u. a. 2023).

NICHT BELEGT

Dass man die Sätze alle vier Wochen erneuern sollte, folgert DrugOff daraus. Als Takt ist das nicht geprüft.

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Wie lange? Drei Wege
DrugOff · Arbeitsblätter Das Programm · Kurslänge
Für die Leitung · Kurslänge

26 Wochen, 13 Wochen oder dazwischen

Das Programm ist für ein halbes Jahr gebaut. Wenn der Aufenthalt kürzer ist oder weniger Zeit bleibt, gibt es drei Wege. Alle enden mit Modul 26, dem Plan für danach.

1
Alles in 13 Wochen2 Sitzungen pro Woche
Alle 26 Module in derselben Reihenfolge, zwei Sitzungen pro Woche, zum Beispiel montags und donnerstags. Der Wochen-Check kommt nur in die erste Sitzung der Woche. Passt, wenn die Gruppe zweimal pro Woche Zeit hat. · Wochenplan: Blatt „Weg 1“
2
Der Kernpfad in 13 Wochen1 Sitzung pro Woche
13 Module, die ohne die anderen funktionieren und alle Werkzeuge für den Ernstfall enthalten. Die übrigen 13 bleiben für Einzelgespräche oder für später. Passt, wenn nur ein Termin pro Woche möglich ist. · Wochenplan: Blatt „Weg 2“
3
Der Baukasten, 13 bis 26 Wochendu stellst zusammen
Die 13 Kernmodule sind immer dabei. Dazu kommen Pakete oder einzelne Module, je nachdem, was die Gruppe braucht und wie lange sie bleibt. Passt, wenn die Zeit dazwischen liegt oder die Gruppe Schwerpunkte hat. · Wochenplan: Blatt „Weg 3“ oder drugoff.de/arbeitsblaetter/kursplan

Auf einen Blick

Voll Weg 1 Weg 2 Weg 3 Dauer 26 Wochen 13 Wochen 13 Wochen 13 bis 26 Wochen Sitzungen pro Woche 1 2 1 1 Module alle 26 alle 26 13 Kernmodule 13 Kern + Auswahl Wenn-dann erneuern Woche 18, 22, 26 Woche 9, 11, 13 Woche 11, 13 Modul 18, 22, 26 Halbzeit Woche 13 Woche 7 Woche 7 bei Modul 13
Für jede Länge gilt Module immer in ihrer Nummernfolge. Wenn-dann-Sätze in Modul 18 erneuern, in Modul 22 auch, wenn es dabei ist. Halbzeit dort, wo Modul 13 liegt. Am Ende Modul 26 und ein Termin für die Nachsorge.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In zwei Studien mit 600 Jugendlichen (Cannabis, ambulant) wirkten 5 Sitzungen ungefähr so gut wie 12. Die meisten Rückfälle kommen in den ersten drei Monaten nach einer Behandlung. Darum zählt der Plan für danach mehr als die Länge.

NICHT BELEGT

Ob 13 oder 26 Wochen in einer Wohngruppe besser schützen, hat niemand verglichen. Der Kernpfad ist eine Auswahl von DrugOff.

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Weg 1: Alle 26 Module in 13 Wochen
DrugOff · Arbeitsblätter Kurslänge · Weg 1 · zweimal pro Woche
Kurslänge · Weg 1

Alle 26 Module in 13 Wochen

Zwei Sitzungen pro Woche, jede etwa eine Stunde. Die erste beginnt mit dem Wochen-Check, die zweite mit zwei Minuten Ankommen. Sonst bleibt alles wie im halben Jahr.

Wochenplan

Woche Sitzung 1 · mit Wochen-Check Sitzung 2 1 M1 · Dein Startpunkt M2 · Wie oft, und warum? 2 M3 · Frühwarnzeichen M4 · Was hält dich zurück? 3 M5 · Was er für dich tut M6 · Der Kreis 4 M7 · Deine eigenen Gründe M8 · Andere Wege 5 M9 · Was wann kommt M10 · Erwartbar oder Warnzeichen? 6 M11 · Die Nächte M12 · Wo fängt es an? 7 M13 · Deine WelleHalbzeit · Blatt 13.2 M14 · Wenn …, dann … 8 M15 · Deine Notfallkarte M16 · Bevor es passiert 9 M17 · Der Weg dahin M18 · DanachWenn-dann erneuern 10 M19 · Die gute Party M20 · Deine Menschen 11 M21 · Deine vier Stützen M22 · Wer du jetzt bistWenn-dann erneuern 12 M23 · Was du weißt M24 · Fragen, die du stellen kannst 13 M25 · „Das passt nicht zu mir“ M26 · Mein Plan für danachEnde · Blatt 26.2
Material pro Person 7 Wochen-Check-Blätter (zwei Wochen pro Blatt), das Verlaufsblatt für 13 Wochen und je Modul zwei Blätter.
Das Tagebuch aus Modul 5 Es läuft nur bis zur nächsten Sitzung (Modul 6). Bitte weiterführen, Modul 12 in Woche 6 braucht es wieder.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wenn-dann-Sätze wirken vor allem im ersten Monat. Darum liegen die Erneuerungen nach Modul 14 höchstens vier Wochen auseinander.

NICHT BELEGT

Dass zwei Sitzungen pro Woche so gut wirken wie eine über ein halbes Jahr, ist nicht untersucht. Zwischen zwei Sitzungen bleibt weniger Zeit zum Ausprobieren.

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Weg 2: Der Kernpfad in 13 Wochen
DrugOff · Arbeitsblätter Kurslänge · Weg 2 · einmal pro Woche
Kurslänge · Weg 2

Der Kernpfad in 13 Wochen

Eine Sitzung pro Woche, 13 Module. Sie bauen aufeinander auf und brauchen keins der anderen. Am Ende hat jede und jeder Notfallkarte, Wenn-dann-Plan und einen Plan für danach.

Wochenplan

Woche Modul Warum im Kern 1 M1 · Dein Startpunkt Ziel und Starthilfe ab dem ersten Tag 2 M4 · Was hält dich zurück? Die eigentliche Frage: was festhält 3 M5 · Was er für dich tut Wozu der Konsum dient. Das Tagebuch braucht Modul 12 4 M7 · Deine eigenen Gründe Wofür es sich lohnt 5 M9 · Was wann kommt Entzug und Sicherheit: Nach einer Pause verträgt der Körper weniger 6 M12 · Wo fängt es an? Die eigene Auslöser-Karte 7 M13 · Deine WelleHalbzeit · Blatt 13.2 Suchtdruck messen, Halbzeit mit dem Verlauf 8 M14 · Wenn …, dann … Ein Plan für jeden Auslöser 9 M15 · Deine Notfallkarte Die Karte für den Ernstfall 10 M16 · Bevor es passiert Warnzeichen, bevor es passiert 11 M18 · DanachWenn-dann erneuern Nach einem Ausrutscher. Zweites Blatt: Wenn-dann erneuern 12 M20 · Deine Menschen Wer dich hält 13 M26 · Mein Plan für danachEnde · Blatt 26.2 Plan für danach und Abschied
Die anderen 13 Module 2 Wie oft, und warum? · 3 Frühwarnzeichen · 6 Der Kreis · 8 Andere Wege · 10 Erwartbar oder Warnzeichen? · 11 Die Nächte · 17 Der Weg dahin · 19 Die gute Party · 21 Deine vier Stützen · 22 Wer du jetzt bist · 23 Was du weißt · 24 Fragen, die du stellen kannst · 25 „Das passt nicht zu mir“. Gut für Einzelgespräche, für Jugendliche, die länger bleiben, oder allein über drugoff.de.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In zwei Studien mit 600 Jugendlichen wirkte ein kurzes Programm mit 5 Sitzungen ungefähr so gut wie eines mit 12. Untersucht wurden Cannabis und ambulante Behandlung, keine Wohngruppe.

NICHT BELEGT

Welche 13 Module in den Kern gehören, ist eine Auswahl von DrugOff: die eigentliche Frage, Sicherheit beim Entzug, alle Werkzeuge für den Ernstfall, keine Lücke zwischen den Blättern.

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Weg 3: Der Baukasten
DrugOff · Arbeitsblätter Kurslänge · Weg 3 · selbst zusammenstellen
Kurslänge · Weg 3

Der Baukasten: 13 bis 26 Wochen

Der Kern ist immer dabei. Dazu kommen Pakete oder einzelne Module, jedes eine Woche mehr. Dann alles nach Modulnummer ordnen und unten eintragen.

Immer dabei: der Kern, 13 Wochen
1 Dein Startpunkt4 Was hält dich zurück?5 Was er für dich tut7 Deine eigenen Gründe9 Was wann kommt12 Wo fängt es an?13 Deine Welle14 Wenn …, dann …15 Deine Notfallkarte16 Bevor es passiert18 Danach20 Deine Menschen26 Mein Plan für danach

Dazu: Pakete oder einzelne Module

Paket A · Mehr verstehen+4 Wochen
2 Wie oft, und warum?3 Frühwarnzeichen6 Der Kreis8 Andere Wege Modul 6 vor 8
Paket B · Die ersten Wochen+2 Wochen
10 Erwartbar oder Warnzeichen?11 Die Nächte gut kurz nach dem Entzug
Paket C · Rückfall und Schutz+4 Wochen
17 Der Weg dahin19 Die gute Party21 Deine vier Stützen22 Wer du jetzt bist Modul 22 erneuert Wenn-dann
Paket D · Mitreden+3 Wochen
23 Was du weißt24 Fragen, die du stellen kannst25 „Das passt nicht zu mir“ Modul 23 vor 25

Euer Plan

1 M 2 M 3 M 4 M 5 M 6 M 7 M 8 M 9 M 10 M 11 M 12 M 13 M
14 M 15 M 16 M 17 M 18 M 19 M 20 M 21 M 22 M 23 M 24 M 25 M 26 M
Erneuern in Modul 18, 22 und zuletzt, nie mehr als 4 Wochen Abstand. Halbzeit bei Modul 13. Online: drugoff.de/arbeitsblaetter/kursplan
Warum dieses Blatt
NICHT BELEGT

Pakete und Kern sind eine Zusammenstellung von DrugOff. Ob ein längerer Kurs besser schützt, ist nicht untersucht. Wichtiger als die Länge ist ein Plan für danach.

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Deine 13 Wochen
DrugOff · Arbeitsblatt Programm · Verlauf · Woche 1 bis 13

Deine 13 Wochen auf einem Blatt

Übertrag jede Woche die Werte aus dem Wochen-Check. Nach ein paar Wochen siehst du Muster, die man in einer einzelnen Woche nicht sieht.

A · Die Werte

12345678910111213 Druckstärkster, 0–10 Insgesamtwie es ging, 0–10 Schlafg · m · s Konsum– · 1 · + WarnzeichenAnzahl Vorhaben✓ · ~ · –

B · Der Druck als Kurve

Setz für jede Woche einen Punkt beim stärksten Druck und verbinde die Punkte.
1086420
Halbzeit, Woche 7 Was fällt dir an deinen Werten auf?
Ende, Woche 13 Was hat sich verändert, was nimmst du mit?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Aufschreiben allein senkte den Konsum nur in der ersten Woche. Sein Wert liegt woanders: Es macht Zusammenhänge sichtbar, zum Beispiel zwischen Schlaf, Stimmung und Druck. Warnzeichen sagten einen Rückfall in den folgenden zwei Monaten vorher.

NICHT BELEGT

Dass ein Verlauf über mehrere Wochen besser schützt als einzelne Wochen, ist eine Folgerung. Das Blatt gehört dir. Wer es sehen darf, entscheidest du.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Phase 1 · Wie bin ich da reingekommen?

Phase 1 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 1 · Übersicht · Woche 1–4
Phase 1 · Verstehen · Woche 1–4

Wie bin ich da reingekommen?

Bevor es ums Aufhören geht, schauen wir zurück. Niemand wird über Nacht abhängig. Meistens werden die Abstände kürzer, der Grund ändert sich, und irgendwann ist es Alltag. Diese Phase zeigt dir deinen eigenen Weg dahin, ohne Urteil.

1
Woche 1 · Ankommen
Dein Startpunkt
Warum du hier bist, was du willst, und eine Starthilfe ab Tag eins.
+ Blatt 1.2 · Deine Geschichte mit dem Stoff
2
Woche 2 · Einordnen
Wie oft, und warum?
Die zwei Dinge, die mehr verraten als die Menge.
+ Blatt 2.2 · „Ich vertrage viel“
3
Woche 3 · Prüfen
Frühwarnzeichen
Acht Fragen an dich, ohne Punkte und ohne Diagnose.
+ Blatt 3.2 · Deine eigenen Regeln
4
Woche 4 · Ehrlich sein
Was hält dich zurück?
Die Gründe, warum fast niemand Hilfe holt.
+ Blatt 4.2 · Wer es weiß, wer nicht

Kein Test, ob du süchtig bist

Hier gibt es keine Punkte, die am Ende „abhängig“ oder „nicht abhängig“ sagen. Das kann nur eine Fachperson im Gespräch. Diese Blätter helfen dir, das Gespräch vorzubereiten, falls du es willst.

Wenn du lieber erst schreiben willst

Bei DigiSucht kannst du dich online beraten lassen, anonym und kostenlos, per Nachricht, Chat oder Video: suchtberatung.digital

Und danach? Phase 2 fragt, was der Stoff für dich erledigt. Erst wenn du das weißt, lohnt sich die Frage, wie es ohne ihn gehen kann.
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Modul 1 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 1 · Modul 1 · Woche 1
1
Modul 1 · Woche 1 · 60 Minuten

Dein Startpunkt

Ziel der Stunde Alle kennen den Weg und die Gruppenregeln und wissen, was mit ehrlichen Angaben passiert. Jede Person hat ihr eigenes Ziel und eine Starthilfe für die ersten Wochen.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 1.1 · Dein Startpunkt Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 1.2 · Deine Geschichte mit dem Stoff Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Den Weg zeigen: 7 Phasen, 26 Module, jede Woche eins. Gruppenregeln gemeinsam festlegen (Leitfaden 2).
  • Offen sagen, was in eurer Einrichtung gilt, wenn jemand Konsum angibt. Ohne diese Klarheit schreibt niemand ehrlich. Jugendliche verschweigen vor allem, um Strafe zu vermeiden.
  • Die Starthilfe auf Blatt 1.1 gilt ab heute. Bei Jugendlichen kam der erste Rückfall nach einer Behandlung im Mittel nach 54 Tagen, also lange vor Modul 15.
Ziel nicht vorgeben „Weiß ich noch nicht“ und „weniger“ sind erlaubte Antworten. Konfrontation ging in einer Studie mit mehr Trinken ein Jahr später einher (Leitfaden 2).
Schweres kann hochkommen Blatt 1.2 fragt nach Trennung, Mobbing, Umzug. Kein Detail in der Runde verlangen, ein Einzelgespräch anbieten.
Frage für den Abschluss
„Wem sagst du diese Woche Bescheid, wenn der Druck kommt?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Ordner, Der Weg, Wochen-Check, Verlaufsblatt
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 1 im Ordner arbeitsblaetter/phase-1-verstehen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 1.1 · Dein Startpunkt
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 1 · Blatt 1 von 2
1.1

Dein Startpunkt

Wo du stehst, was du willst, was dich in den ersten Wochen trägt
Datum

26 Wochen sind lang. Sie lohnen sich nur, wenn du weißt, wofür. Hier gibt es keine falschen Antworten, und niemand erwartet, dass du schon sicher bist.

A · Warum bist du hier?

Mehrere Kreuze sind möglich.
Ich wollte es selbst. Meine Eltern Das Jugendamt Gericht oder Auflage Eine Klinik oder Ärztin hat es empfohlen anderes:
Was hältst du davon, ganz ehrlich?

B · Was willst du in diesen 26 Wochen?

Dein Ziel, nicht das von anderen.
ganz aufhören weniger nehmen herausfinden, ob ich will weiß ich noch nicht
In einem halben Jahr soll in meinem Leben anders sein:
Aussage0 = GAR NICHT SICHER · 10 = GANZ SICHER
Wie sicher bist du, dass du das schaffst?012345678910

C · Starthilfe

Gilt ab heute bis zur Notfallkarte in Modul 15. Der erste Rückfall kommt oft früher.
Wenn der Druck kommt, sage ich es
Dann mache ich als Erstes:
Ab 8 von 10 bleibe ich nicht allein. Nachts: 0800 111 0 111 · krisenchat.de · Notfall 112
Die eigentliche Frage
Was müsste in diesen 26 Wochen passieren, damit du am Ende sagst: Das hat sich gelohnt?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Zwei Drittel der Jugendlichen wurden in den sechs Monaten nach einer Behandlung rückfällig, im Mittel nach 54 Tagen (Cornelius u. a. 2003). Bei Alkohol gehörten das Zutrauen und das eigene Behandlungsziel zu den beständigsten Vorhersagern für den Erfolg (Übersicht, 51 Studien). Wer mitentscheidet, bleibt eher dabei (25 Studien).

NICHT BELEGT

Die Fragen und die Starthilfe sind Vorlagen von DrugOff. Ob ein selbst gewähltes Ziel bei Jugendlichen in Wohngruppen mehr bringt als ein vorgegebenes, ist nicht eigens untersucht.

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Blatt 1.2 · Deine Geschichte mit dem Stoff
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 1 · Blatt 2 von 2
1.2

Deine Geschichte mit dem Stoff

Vom ersten Mal bis heute, und was drumherum los war
Datum

Füll die Stationen aus, so gut du dich erinnerst. Schätzen ist erlaubt. Gibt es eine Station bei dir nicht, lass sie leer.

A · Fünf Stationen

STATIONALTERWAS, MIT WEM?WARUM?
1 · Das erste Mal
Was war es, wo warst du?
2 · Ab da öfter
Wann wurde es regelmäßig?
3 · Zum ersten Mal allein
Ohne die anderen, nur für dich
4 · Um etwas nicht zu fühlen
Stress, Angst, Leere, nicht schlafen können
5 · Heute
Wie oft, wie viel, wofür?

B · Was um dich herum los war

Damals und heute. Zu Schweres musst du nicht ankreuzen. Sprich lieber mit deiner Betreuung, 116 111 oder krisenchat.de.
AussageDAMALSHEUTE
Neue Freunde, mit denen man konsumiert
Deutlich ältere Freunde
Ältere Geschwister, die konsumieren
Schlecht geschlafen
AussageDAMALSHEUTE
Das Gefühl, nie gut genug zu sein
Umzug, neue Schule, neue Leute
Streit oder Trennung der Eltern
Gemobbt, auch im Netz
Die eigentliche Frage
Zwischen welchen zwei Stationen ging es am schnellsten? Was war da los, und ist es heute noch da?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Konsum, um Gefühle loszuwerden, sagt spätere Probleme vorher, unabhängig von der Menge (Bresin und Mekawi 2021, 254 Studien). Wer jung allein trank, hatte mit 35 öfter Alkoholprobleme (Creswell u. a. 2022). Die acht Punkte in B stammen aus Langzeitstudien, meist aus den USA. Jeder Zusammenhang ist messbar, aber oft klein.

NICHT BELEGT

Stationen und Liste sind Zusammenfassungen von DrugOff und kein Test. Ein Risiko ist keine Ursache: Die meisten Kinder getrennter Eltern entwickeln keine Sucht. Was bei dir der Grund war, weißt du besser als jede Studie.

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Modul 2 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 1 · Modul 2 · Woche 2
2
Modul 2 · Woche 2 · 60 Minuten

Wie oft, und warum?

Ziel der Stunde Jede Person sieht, wo sie auf der Häufigkeitstreppe steht und ob ihr Grund sich verschoben hat.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 2.1 · Wie oft, und warum? Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 2.2 · „Ich vertrage viel“ Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Das Risiko wächst mit der Häufigkeit. Bei Cannabis verdoppelt jede Stufe es ungefähr, wöchentlich war bei Jugendlichen die Schwelle.
  • „Ich vertrage viel“ ist kein Talent: Wer mit 20 wenig auf Alkohol reagierte, hatte ein etwa vierfaches Risiko für eine spätere Abhängigkeit.
  • Wer etwas nimmt, um sich normal zu fühlen, nimmt es nicht mehr für das Hoch, sondern gegen das Tief.
Spritzen ansprechen Wer schon gespritzt hat, hat über Jahre ein höheres Risiko, wieder anzufangen. Das gehört ins Einzelgespräch, nicht in die Runde.
Frage für den Abschluss
„Was hat dich heute an deiner eigenen Treppe überrascht?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 1 im Ordner arbeitsblaetter/phase-1-verstehen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 2.1 · Wie oft, und warum?
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 2 · Blatt 1 von 2
2.1

Wie oft, und warum?

Zwei Dinge, die mehr verraten als die Menge

Das Risiko entsteht selten beim ersten Mal. Es wächst damit, wie oft du konsumierst und warum du es tust.

A · Wie oft? Die Treppe

So viel höher war das Risiko einer Cannabis-Störung als bei Menschen, die nicht kiffen. Kreuz an, wo du vor einem Jahr warst und wo heute.
1
×2
×4
×8
×17
niejährlichmonatlichwöchentlichtäglich
vor einem Jahr heute
Bei Jugendlichen war wöchentlich die Schwelle, ab der eine spätere Abhängigkeit deutlich wahrscheinlicher wurde.

B · Warum? Damals und heute

ICH KONSUMIERE … FRÜHER HEUTE
… um mit anderen zu feiern
… weil die anderen es auch tun, um dazuzugehören
… für den Kick, damit es noch mehr Spaß macht
… um Gefühle loszuwerden, runterzukommen, es auszuhalten
Hat sich dein Warum verschoben? Wann?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Die Treppe stammt aus einer Auswertung von sechs Langzeitstudien zu Cannabis. Jede Stufe mehr verdoppelt das Risiko ungefähr. Beim Warum hängen die beiden unteren Gründe (mehr Kick, Gefühle loswerden) stärker mit Problemen zusammen als die beiden oberen (Bresin und Mekawi, 2021; 254 Studien).

NICHT BELEGT

Die Zahlen der Treppe gelten nur für Cannabis. Für andere Stoffe sind sie hier nicht geprüft.

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Blatt 2.2 · „Ich vertrage viel“
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 2 · Blatt 2 von 2
2.2

„Ich vertrage viel“

Ein Warnzeichen, kein Talent
Datum

In einer Münchner Langzeitstudie war „mehr brauchen“ bei Jugendlichen das häufigste erste Zeichen (Blatt 3.1). Wer viel verträgt, hält das gern für eine Stärke. Die Forschung sieht darin eher ein Risiko.

A · Deine Leiter

Schätzen reicht.
AussageWAS UND WIE VIEL FÜR DIE WIRKUNG, DIE DU WOLLTEST?WIE GENOMMEN?WOFÜR? HOCH ODER NORMAL
Am Anfang
Vor einem Jahr
Zuletzt

B · Vier Zeichen

AussageNEINTEILSJA
„Ich merk kaum was“, wo andere schon müde oder wacklig sind.
Ich nehme es, damit es mir normal geht, nicht damit es gut wird.
Ich nehme es anders als früher, weil es „so nicht mehr richtig wirkt“.
Die Abende werden länger, der Vorrat wird größer.
Was dahinter steckt Im Tierversuch steigerten Ratten mit viel Zugang die Menge Tag für Tag. Die Wirkung wurde schwächer, Gereiztheit und Angst zwischen den Konsumen größer. Irgendwann nimmt man es nicht mehr für das Hoch, sondern gegen das Tief.
Rauchen oder spritzen? Wer einmal gespritzt hat, fing auch nach Jahren Pause viel häufiger wieder an (33 % statt 12 %). Wenn im Freundeskreis darüber geredet wird, als wäre es normal, ist das selbst ein Warnzeichen.
Die eigentliche Frage
Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass die alte Menge nicht mehr reicht? Was hast du dir da gesagt?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer mit etwa 20 wenig auf Alkohol reagierte, hatte ein etwa vierfaches Risiko, im folgenden Jahrzehnt abhängig zu werden (Schuckit 1994, junge Männer). Was den Wechsel zum Spritzen vorhersagte, stammt aus einer New Yorker Studie.

NICHT BELEGT

Das Hochschaukeln wurde im Tierversuch gezeigt. Dass es beim Menschen genauso abläuft, ist plausibel, aber so nicht gemessen. Die vier Zeichen sind kein Test.

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Modul 3 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 1 · Modul 3 · Woche 3
3
Modul 3 · Woche 3 · 60 Minuten

Frühwarnzeichen

Ziel der Stunde Jede Person kennt ihre Frühwarnzeichen und sieht, welche eigenen Regeln sie bricht.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 3.1 · Frühwarnzeichen Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 3.2 · Deine eigenen Regeln Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Verlangen ist das stärkste einzelne Zeichen. Schon mittleres Verlangen sagte weiteren Konsum vorher.
  • Nicht die Regel ist das Warnzeichen, sondern dass man sie braucht und nicht hält.
  • Ein Zeichen allein beweist nichts. Die acht Fragen sind kein Test und stellen keine Diagnose.
Morgens Zittern? Wer morgens gegen Zittern trinkt, darf nicht allein und abrupt aufhören. Ärztlich klären lassen (Leitfaden 3).
Frage für den Abschluss
„Welches Zeichen nimmst du ab heute ernster?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 1 im Ordner arbeitsblaetter/phase-1-verstehen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 3.1 · Frühwarnzeichen
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 3 · Blatt 1 von 2
3.1

Frühwarnzeichen

Acht Fragen an dich, ohne Punkte
Datum

Diese Zeichen kommen oft, bevor jemand merkt, dass es mehr als Spaß ist. Kreuz ehrlich an. Niemand außer dir muss das sehen.

Aussage NEIN MANCHMAL JA
Brauche ich mehr als früher für dieselbe Wirkung?
Nehme ich öfter mehr als geplant oder bleibe länger dabei?
Kostet es mich Zeit zum Besorgen, Konsumieren, Erholen?
Denke ich daran, wenn ich nicht konsumiere? Ein Ziehen, ein „wann wieder“. Das stärkste Zeichen.
Hat sich der Grund verschoben, vom Spaß zum Aushalten?
Werden die Abstände kürzer, Monat, Woche, Tag?
Konsumiere ich allein, was ich früher nur mit anderen gemacht habe?
Brauche ich immer mehr eigene Regeln und halte sie nicht?
Vorsicht vor Fehlalarm „Ich brauche mehr“ und „mehr als geplant“ sagen auch viele Jugendliche, die sonst keine Probleme haben. Ein Zeichen allein beweist nichts. Mehrere zusammen sind ein guter Grund, mit jemandem zu reden.
Trinkst du morgens gegen Zittern? Dann hör nicht allein und plötzlich auf. Ein Alkoholentzug kann gefährlich werden. Lass das ärztlich klären, zum Beispiel in der Hausarztpraxis.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Verlangen unterschied in Analysen der Diagnosekriterien am besten zwischen betroffen und nicht betroffen. Schon mittleres Verlangen sagte weiteren Konsum in den folgenden 90 Tagen vorher (588 Erwachsene). Bei Jugendlichen in München war mehr zu brauchen das häufigste erste Zeichen (10-Jahres-Studie).

NICHT BELEGT

Die acht Fragen fassen das DrugOff-Wissen zusammen. Sie sind kein geprüfter Fragebogen und stellen keine Diagnose.

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Blatt 3.2 · Deine eigenen Regeln
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 3 · Blatt 2 von 2
3.2

Deine eigenen Regeln

Und ob du sie hältst
Datum

Fast alle, die konsumieren, haben Regeln: nur am Wochenende, nicht vor 18 Uhr, nur Bier. Nicht die Regel ist das Warnzeichen, sondern dass man sie braucht und nicht hält.

A · Deine Regeln

Auch alte, die du nicht mehr hast.
MEINE REGELSEIT WANN?GEBROCHEN IM LETZTEN MONATUMGEDEUTET?
nie 1–2× öfter
nie 1–2× öfter
nie 1–2× öfter
nie 1–2× öfter

B · Geplant und passiert

Die letzten drei Abende mit Konsum, auch wenn sie vor der Wohngruppe waren.
TAGGEPLANT WARPASSIERT ISTVERLANGEN 0–10
Der Plan zählt In einer Tagebuchstudie sagten zwei Dinge voraus, wie viel getrunken wurde: wie viel geplant war und wie stark das Verlangen war. „Ich hatte einen harten Tag“ erklärte weniger, als es sich anfühlt.
Wenn der Rhythmus verschwimmt „Nur am Wochenende“ wird zu „auch mal am Mittwoch, nach einem harten Tag“. Dann wechselt der Konsum vom Feiern zum Aushalten. Gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Freitag und Dienstag, ist das ein ernstes Zeichen.
Die eigentliche Frage
Welche Regel hast du am häufigsten gebrochen? Was war jedes Mal kurz davor?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Schutzregeln wie ein Limit oder Wasser zwischendurch halfen vor allem denen, die wenig tranken, bei viel Trinken kaum (12.011 Studierende). „Weniger wollen und es nicht schaffen“ ist eines der elf Kriterien einer Alkoholstörung (DSM-5).

NICHT BELEGT

Dass ein verschwimmender Wochenrhythmus ein frühes Zeichen ist, ist aus Studien mit Erwachsenen abgeleitet. Für Jugendliche ist es übertragen.

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Modul 4 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 1 · Modul 4 · Woche 4
4
Modul 4 · Woche 4 · 60 Minuten

Was hält dich zurück?

Ziel der Stunde Die Gruppe spricht offen über das, was vom Hilfeholen abhält, und jede Person kennt ihre größte Befürchtung.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 4.1 · Was hält dich zurück? Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 4.2 · Wer es weiß, wer nicht Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • 19 von 20 Menschen mit Suchterkrankung ohne Behandlung sehen keinen Bedarf. „Ich schaff das allein“ ist die Regel, kein Einzelfall.
  • Die Schweigepflicht gilt auch gegenüber Eltern. Ab etwa 15 wird sie in der Regel gewahrt, immer Einzelfall, Ausnahme bei Gefahr.
  • Verschweigen ist das häufigste Muster, gerade wenn es ernst wird. Es ist kein Charakterfehler.
Eure eigene Schweigepflicht Vorher klären, was ihr als Betreuende weitergeben müsst und was nicht, und das der Gruppe ehrlich sagen.
Frage für den Abschluss
„Was müsste passieren, damit du mit jemandem redest?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 1 im Ordner arbeitsblaetter/phase-1-verstehen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 4.1 · Was hält dich zurück?
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 4 · Blatt 1 von 2
4.1

Was hält dich zurück?

Die Gründe, warum fast niemand Hilfe holt

„Ich brauch keine Hilfe“ ist der häufigste Satz überhaupt. In einer großen Befragung in den USA sahen 19 von 20 Erwachsenen mit einer Suchterkrankung, die keine Behandlung hatten, auch keinen Bedarf dafür. Wenn du so denkst, bist du also nicht allein. Schau trotzdem genauer hin.

A · Was davon kennst du?

„Ich schaffe das allein.“
„Ich bin noch nicht so weit.“
„Ich schäme mich.“
„Meine Eltern würden es erfahren.“
„Dann bin ich der Junkie.“
„Das kostet, und da muss ich hin.“

B · Was an zwei Sorgen dran ist

„Meine Eltern erfahren das.“ Die ärztliche Schweigepflicht gilt auch gegenüber deinen Eltern. Ab etwa 15 wird sie in der Regel gewahrt, wenn du verstehst, worum es geht. Das ist aber immer ein Einzelfall, und bei ernster Gefahr gibt es Ausnahmen. Frag am Anfang einfach: „Bleibt das unter uns?“
„Da muss ich hin, und das kostet.“ Bei DigiSucht berätst du dich online, anonym und kostenlos, per Nachricht, Chat oder Video: suchtberatung.digital. Niemand muss dich sehen, und du musst deinen Namen nicht sagen.
Die eigentliche Frage
Was müsste passieren, damit du mit jemandem darüber redest? Mit wem am ehesten?
Bist du schon wegen etwas anderem in Behandlung, zum Beispiel wegen Angst oder Depression? Dann ist das eine Tür. Wenn du dort ehrlich über deinen Konsum sprichst, ist das schon ein Schritt.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

US-Befragung 2022/2023: Nur 14,4 % bekamen eine Behandlung. Wer einen Bedarf sah und trotzdem nicht hinging, nannte am häufigsten „Ich schaffe das allein“, „noch nicht bereit“, Scham und Kosten. Wer seinen Konsum selbst als Problem sah, war doppelt so oft in Behandlung. Zur Schweigepflicht: Fachpresse zur Rechtsprechung, keine Rechtsberatung.

NICHT BELEGT

Die Zahlen stammen von Erwachsenen in den USA. Für Jugendliche in Deutschland fehlt eine vergleichbare Zahl. Dass der Weg über eine andere Behandlung leichter ist, ist eine Folgerung.

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Blatt 4.2 · Wer es weiß, wer nicht
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 4 · Blatt 2 von 2
4.2

Wer es weiß, wer nicht

Was du erzählst und was du verschweigst
Datum

Konsum wird versteckt, gerade wenn es ernst wird. Das ist kein Charakterfehler, sondern das häufigste Muster. Hier geht es nicht darum, wem du was erzählen musst, sondern was du befürchtest.

A · Deine Menschen und was sie wissen

Vornamen oder Anfangsbuchstaben reichen.
WER?WEISS …WAS ICH VERSCHWEIGEWAS ICH BEFÜRCHTE, WENN ER/SIE ES WÜSSTE
nichts
etwas viel
nichts
etwas viel
nichts
etwas viel
nichts
etwas viel
nichts
etwas viel

B · Die Befürchtung prüfen

Nimm die Zeile mit der größten Befürchtung.
Was würde wahrscheinlich wirklich passieren?
Was wäre danach vielleicht leichter?
Was Studien dazu sagen In einer US-Schulstudie wussten nur 34 % der Eltern, dass ihr Kind trinkt, und 11 %, dass es illegale Drogen nimmt. Jugendliche verschweigen oft, um Strafe oder Enttäuschung zu vermeiden. Wer die Eltern als unterstützend erlebte, erzählte eher von sich aus.
Die eigentliche Frage
Wem würdest du es am ehesten erzählen, wenn du sicher wärst, dass nichts Schlimmes passiert? Was bräuchtest du dafür?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

US-Schulstudie zur Wahrnehmung der Eltern. In Europa unterschätzten 79 % der Eltern den Alkoholkonsum ihrer Kinder. Schweizer Studie mit 332 Jugendlichen: Häufiges Verschweigen hing mit problematischerem Trinken zusammen.

NICHT BELEGT

Ob Erzählen den Konsum senkt, ist nicht untersucht. Wem du was erzählst, entscheidest du. Schreib nur auf, was andere lesen dürfen.

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Phase 2 · Wofür eigentlich?

Phase 2 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 2 · Übersicht · Woche 5–8
Phase 2 · Verstehen · Woche 5–8

Wofür eigentlich?

Konsum ist selten einfach nur dumm. Meistens löst er etwas, zumindest für eine Weile: Angst, Schlaf, Leere, Langeweile, Druck. Wer weiß, was der Stoff für ihn erledigt, kann nach anderen Wegen suchen, statt nur gegen den Konsum anzukämpfen.

5
Woche 5 · Verstehen
Was er für dich tut
Wofür du konsumierst, nicht nur was.
+ Blatt 5.2 · Eine Woche als Landkarte
6
Woche 6 · Durchschauen
Der Kreis
Wenn die Lösung das Problem größer macht.
+ Blatt 6.2 · Hoch, runter, wieder hoch
7
Woche 7 · Finden
Deine eigenen Gründe
Nicht meine, nicht die deiner Eltern.
+ Blatt 7.2 · Wie sicher bist du?
8
Woche 8 · Mitreden
Andere Wege, selbes Ziel
Und ein Satz für Beratung oder Klinik.
+ Blatt 8.2 · Ein Versuch für diese Woche

Warum hier keine Pro-und-Contra-Liste kommt

Fast jedes Arbeitsblatt zu Sucht hat eine. In Experimenten waren Menschen, die sich noch nicht entschieden hatten, nach dem Abwägen von Pro und Contra weniger entschlossen als vorher. Wer schon entschieden war, wurde dadurch fester (Nenkov und Gollwitzer, 2012). Die Begründer der Motivierenden Gesprächsführung raten deshalb, bei Unentschlossenen nach den eigenen Gründen zu fragen, statt neutral abzuwägen (Miller und Rose, 2015).

Untersucht wurde das bei allgemeinen Zielen, nicht bei Sucht. Diese Phase fragt trotzdem anders, weil eine Liste, die schaden kann, hier nichts zu suchen hat.

So arbeitest du damit

  • Du musst dich nicht entschieden haben, um anzufangen. „Vielleicht“ reicht.
  • 5.1 und 6.1 gehören zusammen. 8.1 nimmt auf, was du dort findest.
  • Den Satz unten auf 8.1 kannst du in Beratung oder Klinik vorlesen.

Was diese Phase nicht ist

Kein Test, ob du „schlimm genug“ bist, und keine Diagnose. Ob du etwas änderst und wie viel, entscheidest du.

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Modul 5 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 2 · Modul 5 · Woche 5
5
Modul 5 · Woche 5 · 60 Minuten

Was er für dich tut

Ziel der Stunde Jede Person benennt, was der Konsum für sie erledigt, und beginnt eine Woche als Landkarte.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 5.1 · Was er für dich tut Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 5.2 · Eine Woche als Landkarte Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Meist kommt zuerst die seelische Belastung und dann der Konsum. Wer Angst mit Alkohol „behandelte“, wurde häufiger abhängig.
  • Ein Tagebuch ist eine Landkarte, keine Bremse. Allein senkt es den Konsum kaum, aber es zeigt Zusammenhänge.
  • Das Tagebuch läuft die ganze Woche. In Modul 6 und 12 wird es gebraucht.
Nach etwas Schlimmem Wer „nach etwas Schlimmem nicht mehr dran denken“ ankreuzt, braucht ein Angebot unter vier Augen und den Hinweis auf krisenchat.de.
Frage für den Abschluss
„Was ist das Erste, das ohne den Stoff wieder schwer wird?“
Material
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Blatt 5.1 · Was er für dich tut
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 5 · Blatt 1 von 2
5.1

Was er für dich tut

Wofür du konsumierst, nicht nur was
Datum

Kreuz an, was der Konsum für dich erledigt. Gib jedem Kreuz eine Zahl von 0 bis 10, je nachdem, wie wichtig es dir ist. Mehrere Kreuze sind normal.

Aussage ER HILFT MIR … 0–10 WANN, WOBEI?
die Angst leiser zu machen, vor Treffen, Schule, Anrufen
einzuschlafen
Schmerzen nicht so zu spüren
Leere oder Traurigkeit wegzumachen
gegen Langeweile
dazuzugehören, bei den anderen
gute Laune noch besser zu machen
wach und leistungsfähig zu sein
weniger zu essen oder abzunehmen
nach etwas Schlimmem nicht mehr dran zu denken
etwas anderes:
Hast du „nach etwas Schlimmem nicht mehr dran denken“ angekreuzt? Darüber kannst du anonym schreiben, bei krisenchat.de, rund um die Uhr. Du musst es nicht allein tragen.
Die eigentliche Frage
Wenn der Stoff morgen weg wäre: Was wäre das Erste, das wieder schwer wird?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Langzeitstudien zeigen meistens zuerst die seelische Belastung und danach den Konsum. Wer Angst mit Alkohol „behandelte“, hatte drei Jahre später eine 2,5-fach höhere Chance, neu alkoholabhängig zu werden (Robinson u. a., 2011; 34.653 Erwachsene).

NICHT BELEGT

Die Liste ist aus dem DrugOff-Wissen zusammengestellt und kein geprüfter Fragebogen. Selbstmedikation ist ein gut gestütztes Risikomuster, erklärt aber nicht jede Sucht.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 5.2 · Eine Woche als Landkarte
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 5 · Blatt 2 von 2
5.2

Eine Woche als Landkarte

Was vor dem Konsum passiert
Datum

Ein Tagebuch ist keine Bremse, sondern eine Landkarte. Du siehst darin, um welche Uhrzeit, an welchem Ort, mit welchem Gefühl und mit wem es passiert. Fang heute mit den letzten drei Tagen an. Den Rest füllst du diese Woche aus.

TAGUHRZEIT, ORT, WER?GEFÜHL VORHER (0–10)KONSUM ODER NUR VERLANGEN (0–10)WOFÜR? (BLATT 5.1)DANACH, AM TAG DRAUF
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
Lesen, nicht nur schreiben Tägliches Aufschreiben senkte das Trinken nur in der ersten Woche etwas, danach nicht mehr. Der Wert liegt im Lesen: Was wiederholt sich? Das brauchst du für die Auslöser-Karte in Modul 12.
Wer sieht dein Blatt? Schreib nur, was andere lesen dürfen, oder bewahr das Blatt in deinem Ordner auf. Ausgefüllte Blätter gehören dir.
Die eigentliche Frage
Gab es einen Tag ohne Konsum oder mit weniger? Was war an diesem Tag anders?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In Smartphone-Studien wirkte die Stimmung über das Verlangen auf den Konsum. Ein Experiment zeigte: Tagebuch-Schreiben senkte das Trinken nur in der ersten Woche, beim Kiffen gar nicht.

NICHT BELEGT

Die Spalten sind ein Vorschlag von DrugOff. Ein Tagebuch allein senkt den Konsum kaum. Es zeigt dir aber, wo du ansetzen kannst.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Modul 6 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 2 · Modul 6 · Woche 6
6
Modul 6 · Woche 6 · 60 Minuten

Der Kreis

Ziel der Stunde Jede Person zeichnet ihren Kreis und prüft, ob aus einem Stoff mehrere geworden sind.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 6.1 · Der Kreis Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 6.2 · Hoch, runter, wieder hoch Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Manche Lösungen wirken sofort und machen das Problem später größer. Beispiel Schlaf: Anfangs klappt das Einschlafen, dann steigt die Menge und der Schlaf wird schlechter.
  • Mischkonsum trägt dazu bei, dass eine Abhängigkeit von Aufputschmitteln entsteht und bleibt.
  • Gefährliche Paare kennen: Benzos, Opioide und Alkohol dämpfen zusammen die Atmung.
112 Ist jemand nicht ansprechbar oder atmet kaum: sofort 112. Das in der Gruppe einmal laut sagen.
Frage für den Abschluss
„Welchen Stoff hast du bisher nicht als Problem gesehen?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Tagebuch von Blatt 5.2 mitbringen
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 2 im Ordner arbeitsblaetter/phase-2-wofuer. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 6.1 · Der Kreis
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 6 · Blatt 1 von 2
6.1

Der Kreis

Wenn die Lösung das Problem größer macht

Manche Lösungen wirken sofort und machen das Problem später größer. Nimm den Punkt mit der höchsten Zahl von Blatt 5.1 und geh den Kreis einmal durch.

1 · Das Problem
Angst, schlecht schlafen, Leere …
→
2 · Was ich nehme
Was, wie viel, wann?
↑
dein Kreis
↓
4 · Was danach schlimmer wird
am nächsten Tag, nach Wochen
←
3 · Was kurz besser wird
Wie fühlt es sich an? Wie lange hält es?
Beispiel Angst
Abends trinken, um lockerer zu werden. Bei sehr schüchternen Menschen war die Angst am Abend etwas leiser und am nächsten Tag deutlich stärker. Also wird abends wieder getrunken.
Beispiel Schlaf
Alkohol, Cannabis oder Beruhigungsmittel zum Einschlafen. Anfangs klappt das. Dann gewöhnt sich der Körper daran, die Menge steigt, und der Schlaf wird schlechter.
Ist dein Problem aus Feld 1 heute kleiner, gleich oder größer als damals, als du angefangen hast?
kleiner gleich größer weiß nicht
Woran merkst du das?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Alkohol, THC und Beruhigungsmittel helfen anfangs beim Einschlafen, aber der Körper gewöhnt sich schnell daran. Im Schlaflabor schlafen Menschen, die so einschlafen, schlechter. Angst am Tag danach: In einer kleinen Studie mit knapp 100 Trinkenden senkte Alkohol bei sehr schüchternen Menschen die Angst am Abend leicht, am nächsten Tag stieg sie deutlich.

NICHT BELEGT

Dass daraus ein Kreis wird, der sich selbst antreibt, ist eine Deutung. Als Kreis untersucht wurde es nicht.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 6.2 · Hoch, runter, wieder hoch
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 6 · Blatt 2 von 2
6.2

Hoch, runter, wieder hoch

Wenn ein Stoff den anderen ausgleichen soll
Datum

Aus einem Stoff werden oft mehrere: einer zum Hochkommen, einer zum Runterkommen. Jeder Ausgleich sieht aus wie eine Lösung und ist ein neuer Kreis.

A · Deine Spirale

Wenn es bei dir nur einen Stoff gibt, geh zu B.
Was ich zuerst nehme1
Was, wann, wie viel?
→
Was daran stört2
Unruhe, nicht schlafen, Kater …
→
Was ich dagegen nehme3
Was, wie viel?
→
Was danach kommt4
Am nächsten Tag, nach Wochen

B · Fünf Sätze

AussageNEINTEILSJA
Ich nehme etwas, um die Wirkung von etwas anderem auszugleichen.
Aus einem Stoff sind zwei oder mehr feste Begleiter geworden.
Tabak gehört fest zum Kiffen oder Trinken dazu.
Mit Kokain trinke ich mehr, als ich sonst trinken würde.
Wenn ich einen Abend plane, plane ich das Mittel für danach mit ein.

Gefährliche Paare

  • Benzos, Opioide, Alkohol: Alle dämpfen die Atmung. Benzos mit Opioiden: In den ersten 90 Tagen war das Überdosis-Risiko fünfmal so hoch wie mit Opioiden allein.
  • Kokain und Alkohol: In der Leber entsteht ein dritter Stoff (Cocaethylen). Er wirkt länger und belastet das Herz stärker.
  • Aufputschmittel und Opioide: Das Aufputschen verdeckt die Atemdämpfung, bis es nachlässt. Das Opioid wirkt länger.
Ist jemand nicht ansprechbar oder atmet kaum: sofort 112.
Die eigentliche Frage
Welcher Stoff ist bei dir der, den du gar nicht als Problem siehst, weil er „nur dazugehört“?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Mischkonsum trägt dazu bei, dass eine Abhängigkeit von Aufputschmitteln entsteht und bleibt (Übersichtsarbeiten). Wer raucht und kifft, hörte seltener mit dem Rauchen auf, und nach dem Rauchstopp war der Tabakentzug stärker (US-Studien). Fünffaches Risiko bei Benzos und Opioiden: Hernandez u. a. 2018.

NICHT BELEGT

Die fünf Sätze fassen das DrugOff-Wissen zusammen und sind kein Test.

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Modul 7 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 2 · Modul 7 · Woche 7
7
Modul 7 · Woche 7 · 60 Minuten

Deine eigenen Gründe

Ziel der Stunde Jede Person findet eigene Gründe und schätzt ihr Zutrauen in schwierigen Situationen ein.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 7.1 · Deine eigenen Gründe Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 7.2 · Wie sicher bist du? Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Gründe, die man selbst findet, halten eher als fremde. Motivierende Gesprächsführung kann den Konsum kurzfristig senken. Das Vertrauen in diese Belege ist aber nur mäßig bis gering.
  • Man muss nicht erst „bereit“ sein. Beim Rauchen hielten spontane Versuche öfter.
  • Zutrauen sagt den Verlauf mit vorher, und es lässt sich aufbauen.
Keine Überredung Nicht für Gründe werben. „Weiß ich nicht“ ist eine Antwort. Die Gruppe soll niemanden auf eine höhere Zahl drängen.
Frage für den Abschluss
„Was hat dich heute eine Zahl höher gebracht?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 2 im Ordner arbeitsblaetter/phase-2-wofuer. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 7.1 · Deine eigenen Gründe
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 7 · Blatt 1 von 2
7.1

Deine eigenen Gründe

Nicht meine, nicht die deiner Eltern
Datum

Gründe, die andere dir sagen, halten selten. Gründe, die du selbst findest, eher. Hier gibt es keine richtige Antwort, auch „weiß ich nicht“ zählt.

Wie wichtig ist es dir gerade, etwas an deinem Konsum zu ändern?
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
gar nichtsehr
Warum nicht eine Zahl niedriger?
Was würde dich eine Zahl höher bringen?

Was ist dir wichtig? Kreis ein, was stimmt.

Familie Freunde Schule oder Ausbildung Sport Musik eigenes Geld Freiheit Gesundheit dass man mir vertraut ein bestimmtes Ziel anderes
Wie passt der Konsum zu dem, was du eingekreist hast?
Ein Dienstag in einem Jahr, mit weniger oder ohne Stoff: Was ist anders?
Die eigentliche Frage
Wann hast du zuletzt gedacht: „So will ich nicht weitermachen“? Was war da los?
Du musst nicht erst „bereit“ sein. In einer englischen Befragung setzte fast die Hälfte ihren letzten Rauch-Stopp sofort nach dem Entschluss um, ohne Vorbereitung. Diese spontanen Versuche hielten öfter mindestens sechs Monate.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Motivierende Gesprächsführung, die nach eigenen Gründen fragt, kann den Konsum kurzfristig senken, verglichen mit keiner Behandlung. Das Vertrauen der Autoren in diese Belege ist aber nur mäßig bis gering (Cochrane-Übersicht 2023, 93 Studien). Das Beispiel zum spontanen Aufhören stammt vom Rauchen.

NICHT BELEGT

Die Fragen kommen aus der Praxis dieser Gesprächsführung. Ob sie auf Papier ohne Gespräch genauso wirken, wurde nicht untersucht.

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Blatt 7.2 · Wie sicher bist du?
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 7 · Blatt 2 von 2
7.2

Wie sicher bist du?

Zutrauen, gemessen und aufgebaut
Datum

Wie sehr du dir zutraust, es zu schaffen, sagt viel über den weiteren Weg. Nach einer stationären Behandlung sagte schon eine einzige Frage danach den Verlauf vorher. Zutrauen ist aber kein Charakterzug. Man kann es aufbauen.

A · Wie sicher bist du, in diesen Situationen nichts zu nehmen?

Aussage0 = GAR NICHT SICHER · 10 = GANZ SICHER
Wenn ich allein bin und mich schlecht fühle012345678910
Wenn mir jemand etwas anbietet012345678910
Auf einer Party, wenn die Stimmung gut ist012345678910
Nach einem Streit012345678910
Wenn ich nachts nicht schlafen kann012345678910
Wenn ich Geld in der Tasche habe012345678910
Eigene Situation: 012345678910

B · Die niedrigste Zahl

Was müsste passieren, damit sie um eins steigt?
Wer oder was könnte dabei helfen?
Zwei Fallen „Ich schaff das eh nicht“ ist ein Warnzeichen und kein Urteil über dich. „Ich hab’s jetzt voll im Griff, einmal geht“ ist auch eins. Gesundes Zutrauen plant trotzdem für schwierige Situationen.
Gute Wochen Die „rosa Wolke“, die angeblich in den Rückfall führt, stammt aus Ratgebern. Belegt ist, dass Zutrauen eher bessere Verläufe vorhersagt. Riskant ist etwas anderes: in guten Wochen Termine und Gruppe wegzulassen.
Die eigentliche Frage
Wann hast du schon einmal etwas geschafft, das du dir nicht zugetraut hast? Was hat damals geholfen?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In einer Übersicht über 51 Studien gehörte das Selbstvertrauen, nicht zu trinken, zu den beständigsten Vorhersagern für den Behandlungserfolg. Nach stationärer Behandlung blieb eher abstinent, wer mehr Zutrauen hatte (61 Studien).

NICHT BELEGT

Dass Zutrauen mit kleinen geschafften Schritten wächst, ist die Grundidee einer Theorie (Bandura). Hier ist das nicht eigens geprüft. Die Situationen hat DrugOff ausgewählt.

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Modul 8 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 2 · Modul 8 · Woche 8
8
Modul 8 · Woche 8 · 60 Minuten

Andere Wege

Ziel der Stunde Jede Person plant für jede Funktion einen anderen Weg und startet einen konkreten Versuch.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 8.1 · Andere Wege, selbes Ziel Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 8.2 · Ein Versuch für diese Woche Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Wenn der Konsum etwas erledigt, reicht Wegnehmen nicht. Angst, Schlaf und Schmerz sind eigene, behandelbare Probleme.
  • Ersatz beachten: Nach einem Cannabis-Stopp wurde oft mehr getrunken.
  • Neues fühlt sich wochenlang anstrengend an. Einmal auslassen schadet kaum.
Satz für die Klinik Den Satz unten auf Blatt 8.1 können alle in Beratung oder Klinik mitnehmen. Fragt, wer dabei Hilfe braucht.
Frage für den Abschluss
„Was probierst du diese Woche, und wann genau?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 2 im Ordner arbeitsblaetter/phase-2-wofuer. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 8.1 · Andere Wege, selbes Ziel
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 8 · Blatt 1 von 2
8.1

Andere Wege, selbes Ziel

Und ein Satz, mit dem du mitredest

Wenn der Konsum etwas für dich erledigt, reicht es nicht, ihn wegzunehmen. Dann bleibt das Problem dahinter, nur ohne Lösung. Angst, Schlafprobleme und Schmerzen sind eigene Probleme, und man kann sie behandeln.

WOFÜR (VON 5.1) WAS ICH STATTDESSEN AUSPROBIERE WER MIR DABEI HILFT
Achtung, Ersatz In den ersten Wochen ohne Cannabis tranken junge Menschen oft mehr Alkohol als vorher. Wenn dein neuer Weg wieder ein Stoff ist, bist du im selben Kreis wie auf Blatt 6.1.

Für Beratung oder Klinik

Ausschneiden, mitnehmen, vorlesen
Ich konsumiere vor allem, um .
Das ist für mich das eigentliche Problem. Ich möchte, dass wir daran auch arbeiten, nicht nur am Konsum.
Was mir bisher geholfen hat:
Was bei mir nicht funktioniert:
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Dass in den ersten Wochen nach einem Cannabis-Stopp oft mehr getrunken wird, wurde bei jungen Menschen gemessen. Als Dauerregel („wer aufhört, wird nach etwas anderem süchtig“) ist es nicht belegt.

NICHT BELEGT

Dass es das Suchtrisiko senkt, wenn man Angst, Schlaf oder Schmerz behandelt, liegt nahe. Hier ist es aber nicht eigens belegt. Der Satz für Beratung oder Klinik ist eine Vorlage von DrugOff.

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Blatt 8.2 · Ein Versuch für diese Woche
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 2 · Modul 8 · Blatt 2 von 2
8.2

Ein Versuch für diese Woche

Ausprobieren statt vornehmen
Datum

Auf Blatt 8.1 hast du andere Wege gesammelt. Ob einer passt, weißt du erst, wenn du ihn ausprobiert hast. Mach daraus einen kleinen Versuch: eine Sache, ein fester Zeitpunkt, eine Woche.

A · Der Versuch

Was ich ausprobiere Klein und konkret: „abends 20 Minuten laufen“ statt „mehr Sport“
Wann genau? Tag und Uhrzeit, am besten zu einer Zeit, in der du sonst konsumierst
Wo und mit wem?
Was mich davon abhalten könnte, und was ich dann mache

B · Vorher und nachher

Vorher jetzt ausfüllen, nachher in der nächsten Sitzung.
AussageVORHER: WAS ICH ERWARTENACHHER: WAS PASSIERT IST
Wie sehr hilft es? (0–10)
Wie fühlt es sich an?
Wie oft schaffe ich es?
Wenn es sich erst leer anfühlt Neues fühlt sich am Anfang anstrengend an. In einer Studie dauerte es im Mittel 66 Tage, bis etwas Einfaches von selbst lief, mit großer Spanne von 18 bis 254 Tagen. Einmal auslassen schadete dabei kaum. Ein Versuch, der sich leer anfühlt, ist also noch kein Beweis, dass er nicht passt.
Die eigentliche Frage
Was ist der eigentliche Grund, warum du es bisher nicht ausprobiert hast?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Lally u. a. 2010: 96 Freiwillige, zwölf Wochen, einfache tägliche Handlungen wie ein Glas Wasser nach dem Frühstück.

NICHT BELEGT

Das ist keine Suchtstudie. Die 66 Tage gelten für einfache Alltagshandlungen und für die, die es geschafft haben. Das Versuchsblatt ist eine Vorlage von DrugOff.

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Phase 3 · Die ersten Wochen ohne

Phase 3 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 3 · Übersicht · Woche 9–11
Phase 3 · Aufhören · Woche 9–11

Die ersten Wochen ohne

Aufhören ist kein einzelner Tag, sondern eine Strecke. Manches wird schnell besser, manches dauert Monate, und manches wird erst einmal schwerer. Wer weiß, was zu erwarten ist, erschrickt weniger und erkennt eher, wann es ernst wird.

Das Wichtigste vorweg

Den Entzug von Alkohol, Benzodiazepinen oder GHB nie allein und nie plötzlich machen. Krampfanfälle und Delir sind möglich, das gehört in ärztliche Hand. Nach einer Pause von Opioiden verträgt der Körper viel weniger. Die alte Menge kann tödlich sein.

9
Woche 9 · Vorausschauen
Was wann kommt
Vom ersten Tag bis zum ersten Jahr, und wo du gerade stehst.
+ Blatt 9.2 · Toleranz weg, Gewohnheit nicht
10
Woche 10 · Unterscheiden
Erwartbar oder Warnzeichen?
Acht Sätze, und welcher davon ein Notfall ist.
+ Blatt 10.2 · Wenn nichts Spaß macht
11
Woche 11 · Durchhalten
Die Nächte
Warum Schlaf so wichtig ist und was dagegen hilft, ohne Tabletten.
+ Blatt 11.2 · Dein Abendfenster

Schlechter fühlen ist erlaubt

Viele fühlen sich in den ersten Monaten ohne den Stoff eher schlechter als besser. In einer großen Befragung lagen Selbstwert und Glück am Anfang niedriger und stiegen dann. Das heißt nicht, dass Aufhören falsch war.

Keine Zahl erfunden

Überall steht, das „Nachhängen“ dauere 3 bis 12 Monate. Diese Zahl stammt von Werbeseiten von Kliniken. Belegt ist nur, dass es vorkommt und wieder abklingt. Wie lange es dauert, ist bei jedem anders.

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Modul 9 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 3 · Modul 9 · Woche 9
9
Modul 9 · Woche 9 · 60 Minuten

Was wann kommt

Ziel der Stunde Jede Person weiß, wo sie auf der Strecke steht, und kennt die Gefahr nach einer Pause.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 9.1 · Was wann kommt Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 9.2 · Toleranz weg, Gewohnheit nicht Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Die Strecke ist eine Zusammenstellung, keine Studie. Für die Dauer des Nachhängens gibt es keine belastbare Zahl.
  • Nach einer Pause verträgt der Körper weniger. Die alte Menge kann eine Überdosis sein.
  • Wenn es passiert: weniger, nicht allein, nichts mischen. Bei Opioiden nach Naloxon fragen.
Kein kalter Entzug Alkohol, Benzos und GHB nie allein und abrupt absetzen: Krampfanfall oder Delir möglich (Leitfaden 3).
Frage für den Abschluss
„Was weißt du jetzt über die Zeit nach einer Pause, das du vorher nicht wusstest?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 3 im Ordner arbeitsblaetter/phase-3-erste-wochen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 9.1 · Was wann kommt
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 9 · Blatt 1 von 2
9.1

Was wann kommt

Vom ersten Tag bis zum ersten Jahr
Ich bin seitWochen ohne

Lies die Strecke von oben nach unten. Markier die Zeile, in der du gerade bist. Schreib rechts dazu, was du davon bei dir bemerkst oder bemerkt hast.

ZEIT WAS HÄUFIG PASSIERT BEI MIR
Tag 1–7
Alkohol: die gefährlichste Entzugszeit, Krampfanfall oder Delir möglich. Nie allein.
Cannabis: Gipfel an Tag 2–6, gereizt, schlecht schlafen, kein Appetit. Unangenehm, nicht gefährlich.
Rauchen: Gipfel in der ersten Woche.
Woche 1–2
Nach Cannabis: oft mehr Alkohol als vorher. Das im Blick behalten.
Nach Opioiden: Toleranz weg. Die alte Menge kann eine Überdosis sein.
Woche 2–4
Alkohol: die gedrückte Stimmung geht stark zurück. In einer Studie von 42 % auf 6 % nach vier Wochen. Schlaf und Antrieb brauchen länger.
Cannabis: nach etwa vier Wochen ist die Toleranz weg, die alte Menge wirkt stärker.
Kokain, Speed, Crystal: in Woche 1–3 Tief, Müdigkeit, Verlangen.
Monat 1–6
Alle: Selbstwert und Glück liegen erst niedriger und steigen dann.
Kokain, Crystal, Alkohol: Verlangen durch alte Orte und Leute kann stärker werden statt schwächer.
Schlaf: oft noch gestört, nach Alkohol braucht das Einschlafen 5–9 Monate.
bis 1 Jahr
Alle: die meisten Rückfälle passieren in den ersten 90 Tagen bis zum ersten Jahr. Danach flacht die Kurve deutlich ab.
danach
Alle: je länger es hält, desto eher hält es weiter. Nachsorge lohnt sich länger als ein Jahr.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Jede Zeile beruht auf eigenen Studien, die im DrugOff-Wissen mit Quelle stehen: Entzugsverläufe, Stimmung nach dem Alkoholstopp, Verlangen nach Reizen, Rückfallkurve.

NICHT BELEGT

Die Strecke als Ganzes ist eine Zusammenstellung und keine Studie. Jeder Körper ist anders. Wie lange das Nachhängen insgesamt dauert, dafür gibt es keine belastbare Zahl.

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Blatt 9.2 · Toleranz weg, Gewohnheit nicht
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 9 · Blatt 2 von 2
9.2

Toleranz weg, Gewohnheit nicht

Die gefährlichsten Tage sind die, an denen alles gut aussieht
Datum

Nach einer Pause verträgt der Körper weniger, aber der Kopf merkt sich die alte Menge. So kann man eine Überdosis nehmen, ohne mehr genommen zu haben als früher.

3- bis 8-malso hoch war das Risiko, an Drogen zu sterben, in den ersten zwei Wochen nach einer Haftentlassung wie in Woche 3 bis 12. Belegt für Opioide.
Tag 0 bis 28nach einer Suchtbehandlung, besonders nach Klinik und Entzug: In dieser Zeit war die Sterblichkeit durch Drogen am höchsten (Texas, Registerdaten).
etwa 4 Wochenohne Cannabis, und die Rezeptoren im Gehirn starker Kiffer waren wieder auf Normalniveau. Die Gewöhnung ist dann weg.

A · Stimmt das?

Erst ankreuzen, dann unten nachsehen.
AussageSTIMMTSTIMMT NICHT
1 · „Ich nehm einfach so viel wie immer, dann weiß ich, was passiert.“
2 · „Nach ein paar Wochen ohne verträgt mein Körper weniger.“
3 · „Wenn, dann lieber allein, damit es keiner merkt.“
4 · „Nach einer Pause ist Mischen besonders gefährlich.“
5 · „Bei Opioiden kann ein Nasenspray (Naloxon) Leben retten.“
Auflösung Stimmt nicht: 1 und 3. Die alte Menge kann nach einer Pause zu viel sein, und allein kann niemand helfen. Stimmt: 2, 4 und 5. Naloxon-Programme senkten die Zahl der Überdosis-Toten. Frag ärztlich danach, wenn Opioide bei dir eine Rolle spielen.

Mein Sicherheitssatz

Für die Notfallkarte in Modul 15
Wenn es doch passiert: weniger, nicht allein, nichts mischen.
Wem ich dann Bescheid sage: · Notfall: 112
Die eigentliche Frage
Wann hast du dir zuletzt gesagt: „Nur einmal, so wie früher“? Was hat dich dahin gebracht?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Meta-Analyse von Merrall u. a. 2010 (1.033 Todesfälle). Registerstudie aus Texas. PET-Studie zu Cannabis (Hirvonen u. a. 2012). Naloxon: Übersicht von McDonald und Strang 2016.

NICHT BELEGT

Für Benzos und Alkohol ist derselbe Mechanismus plausibel, aber es gibt keine vergleichbare Zahl. Belegt ist er für Opioide.

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Modul 10 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 3 · Modul 10 · Woche 10
10
Modul 10 · Woche 10 · 60 Minuten

Erwartbar oder Warnzeichen?

Ziel der Stunde Die Gruppe unterscheidet Erwartbares, Warnzeichen und Notfälle und kennt den Umgang mit Freudlosigkeit.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
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20 MIN Blatt 10.1 · Erwartbar oder Warnzeichen? Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 10.2 · Wenn nichts Spaß macht Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
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Das erklärst du in der Einführung

  • Schlechter Schlaf, gedrückte Stimmung und Freudlosigkeit sind in den ersten Monaten erwartbar. Erwartbar heißt nicht egal.
  • Freudlosigkeit ging beim Rauchstopp mit schnellerem Rückfall einher.
  • Selbstwert und Glück lagen in den ersten Monaten niedriger, danach stiegen sie (Befragung).
Suizidgedanken Wer „nicht mehr leben wollen“ ankreuzt oder sagt, braucht noch in der Sitzung ein Gespräch. Krisenplan in Leitfaden 3.
Frage für den Abschluss
„Was machst du diese Woche, auch wenn es sich leer anfühlt?“
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Blatt 10.1 · Erwartbar oder Warnzeichen?
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 10 · Blatt 1 von 2
10.1

Erwartbar oder Warnzeichen?

Acht Sätze, die man in den ersten Monaten denkt

Was ist normal, was solltest du ansprechen, und was ist ein Notfall? Kreuz erst selbst an, dann schau unten in die Auflösung. In der Gruppe lohnt es sich, über die Unterschiede zu reden.

Aussage DER SATZ ERWARTBAR WARN­ZEICHEN NOTFALL
1 „Ich schlafe seit Wochen schlecht.“
2 „Ich fühle mich schlechter als vor dem Aufhören.“
3 „Nichts macht mehr richtig Spaß.“
4 „An den alten Orten ist der Druck stärker als am Anfang.“
5 „Seit ich nicht mehr kiffe, trinke ich mehr.“
6 „Ich zittere, schwitze stark und sehe Dinge, die nicht da sind.“
7 „Ich denke daran, nicht mehr leben zu wollen.“
8 „Der Druck geht seit zwei Wochen kaum zurück.“
Auflösung
Erwartbar: 1, 2, 3, 4. Schlechter Schlaf, schlechtere Stimmung, Freudlosigkeit und stärkerer Druck an alten Orten kommen in den ersten Monaten oft vor. Erwartbar heißt nicht egal: Schlaf und Freudlosigkeit gehen mit mehr Rückfällen einher, also ansprechen. Alte Orte eher meiden als ausprobieren.
Warnzeichen: 5, 8. Mehr Alkohol nach dem Kiffen-Stopp kann ein Ersatz werden. Druck, der in den ersten Wochen kaum sinkt, ist ein Grund für mehr Unterstützung, nicht für Scham.
Notfall: 6, 7. Zittern, starkes Schwitzen und Dinge sehen, die nicht da sind, können ein Delir im Alkoholentzug sein: 112. Gedanken, nicht mehr leben zu wollen: sofort jemandem sagen, Telefonseelsorge 0800 111 0 111, bei akuter Gefahr 112.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Schlafprobleme: 60 % statt 30 % Rückfälle in fünf Monaten nach einer Alkoholbehandlung. Freudlosigkeit nach dem Rauchstopp ging mit schnellerem Rückfall einher. Druck durch Reize kann nach dem Aufhören über Wochen bis Monate steigen. Langsam sinkender Druck in den ersten 14 Tagen hing mit Konsum noch Jahre später zusammen.

NICHT BELEGT

Die Einteilung in drei Felder ist eine Hilfe von DrugOff. Im echten Leben gehen sie ineinander über. Im Zweifel lieber einmal zu oft fragen.

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Blatt 10.2 · Wenn nichts Spaß macht
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 10 · Blatt 2 von 2
10.2

Wenn nichts Spaß macht

Freudlosigkeit in den ersten Monaten
Datum

Viele fühlen sich nach dem Aufhören erst einmal schlechter, mit weniger Freude und weniger Selbstwert. Das passt zu dem, was Studien zeigen, und heißt nicht, dass Aufhören falsch war. Freudlosigkeit ist aber auch ein Rückfall-Risiko. Deshalb lohnt es sich, früh gegenzusteuern.

A · Was dir früher Freude gemacht hat, ohne Stoff

Auch aus der Kindheit, auch Kleines.
WAS?WANN ZULETZT?FREUDE DAMALS (0–10)PROBIERE ICH DIESE WOCHE
ja, am
ja, am
ja, am
ja, am
ja, am

B · Probieren, auch wenn es sich leer anfühlt

Was ich mir für diese Woche vornehme
Freude erwartet (0–10) und wie viel es dann war
Erst runter, dann rauf In einer Befragung lagen Selbstwert und Glück in den ersten Monaten nach dem Aufhören niedriger, danach stiegen sie. Beim Rauchstopp stieg die Freudlosigkeit erst an und fiel dann wieder.
Ansprechen statt aushalten Wird es über Wochen nicht besser, sondern schlechter: Sag es deiner Betreuung oder in der Gruppe. Bei Gedanken, nicht mehr leben zu wollen: sofort jemandem sagen, Telefonseelsorge 0800 111 0 111, bei Gefahr 112.
Die eigentliche Frage
Was hat dir der Stoff an Freude gegeben, das du ohne ihn noch nicht gefunden hast?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Rauchstopp-Studie mit 1.175 Menschen (Cook u. a. 2015): Wer stärker freudlos war, wurde schneller rückfällig, auch wenn man die anderen Entzugszeichen herausrechnet. Selbstwert und Glück: Kelly u. a. 2018.

NICHT BELEGT

Kelly 2018 hat verschiedene Menschen einmal befragt und nicht dieselben über Jahre begleitet. Wie lange die Freudlosigkeit dauert, dafür gibt es keine belastbare Zahl. Der Rat, Dinge trotzdem zu tun, ist nicht eigens geprüft.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Modul 11 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 3 · Modul 11 · Woche 11
11
Modul 11 · Woche 11 · 60 Minuten

Die Nächte

Ziel der Stunde Jede Person führt ein Schlafprotokoll und plant ihr Abendfenster.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 11.1 · Die Nächte Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 11.2 · Dein Abendfenster Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Wer vor einer Alkoholbehandlung schlecht schlief, wurde danach doppelt so oft rückfällig.
  • Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit hilft und macht nicht abhängig. Benzos als Schlafmittel sind gerade jetzt gefährlich.
  • Das Verlangen war gegen 20 Uhr am höchsten. Pläne gehören auf den Abend.
Bremsen in der Wohngruppe Was die Gruppe selbst tun kann: feste Abendangebote, ansprechbare Person am Abend. Vorher im Team klären.
Frage für den Abschluss
„Was machst du heute Abend zwischen 19 und 21 Uhr?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 3 im Ordner arbeitsblaetter/phase-3-erste-wochen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 11.1 · Die Nächte
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 11 · Blatt 1 von 2
11.1

Die Nächte

Schlaf ist kein Nebenthema

Viele haben mit dem Stoff einschlafen können. Ohne ihn liegt man wach, und genau dann ist die Versuchung groß. Schlechter Schlaf in den ersten Monaten ist erwartbar. Er ist aber auch ein Rückfall-Risiko, und er lässt sich behandeln.

A · Eine Woche Nächte

Morgens kurz eintragen, geschätzt reicht. Bring das Blatt mit, wenn du über Schlaf redest.
Aussage MoDiMiDoFrSaSo
Ins Bett um (Uhrzeit)
Eingeschlafen nach (Minuten)
Wie oft wach?
Druck am Abend (0–10)
Wie erholt? (0–10)
Wenn ich nachts wach liege und der Druck kommt, dann …
Frag nach der richtigen Hilfe „Gibt es für mich eine Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit?“ Sie hilft deutlich und macht nicht abhängig. Schlaftabletten wie Benzos sind gerade jetzt gefährlich.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer vor einer Alkoholbehandlung schlecht schlief, wurde in den fünf Monaten danach zu 60 % rückfällig, sonst zu 30 %. Nach Alkohol brauchen Einschlafen und Schlafqualität etwa 5 bis 9 Monate. Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit verringerte sie deutlich, auch nach sechs Monaten noch.

NICHT BELEGT

Dass besserer Schlaf allein Rückfälle verhindert, wurde nicht gezeigt. Er hilft aber bei Stimmung und Lebensqualität. Die Zahlen stammen vor allem von Erwachsenen nach Alkohol.

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Blatt 11.2 · Dein Abendfenster
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 11 · Blatt 2 von 2
11.2

Dein Abendfenster

Die Stunden, in denen Vorsätze am schwersten halten
Datum

Morgens nimmt man sich leicht etwas vor. Schwer wird es abends. In einer kleinen Studie war das Verlangen nach Alkohol gegen 8 Uhr morgens am niedrigsten und gegen 20 Uhr am höchsten. Wer spät schläft, hat den Gipfel noch später.

A · Dein Abend, Stunde für Stunde

So, wie er bisher meistens war, und wie er werden soll.
UHRZEITBISHER MEISTENSDRUCK 0–10STATTDESSEN, MIT WEM?
17–18 Uhr
18–19 Uhr
19–20 Uhr
20–21 Uhr
21–22 Uhr
22–23 Uhr
danach

B · Bremsen einbauen

Kreuz an, was du diese Woche machst.
Liefer-Apps gelöscht oder gesperrt kein Vorrat im Zimmer Kontakt zum Besorgen gelöscht abends eine feste Sache (Training, Dienst, Anruf) feste Schlafenszeit Geld abends nicht in der Tasche
Die Bremse, die weggefallen ist Früher war „nichts mehr im Haus“ eine natürliche Bremse. Mit Lieferdiensten fällt sie weg: In einer Befragung bestellten 16 % der Online-Käufer nach, um weiterzutrinken. Bestellen, wenn man schon getrunken hat, heißt: Nicht mehr der Plan entscheidet, sondern das Verlangen.
Die eigentliche Frage
Welche Stunde am Abend ist bei dir die gefährlichste? Was passiert genau in dieser Stunde?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Tagesrhythmus des Verlangens: kleine Studien mit jungen Erwachsenen (36 Teilnehmende). Online-Kauf: Befragung von 2.173 Erwachsenen in Neuseeland während eines Lockdowns. Wer online kaufte, trank öfter in großen Mengen.

NICHT BELEGT

Die Studien betreffen Alkohol. Ob andere Stoffe denselben Tagesrhythmus haben, ist hier nicht geprüft. Die Bremsen sind Ideen aus der Praxis.

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Phase 4 · Suchtdruck

Phase 4 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 4 · Übersicht · Woche 12–15
Phase 4 · Aufhören · Woche 12–15

Suchtdruck

Vier Wochen, acht Blätter. Keine Noten und kein Test. Du lernst deinen Druck so kennen, wie er bei dir abläuft, und nicht so, wie er im Lehrbuch steht. Am Ende hast du einen Plan, der von dir kommt.

12
Woche 12 · Erkennen
Wo fängt es an?
Die Kette vor dem Konsum finden, von hinten nach vorn.
+ Blatt 12.2 · Stress und Langeweile
13
Woche 13 · Beobachten
Deine Welle, gemessen
Wie lange dein Druck dauert, misst du selbst. Niemand sonst weiß es.
+ Blatt 13.2 · Halbzeit
14
Woche 14 · Planen
Wenn …, dann …
Sätze, die fertig sind, bevor der Druck kommt.
+ Blatt 14.2 · Die Tage, die man kennt
15
Woche 15 · Mitnehmen
Deine Notfallkarte
Alles Wichtige auf einer Karte, die in jede Tasche passt.
+ Blatt 15.2 · Kopfkino

So arbeitest du damit

  • Nimm einen Bleistift. Durchstreichen und Neuschreiben gehören dazu.
  • Es gibt keine falschen Antworten. „Weiß ich nicht“ ist auch eine Antwort, und oft eine wichtige.
  • Du musst die Blätter niemandem zeigen. Wenn du in Beratung oder in einer Klinik bist, kannst du sie mitbringen. Dann redet ihr über deine Situation und nicht über eine allgemeine.
  • Blatt 14.1 baut auf 12.1 auf. Die anderen gehen auch einzeln.

Was hier steht, ist geprüft

Jedes Blatt sagt dir, wie gut seine Grundlage untersucht ist. Wenn es keine belastbare Zahl gibt, steht das da, statt einer Zahl, die nur gut klingt.

UNTERSUCHT In Studien geprüft, meist mit Grenzen. Die stehen dabei.
NICHT BELEGT Erfahrungswissen oder Merkhilfe, bisher nicht belastbar untersucht.

DrugOff ist keine Beratungsstelle. Diese Blätter ersetzen keine Behandlung, aber du kannst sie in eine Behandlung mitnehmen.

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Modul 12 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 4 · Modul 12 · Woche 12
12
Modul 12 · Woche 12 · 60 Minuten

Wo fängt es an?

Ziel der Stunde Jede Person hat eine Auslöser-Karte und für Stress und Langeweile je eine Handlung.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 12.1 · Wo fängt es an? Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 12.2 · Stress und Langeweile Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Suchtdruck läuft meist als Kette: Etwas passiert, ein Gefühl, Druck, Konsum. Je früher man sie erkennt, desto mehr Zeit bleibt.
  • Reize und Verlangen sagten Konsum vorher, oft am selben Tag (237 Studien).
  • Bei Stress und Langeweile reicht Vermeiden nicht. Es braucht etwas, das man stattdessen tut.
Gute Laune zählt auch Bei Jugendlichen kommt Druck oft in guter Stimmung unter Freunden. Danach fragen, nicht nur nach schlechten Tagen.
Frage für den Abschluss
„Welcher Auslöser war dir heute neu?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Tagebuch von Blatt 5.2
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 4 im Ordner arbeitsblaetter/phase-4-suchtdruck. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 12.1 · Wo fängt es an?
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 12 · Blatt 1 von 2
12.1

Wo fängt es an?

Deine Auslöser-Karte
Datum

Suchtdruck kommt selten aus dem Nichts. Meistens läuft eine Kette ab: Etwas passiert, du fühlst etwas, der Druck kommt, und dann konsumierst du. Je früher du die Kette erkennst, desto mehr Zeit bleibt dir.

A · Die letzte Situation, rückwärts

Fang rechts an. Das Ende ist meistens am klarsten.
Auslöser4
Was ist passiert? Wo warst du, wer war da?
›
Gefühl3
Was war kurz davor in dir los?
›
Druck2
Wie stark, 0 bis 10? Wo hast du ihn gespürt?
›
Konsum1
Was hast du genommen, oder fast? Wann?

B · Deine Karte

Was kommt öfter vor? Trag ein, was du kennst. Leer lassen ist erlaubt.
Gefühle
Langeweile, Wut, Einsamkeit, Angst, Stress, auch gute Laune
Menschen
Mit wem passiert es? Wer konsumiert in deiner Nähe?
Orte und Zeiten
Wo, wann, nach was? Nach Streit, am Wochenende, abends
Dinge
Was erinnert dich? Geruch, Musik, ein Chat, Geld in der Tasche
Ohne Anlass
Druck, der einfach kommt, zählt auch. Wann war das?
Die eigentliche Frage
Was gibt dir der Konsum in dem Moment, das du gerade sonst nicht bekommst?
Warum dieses Blatt UNTERSUCHT

Wer auf Orte, Gerüche, Bilder oder Menschen mit Verlangen reagiert, konsumiert danach eher, oft noch am selben Tag. Das zeigt eine Auswertung von 237 Studien mit über 51.000 Menschen (Vafaie und Kober, 2022). Auch Druck ohne erkennbaren Anlass sagt Konsum vorher. Darum gehört er mit auf die Karte.

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Blatt 12.2 · Stress und Langeweile
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 12 · Blatt 2 von 2
12.2

Stress und Langeweile

Zwei Gefühle, genauer angeschaut
Datum

Auf deiner Auslöser-Karte (Blatt 12.1) stehen Orte, Menschen und Gefühle. Zwei Gefühle kommen so oft vor, dass sie ein eigenes Blatt bekommen. Bei beiden reicht es nicht, ihnen aus dem Weg zu gehen. Du brauchst etwas, das du stattdessen tust.

A · Stress

Was stresst mich gerade am meisten?
Woran merke ich Stress im Körper? Bauch, Schultern, Herz, Schlaf …
Wie stark wird der Druck dann (0–10)?
Was ich stattdessen tue Bewegen, atmen, jemanden anrufen …

B · Langeweile

Wann ist mir am meisten langweilig? Tag, Uhrzeit, wo
Fühlt es sich eher an wie „nichts los“ oder wie „mir geht’s schlecht“?
Was ich in diese Zeit lege
Mit wem?
Und die gute Laune? Auch sehr gute Stimmung kann Druck auslösen, zum Beispiel aufgedreht unter Freunden. Wann war das bei dir zuletzt?
Die eigentliche Frage
Was kannst du schlechter aushalten: Stress oder Leere? Warum?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer bei der Erinnerung an eine belastende Situation starkes Verlangen und eine starke Stressreaktion zeigte, wurde nach der Behandlung schneller rückfällig (Sinha u. a. 2006, Kokain). Jugendliche, die sich häufig langweilen, konsumieren häufiger. Nach einer Alkoholbehandlung führte Langeweile über schlechte Gefühle zum Trinken.

NICHT BELEGT

Bei Langeweile ist offen, was Ursache und was Folge ist. Die Gegenmittel sind Vorschläge und nicht einzeln geprüft.

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Modul 13 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 4 · Modul 13 · Woche 13
13
Modul 13 · Woche 13 · 60 Minuten

Deine Welle

Ziel der Stunde Jede Person misst ihren Druck selbst und schaut zur Halbzeit auf die ersten 13 Wochen.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 13.1 · Deine Welle, gemessen Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 13.2 · Halbzeit Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Wie lange eine einzelne Druck-Welle dauert, dazu gibt es keine belastbare Zahl. Darum misst jede Person selbst.
  • Druck wahrnehmen, ohne gleich zu handeln, ist der Kern von „Urge Surfing“.
  • Halbzeit: Sinkt der Druck kaum, heißt das mehr Unterstützung, nicht weniger.
Halbzeit im Team Verläufe, die kaum besser werden, nach der Sitzung im Team besprechen und der Person ein Gespräch anbieten.
Frage für den Abschluss
„Was willst du in der zweiten Hälfte anders machen?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Verlaufsblatt, alle Wochen-Checks
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 4 im Ordner arbeitsblaetter/phase-4-suchtdruck. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 13.1 · Deine Welle, gemessen
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 13 · Blatt 1 von 2
13.1

Deine Welle, gemessen

Wie lange dauert Druck bei dir?

Überall liest man, wie lange Suchtdruck dauert: fünf Minuten, fünfzehn, zwanzig. Ehrlich gesagt gibt es dafür keine belastbare Zahl. Belegt ist nur, dass Druck steigt, schwankt und wieder sinkt, und dass er wiederkommt. Wie lange er bei dir dauert, kannst nur du herausfinden.

So geht’s Wenn Druck kommt, schreib alle fünf Minuten eine Zahl von 0 bis 10 auf, zum Beispiel ins Handy oder auf einen Zettel. Trag die Werte später hier ein: die erste Welle als Punkt ●, die zweite als Kreuz ×. Dann verbinde die Punkte.
109876543210
8–10Ich brauche jetzt Hilfe
4–7Es wird schwierig
1–3Es geht, aber es zieht
051015202530354045505560
Minuten, seit der Druck angefangen hat
Welle Tag, Uhrzeit Wo warst du? Höchster Wert, nach … Min. Unter 4 nach … Min. Was hast du in der Zeit gemacht?
●
×
Was fällt dir auf, wenn du beide Wellen vergleichst?
Warum dieses Blatt
NICHT BELEGT

Wie lange eine einzelne Druck-Welle dauert, dazu gibt es keine Studie mit belastbarer Zahl. Studien messen Verlangen in Zeitfenstern und nicht die Dauer einer Welle.

UNTERSUCHT

Druck wahrnehmen und aushalten, ohne gleich zu handeln, ist der Kern von „Urge Surfing“. In einer Studie mit 286 Menschen nach einer Suchtbehandlung hatten die, die das in einem Gruppenprogramm geübt hatten, nach zwölf Monaten weniger Tage mit Konsum als die mit üblicher Nachsorge (Bowen u. a., 2014). Untersucht wurde das ganze Programm, nicht dieses Blatt allein.

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Blatt 13.2 · Halbzeit
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 13 · Blatt 2 von 2
13.2

Halbzeit

13 Wochen geschafft. Was hat sich verändert?
Datum

Leg dein Verlaufsblatt und deine Wochen-Checks neben dieses Blatt. Heute schaust du zurück, bevor die zweite Hälfte beginnt. Ehrlich ist hier wichtiger als gut.

A · Was die Zahlen zeigen

Aus dem Verlauf, geschätzt reicht.
AussageWOCHE 1 BIS 3WOCHE 11 BIS 13WAS FÄLLT DIR AUF?
Mein Ziel (Blatt 1.1)
Druck im Schnitt
Stimmung im Schnitt
Schlaf
Vorhaben geschafft

B · Was ich behalte, was ich ändere

Behalten Was hat geholfen?
Weglassen Was hat nichts gebracht?
Neu ausprobieren Was fehlt noch?
Für die zweite Hälfte brauche ich von der Gruppe oder der Betreuung:
Wenn der Druck kaum sinkt In einer Studie sank der Druck in den ersten zwei Behandlungswochen im Schnitt. Bei denen, die Jahre später wieder konsumierten, sank er langsamer. Das ist kein Urteil, sondern eine Information: Dann braucht es eher mehr Unterstützung, nicht weniger.
Die eigentliche Frage
Was hättest du in Woche 1 nicht geglaubt, das heute stimmt?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Baillet u. a. 2024: Suchtdruck in den ersten 14 Behandlungstagen mehrmals täglich erfasst, danach fünf Jahre und länger beobachtet. Wer wieder konsumierte, dessen Druck war langsamer gesunken.

NICHT BELEGT

Dass ein Zwischenblick nach 13 Wochen hilft, ist nicht eigens untersucht. Dass bei langsam sinkendem Druck mehr Unterstützung hilft, ist eine Folgerung und nicht belegt.

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Modul 14 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 4 · Modul 14 · Woche 14
14
Modul 14 · Woche 14 · 60 Minuten

Wenn …, dann …

Ziel der Stunde Jede Person hat vier Wenn-dann-Sätze und kennt ihre riskanten Tage der nächsten Wochen.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
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20 MIN Blatt 14.1 · Wenn …, dann … Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 14.2 · Die Tage, die man kennt Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Ein Plan nennt eine echte Situation und eine Handlung, die man sehen kann. Ein Wunsch reicht nicht.
  • Wenn-dann-Pläne wirkten vor allem im ersten Monat. Darum werden sie ab Woche 18 alle vier Wochen erneuert.
  • Rückfälle kündigen sich an: Wochenende, Feiertage, Geld, Ausnahmezeiten.
Check-Tag eintragen Den Termin für die erste Erneuerung (Woche 18) gemeinsam festhalten.
Frage für den Abschluss
„Welcher Satz ist dein wichtigster?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Auslöser-Karte von Blatt 12.1
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Blatt 14.1 · Wenn …, dann …
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 14 · Blatt 1 von 2
14.1

Wenn …, dann …

Dein Plan, bevor der Druck kommt
Datum

Wenn der Druck da ist, fällt dir schwer, dir etwas Neues auszudenken. Ein Satz, der vorher fertig ist, muss dann nur noch ausgeführt werden.

Das ist ein Plan
„Wenn mir jemand ein Bier anbietet, dann bestelle ich eine Cola.“
Eine echte Situation und eine Handlung, die man sehen kann.
Das ist ein Wunsch
„Wenn ich Druck habe, dann bin ich stark.“
Keine Situation, keine Handlung. Wenn es ernst wird, weißt du damit nicht, was du tun sollst.

Deine Sätze

Die Wenn-Teile holst du dir von deiner Karte (Blatt 12.1).
Aussage Wenn … dann … Nach 4 Wochen
1
hältteilsnein
2
hältteilsnein
3
hältteilsnein
4
hältteilsnein
Nach vier Wochen neu schreiben
Solche Pläne wirken im ersten Monat am deutlichsten. Danach ist kaum noch etwas messbar. Was hält, bleibt. Was nicht hält, schreibst du neu. Das ist kein Scheitern, so funktioniert die Methode.
Mein Check-Tag
Wo ein Satz nicht reicht
Die Pläne senkten, wie viel insgesamt getrunken wurde, aber nicht die Abende mit Rausch. Für Partys und Abende, die kippen, brauchst du mehr als einen Satz: mit wem du hingehst, wann du gehst und wie du nach Hause kommst.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In einer Auswertung vieler Studien senkten Wenn-dann-Pläne den Alkoholkonsum klein, aber messbar. Im ersten Monat war der Effekt deutlich, danach kaum noch nachweisbar (Cooke u. a., 2023). Eine zweite Auswertung von 21 Studien fand ähnlich kleine Effekte bei Alkohol und beim Rauchen. Untersucht wurden vor allem diese beiden.

NICHT BELEGT

Dass es hilft, die Pläne nach vier Wochen zu erneuern, folgt aus diesen Daten. Eigens untersucht wurde es nicht.

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Blatt 14.2 · Die Tage, die man kennt
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 14 · Blatt 2 von 2
14.2

Die Tage, die man kennt

Riskante Tage vorhersehen, statt auf sie zu hoffen
Datum

Rückfälle kommen selten aus dem Nichts. Manche Tage sind riskanter, und viele davon stehen schon im Kalender. Wer sie kennt, kann vorher einen Satz von Blatt 14.1 dafür schreiben.

Wochenende, FeiertageTrinken stieg am Wochenende und an Feiertagen deutlich. Im Jahr lag der Höchststand im Dezember.
GeldIn Wochen mit Auszahlung von Sozialleistungen gab es 40 % mehr Überdosis-Tote (Kanada). Wer mehr als 10 € pro Woche ausgab, trank öfter Rauschmengen (Italien).
AusnahmezeitenZu Hause nahmen 2,9 % der Ecstasy-Konsumierenden an fünf oder mehr Tagen pro Woche Ecstasy, im Urlaub auf Ibiza 42,6 %.

A · Dein Kalender für die nächsten acht Wochen

Wochenenden, Geburtstage, Geld, Heimfahrt, Feste, Jahrestage …
WANN?WAS IST DA?RISIKOMEIN WENN-DANN-SATZ DAFÜR
klein mittel
groß
klein mittel
groß
klein mittel
groß
klein mittel
groß
klein mittel
groß
klein mittel
groß
Eine Idee für Geld-Tage Manche legen Geld an solchen Tagen bewusst weg oder lassen jemanden mit aufs Konto schauen. Das ist eine Idee aus der Praxis, nicht geprüft.
Die eigentliche Frage
Welcher Tag im nächsten Monat macht dir am meisten Sorgen? Wem hast du das schon gesagt?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wochenende, Feiertage, Dezember: zwölf Monate Alltagsmessung bei 670 Menschen mit Alkoholstörung. Ausrutscher ließen sich aus kurzen Tagesabfragen bis zu zwei Wochen vorher gut vorhersagen. Zahltag: Otterstatter u. a. 2016. Urlaub: Befragung junger Brit:innen um 2000.

NICHT BELEGT

Die Zahlen zum Zahltag stammen aus Kanada, die zum Urlaub aus Ibiza um 2000. Für Jugendliche in Deutschland sind sie übertragen.

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Modul 15 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 4 · Modul 15 · Woche 15
15
Modul 15 · Woche 15 · 60 Minuten

Deine Notfallkarte

Ziel der Stunde Jede Person hat eine Notfallkarte in der Tasche und kennt ihre Erlaubnis-Sätze.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 15.1 · Deine Notfallkarte Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 15.2 · Kopfkino Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • HALT ist eine Merkhilfe aus der Selbsthilfe und als Ganzes nicht geprüft. Einzelne Teile sind belegt.
  • Wer bei Behandlungsende immer wieder über das Trinken nachdachte, wurde eher rückfällig.
  • Erlaubnis-Sätze kommen genau dann, wenn man sich etwas vorgenommen hat.
Was andere sehen Die Karte verrät nichts, was andere nicht lesen dürfen. Ein Foto als Sperrbildschirm sieht jeder.
Frage für den Abschluss
„Wo trägst du deine Karte ab heute?“
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Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 15.1 · Deine Notfallkarte
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 15 · Blatt 1 von 2
15.1

Deine Notfallkarte

Deine Starthilfe aus 1.1 und alles aus 12.1 bis 14.1 auf einer Karte
Ausschneiden, in der Mitte falten, Schrift nach außen
Wenn es kommt
1 · Kurz prüfen. Bin ich …
Hhungrig
Aärgerlich
Lallein
Ttodmüde
Dann das zuerst: essen, Wut rauslassen, jemanden anrufen, schlafen.
2 · Mein erster Satz: dann …
3 · Zahl von 0 bis 10
Ab 8: nicht allein bleiben. Umdrehen, anrufen.
Mein Grund
Diese Person rufe ich an
Name
Nummer
Wenn niemand rangeht
0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Telefonseelsorge, Tag und Nacht, kostenlos
krisenchat.de · Chat, Tag und Nacht
116 111 · Mo–Sa 14–20 Uhr
Notfall: 112
Trag sie da, wo du sie wirklich hast
In der Handyhülle oder im Portemonnaie. Eine Karte in der Schublade hilft im Moment nicht. Den Satz in Feld 2 nimmst du aus deinem Plan auf Blatt 14.1.
Wer sieht deine Karte?
Ein Foto als Sperrbildschirm sieht jeder, der dein Handy in die Hand nimmt. „Wenn es kommt“ verrät niemandem, worum es geht. Schreib nur drauf, was andere lesen dürfen.
Warum diese Karte
NICHT BELEGT

HALT kommt aus der Selbsthilfe (englisch: hungry, angry, lonely, tired). Als Ganzes wurde es nie gegen Rückfall getestet. Es ist eine Merkhilfe. Die Grenze bei 8 ist eine Orientierung von DrugOff und keine klinische Einteilung.

UNTERSUCHT

Einzelne Teile sind belegt. Belastende Gefühle wie Wut gehören zu den häufigsten Rückfall-Situationen, und Schlafprobleme nach dem Aufhören sind gut beschrieben. Zu Einsamkeit sind die Studien uneinheitlich. Zu Hunger wurde keine Studie zu Sucht gefunden.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 15.2 · Kopfkino
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 4 · Modul 15 · Blatt 2 von 2
15.2

Kopfkino

Wenn du dir den Konsum ausmalst
Datum

Ein Rückfall beginnt oft als Tagtraum, nicht als Entscheidung. Man plant nichts, man malt sich nur aus, wie es schmeckt und wie der Abend wird. Anders als Druck, der einfach kommt, ist das Ausmalen etwas, das du tust. Darum kannst du üben, es zu unterbrechen.

A · Dein Film

Welche Bilder kommen?
Welche Sätze sagst du dir?
Wann läuft der Film meistens?

B · Erlaubnis-Sätze

Kreuz an, was du kennst.
„Hab ich mir verdient.“ „Einer schadet nicht.“ „Wird schon nicht so schlimm.“ „Heute ist eine Ausnahme.“ „Merkt eh keiner.“ „Ab Montag dann wirklich.“ eigener:
Wann sie am lautesten sind In einer Fragebogen-Studie waren solche Sätze gerade bei denen stärker, die weniger machen wollten. Sie kommen also genau dann, wenn du dir etwas vorgenommen hast. Wer seinen Satz vorher kennt, erkennt ihn wieder.

C · Wenn der Film anfängt, dann …

Kreis ein, was du probierst, und ergänz eigenes.
aufstehen und den Ort wechseln jemandem schreiben die Welle messen (Blatt 13.1) den Film zu Ende denken: der Tag danach (Blatt 19.1) laut sagen: „Das ist Kopfkino.“
Die eigentliche Frage
Welcher Erlaubnis-Satz ist bei dir der lauteste? Wessen Stimme ist das?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer bei Behandlungsende immer wieder über das Trinken nachdachte, wurde in den drei Monaten danach eher rückfällig, auch wenn man die Schwere der Abhängigkeit herausrechnet (135 Menschen, Martino u. a. 2019). Im Labor schenkten sich Menschen mit mehr Kopfkino mehr ein.

NICHT BELEGT

Dass man das Ausmalen durch Üben unterbrechen kann, ist eine Folgerung und nicht eigens geprüft. Ob Erlaubnis-Sätze bei Alkohol und Drogen einen Rückfall vorhersagen, ist nicht untersucht.

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Phase 5 · Rückfall verstehen

Phase 5 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 5 · Übersicht · Woche 16–19
Phase 5 · Dranbleiben · Woche 16–19

Rückfall verstehen

Ein Rückfall beweist nicht, dass du es nicht kannst. Er ist etwas, das passiert ist, und man kann ihn auseinandernehmen. Mit diesen vier Modulen siehst du den nächsten früher kommen und kommst nach einem Ausrutscher schneller wieder raus.

Das Wichtigste vorweg

Nach einer Pause verträgt dein Körper weniger. Nimmst du dann die alte Menge, kann das eine Überdosis sein, auch wenn sie früher „normal“ war. Wenn es passiert: weniger als früher, nicht allein, nichts mischen.

Am besten belegt ist das bei Opioiden wie Heroin oder Tilidin: In den ersten zwei Wochen nach einer Haftentlassung war das Risiko, an Drogen zu sterben, 3- bis 8-mal so hoch wie danach (Merrall u. a., 2010). Bei Alkohol und Benzos ist dasselbe wahrscheinlich, aber nicht in Zahlen belegt.

16
Woche 16 · Bemerken
Bevor es passiert
Warnzeichen, die schon Tage vorher kommen.
+ Blatt 16.2 · Wenn du seltener kommst
17
Woche 17 · Zurückverfolgen
Der Weg dahin
Die kleinen Entscheidungen, die einzeln harmlos aussehen.
+ Blatt 17.2 · Das Wochenende zu Hause
18
Woche 18 · Auffangen
Danach
Damit aus einem Ausrutscher kein Absturz wird.
+ Wenn-dann-Sätze erneuern
19
Woche 19 · Vorbereiten
Die gute Party
Warum es oft gerade dann passiert, wenn es schön ist.
+ Blatt 19.2 · Nein sagen, geübt

Du bist damit nicht allein

In einer Studie wurden zwei Drittel der Jugendlichen in den sechs Monaten nach einer Behandlung wieder rückfällig. Im Mittel passierte das nach 54 Tagen (Cornelius u. a., 2003).

Das heißt nicht, dass Behandlung nichts bringt. Es heißt, dass die ersten zwei Monate einen Plan brauchen.

So arbeitest du damit

  • Du brauchst keinen Rückfall, um anzufangen. Ein Abend, an dem es knapp war, reicht.
  • Blatt 16.1 kannst du jede Woche neu ausfüllen und vergleichen.
  • Was du auf 17.1 findest, wird auf Blatt 14.1 zu einem Wenn-dann-Satz.
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Modul 16 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 5 · Modul 16 · Woche 16
16
Modul 16 · Woche 16 · 60 Minuten

Bevor es passiert

Ziel der Stunde Jede Person kennt ihre Warnzeichen und hat eine Abmachung für den Fall, dass sie sich zurückzieht.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 16.1 · Bevor es passiert Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 16.2 · Wenn du seltener kommst Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Ein Rückfall beginnt meist vor dem Konsum. Warnzeichen lagen in einer kleinen Studie meist ein bis acht Tage davor.
  • Seltener hingehen ist ein stilles Warnzeichen, das andere sehen.
  • Junge Menschen bleiben schneller weg. Eine Gruppe, in der man sich nicht fremd fühlt, hält eher.
Abmachungen ernst nehmen Wer eine Abmachung mit euch trifft, verlässt sich darauf. Nur zusagen, was ihr einhalten könnt.
Frage für den Abschluss
„Wer darf dich ansprechen, wenn du dich zurückziehst?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 5 im Ordner arbeitsblaetter/phase-5-rueckfall. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 16.1 · Bevor es passiert
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 5 · Modul 16 · Blatt 1 von 2
16.1

Bevor es passiert

Warnzeichen, die du an dir sehen kannst
Woche vom

Ein Rückfall fängt selten mit dem Konsum an. Vorher ändert sich meistens etwas: wie du schläfst, mit wem du schreibst, was du absagst. Wer das bemerkt, hat noch Zeit.

A · Drei Stufen, als Landkarte

1 · Gefühl
Du denkst nicht an Konsum, aber sorgst schlecht für dich: wenig Schlaf, Rückzug, Termine fallen aus.
Bei mir sieht das so aus:
›
2 · Gedanken
Ein Teil will, ein Teil nicht. Du denkst an früher, spielst Gelegenheiten durch, planst „nur einmal“.
Bei mir sieht das so aus:
›
3 · Konsum
Erst jetzt passiert, was man „Rückfall“ nennt. Je früher du merkst, wo du stehst, desto leichter ist Umkehren.

B · Selbst-Check: Wo stehst du diese Woche?

Keine Punkte, kein Test.
Aussage nie manchmal oft
Ich schlafe schlechter und schiebe das weg.
Ich sage Termine ab: Beratung, Gruppe, Therapie, Freunde.
Ich bin gereizt und will „einfach meine Ruhe“.
Ich denke öfter an „die guten Zeiten“ mit dem Stoff.
Ich treffe kleine Entscheidungen, die mich näher ranbringen.
Ich rede mir ein: „Ich hab’s jetzt im Griff, einmal geht.“
Ich erzähle niemandem mehr, wie es mir wirklich geht.
Kreuzt du mehrmals „oft“ an, ist das der Moment, in dem ein Gespräch am meisten bringt. Warte nicht, bis du konsumiert hast. Dann rede ich mit
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Aus Gesprächen mit Menschen nach einem Rückfall entstand ein Fragebogen mit 28 Warnzeichen. Ein hoher Wert sagte einen Rückfall in den folgenden zwei Monaten verlässlich vorher, auch bei jungen Erwachsenen (Miller und Harris, 2000). In einer kleinen Studie mit Erwachsenen lagen solche Signale meist 1 bis 8 Tage vor dem Konsum.

NICHT BELEGT

Die drei Stufen sind ein Modell aus der Praxis (Melemis, 2015). Dass Rückfälle immer in dieser Reihenfolge ablaufen, ist nicht untersucht. Die Liste in B ist eine Kurzfassung und nicht der geprüfte Fragebogen.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 16.2 · Wenn du seltener kommst
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 5 · Modul 16 · Blatt 2 von 2
16.2

Wenn du seltener kommst

Stille Warnzeichen, die andere sehen
Datum

Bevor jemand wieder konsumiert, wird oft etwas leiser. Man sagt Termine ab, kommt seltener, meldet sich weniger. Von außen sieht das niemand als Rückfall. Oft ist es aber vor dem ersten Konsum zu sehen.

A · Deine Zeichen fürs Ausdünnen

Kreuz an, was du bei dir kennst.
AussageKENNE ICHSAGEN ANDERE
Ich sage Termine ab, weil „diese Woche keine Zeit“ ist.
Ich finde, die Gruppe brauche ich nicht mehr.
Ich antworte später auf Nachrichten oder gar nicht.
Ich bin mehr in meinem Zimmer oder unterwegs, ohne zu sagen, wo.
Ich erzähle in der Runde weniger als früher.
Eigenes:

B · Unsere Abmachung

Mit einer Person aus Gruppe oder Betreuung
Wenn ich (zum Beispiel zweimal fehle oder mich nicht melde),
darf mich darauf ansprechen.
Am liebsten so:
Bitte nicht so:
Unterschrift ich   Unterschrift du
Junge Menschen bleiben weg In einer US-Studie gingen junge Erwachsene halb so oft zu Selbsthilfegruppen wie Ältere, und ihre Teilnahme ließ schneller nach.
Ohne Anschluss Nach einer Entgiftung war fehlender Übergang in eine weitere Behandlung einer der wichtigsten Vorhersager dafür, wieder in die Klinik zu kommen.
Die eigentliche Frage
Wenn du dich zurückziehst: Wovor schützt du dich dann?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer nicht mehr zu Selbsthilfegruppen ging, hatte in einer US-Langzeitbefragung seltener Abstinenz und mehr Tage mit starkem Trinken. Nach einer Klinikbehandlung wegen Alkoholentzug kamen 44 % binnen eines Jahres wieder (Meta-Analyse).

NICHT BELEGT

Andere Faktoren sind dabei nicht herausgerechnet. Wer seltener hingeht, dem kann es auch schon schlechter gehen. Die Abmachung ist eine Vorlage von DrugOff.

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Modul 17 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 5 · Modul 17 · Woche 17
17
Modul 17 · Woche 17 · 60 Minuten

Der Weg dahin

Ziel der Stunde Jede Person findet ihre Abzweigungen und plant die nächste Heimfahrt.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 17.1 · Der Weg dahin Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 17.2 · Das Wochenende zu Hause Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Scheinbar unwichtige Entscheidungen führen an einen Punkt, an dem Nein-Sagen kaum noch geht.
  • Heimfahrt ist ein Test unter echten Bedingungen. Wer begleitete Heimfahrten hatte, wurde seltener rückfällig (eine Studie, Ursache offen).
  • Was bei der Heimfahrt schwer war, gehört in die nächste Sitzung.
Toleranz Vor jeder Heimfahrt erinnern: nach Wochen ohne verträgt der Körper weniger.
Frage für den Abschluss
„Was ist die riskanteste Stelle deiner nächsten Heimfahrt?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 5 im Ordner arbeitsblaetter/phase-5-rueckfall. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 17.1 · Der Weg dahin
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 5 · Modul 17 · Blatt 1 von 2
17.1

Der Weg dahin

Die kleinen Entscheidungen davor
Datum

Einzeln sieht jede dieser Entscheidungen harmlos aus. Zusammen führen sie an einen Punkt, an dem Nein-Sagen kaum noch geht. Nimm einen Rückfall oder einen Abend, an dem es knapp war, und geh den Weg noch einmal ab.

Zum Beispiel: Umweg an der Tankstelle vorbei alten Kontakt nicht gelöscht „nur kurz“ zur Party Geld abgehoben, ohne es zu brauchen
Was ich entschieden habeHier hätte ich abbiegen können zu …
Start: Wann war noch alles okay?
—
1
Entscheidung 1
Abzweigung
2
Entscheidung 2
Abzweigung
3
Entscheidung 3
Abzweigung
Der Punkt, an dem es kaum noch ging: Wo warst du, mit wem?
Welche Entscheidung kommt bei dir öfter vor?
Weiter auf Blatt 14.1
Mach aus der wichtigsten Abzweigung einen Satz: „Wenn ich merke, dass ich …, dann …“
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

„Scheinbar unwichtige Entscheidungen“ sind ein Teil des Rückfallmodells von Marlatt. In der Rückfallvorbeugung arbeitet man überall mit diesem Begriff.

NICHT BELEGT

Ob es besser wirkt, gezielt auf diese Entscheidungen zu achten, als andere Verhaltenstherapie, wurde nicht untersucht.

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Blatt 17.2 · Das Wochenende zu Hause
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 5 · Modul 17 · Blatt 2 von 2
17.2

Das Wochenende zu Hause

Heimfahrt als Übungsfeld
Datum

Bei einer Heimfahrt ist alles wieder da: die alten Wege, die alten Leute, der alte Kühlschrank. Das ist ein Risiko und eine Chance zugleich. Es ist ein Test unter echten Bedingungen, und danach kannst du darüber reden.

A · Vorher

Vor der nächsten Heimfahrt ausfüllen.
Wohin, wie lange?
Wen will ich treffen, wen lieber nicht?
Die riskanteste Stelle Ort, Uhrzeit, Person
Mein Wenn-dann-Satz dafür aus Blatt 14.1 oder neu
Wen rufe ich bei Druck an? Name und Nummer
Wie komme ich weg, wenn es kippt?

B · Danach

In der Sitzung nach der Heimfahrt.
Was war leichter als gedacht?
Was war schwer?
Druck am höchsten: ___ von 10. Wann, wo?
Was nehme ich in die nächste Sitzung mit?
Ein Ausrutscher ist eine Information Er beweist nicht, dass alles umsonst war. Wichtig ist, danach darüber zu reden (Blatt 18.1).
Nach Wochen ohne Dein Körper verträgt weniger als früher. Nicht die alte Menge, nicht allein, nichts mischen (Blatt 9.2).
Die eigentliche Frage
Auf wen freust du dich bei der Heimfahrt, und vor wem hast du Angst? Warum?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer während einer stationären Suchtbehandlung begleitete Heimfahrten hatte, wurde nach der Entlassung seltener rückfällig, 25 % statt 50 % (eine rückblickende Studie aus Katar). Mehr Heimfahrten gingen mit weniger Rückfällen einher.

NICHT BELEGT

Heimfahrten bekommt meist, wem es schon besser geht. Ursache und Auswahl lassen sich nicht trennen. Die Studie stammt aus einer Pflicht-Reha und ist nicht direkt übertragbar.

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Modul 18 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 5 · Modul 18 · Woche 18
18
Modul 18 · Woche 18 · 60 Minuten

Danach

Ziel der Stunde Jede Person weiß, was nach einem Ausrutscher zu tun ist, und hat ihre Wenn-dann-Sätze erneuert.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 18.1 · Danach Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Programm: Wenn-dann-Sätze erneuern Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Scham („ich bin schlecht“) sagte weitere Rückfälle vorher, Schuld („ich habe etwas getan“) nicht. Über die Situation reden, nicht über den Charakter.
  • Das erste Glas macht Lust auf mehr. Darum zählen die nächsten 24 Stunden.
  • Erste Erneuerung der Wenn-dann-Sätze: behalten, umschreiben, streichen.
Rückfall in der Gruppe Kein Ausschluss wegen eines Rückfalls. Toleranz und Sicherheit zuerst (Leitfaden 3).
Frage für den Abschluss
„Was würdest du nach einem Ausrutscher als Erstes tun?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Wenn-dann-Sätze von Blatt 14.1
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 5 im Ordner arbeitsblaetter/phase-5-rueckfall. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 18.1 · Danach
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 5 · Modul 18 · Blatt 1 von 2
18.1

Danach

Damit aus einem Ausrutscher kein Absturz wird
Zuerst Nach einer Pause verträgt dein Körper weniger als früher. Nicht die alte Menge, nicht allein, nichts mischen. Ist jemand nicht mehr ansprechbar oder atmet kaum: sofort 112.

A · Ein Ereignis, kein Urteil über dich

Scham sagt: „Ich bin schlecht.“ Schuld sagt: „Ich habe etwas getan, das ich nicht wollte.“ Das klingt ähnlich, wirkt aber verschieden. Wer nach dem Trinken vor allem Scham zeigte, wurde danach öfter und schwerer rückfällig. Bei Schuld war das nicht so. Schreib deine Sätze um, von dir als Person auf das, was passiert ist.

WAS DEIN KOPF SAGT UMGESCHRIEBEN AUF DAS, WAS PASSIERT IST
„Ich schaff das eh nie.“ „Am Samstag habe ich gekifft, nachdem ich die alten Leute getroffen hatte.“

B · Die nächsten 24 Stunden

Das erste Mal macht Lust auf mehr. Handle sofort.
Wem ich heute noch schreibe
Wohin ich gehe, weg vom Stoff
Was ich wegwerfe oder lösche
Die eigentliche Frage
Was müsste passieren, damit du nach einem Ausrutscher jemandem davon erzählst, statt ihn zu verstecken?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Scham sagte Rückfall vorher, Schuld nicht (Randles und Tracy, 2013; 105 Menschen kurz nach dem Aufhören). Ein erstes Glas steigerte im Labor Verlangen und Weitertrinken (Halsall u. a., 2022; 39 Studien, meist mit nicht abhängigen Trinkenden). Die Gefahr nach einer Pause ist bei Opioiden am besten belegt (Merrall u. a., 2010).

NICHT BELEGT

Dass „jetzt ist eh alles egal“ aus einem Ausrutscher einen Rückfall macht, ist nur teilweise bestätigt, die Studien widersprechen sich. Dass sofortiges Handeln hilft, ist eine Folgerung und nicht eigens untersucht.

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Modul 18 · Wenn-dann-Sätze erneuern
DrugOff · Arbeitsblatt Programm · alle vier Wochen ab Woche 18
↻

Wenn-dann-Sätze erneuern

Behalten, umschreiben, neu
Datum
Woche 18 22 26 andere:

Wenn-dann-Pläne wirkten im ersten Monat am deutlichsten. Danach war kaum noch etwas messbar. Deshalb prüfst du deine Sätze von Blatt 14.1 alle vier Wochen: Was hält, bleibt. Was nicht hält, schreibst du neu. Das ist kein Scheitern, so funktioniert die Methode.

A · Deine bisherigen Sätze

MEIN SATZKAM DIE SITUATION VOR?HAB ICH ES GEMACHT?UND JETZT?
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
B · Was ist neu in deinem Leben? Neue Leute, Orte, Termine, Heimfahrten, Feste, Geld. Was davon könnte riskant werden?

C · Deine neuen Sätze

Eine echte Situation und eine Handlung, die man sehen kann
Wenndann
Wenndann
Wenndann
Nicht vergessen Neue Sätze auch auf die Notfallkarte (Blatt 15.1). Die Sätze senkten die Menge, aber nicht die Abende mit Rausch. Für Partys brauchst du zusätzlich einen Plan (Blatt 19.1).
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In einer Auswertung vieler Studien senkten Wenn-dann-Pläne den Alkoholkonsum klein, aber messbar. Im ersten Monat war der Effekt am deutlichsten, danach kaum noch nachweisbar (Cooke u. a. 2023).

NICHT BELEGT

Dass man die Sätze alle vier Wochen erneuern sollte, folgert DrugOff daraus. Als Takt ist das nicht geprüft.

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Modul 19 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 5 · Modul 19 · Woche 19
19
Modul 19 · Woche 19 · 60 Minuten

Die gute Party

Ziel der Stunde Jede Person hat ihre gute Party durchgespielt und das Nein-Sagen geübt.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 19.1 · Die gute Party Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 19.2 · Nein sagen, geübt Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Bei Jugendlichen gehörten 59 % der ersten Rückfälle zu guten Situationen mit anderen.
  • Das Gedächtnis färbt schön: Unangenehmes verblasst schneller. Darum den Rest jetzt aufschreiben.
  • Ablehnen ist übbar. Im Schulprogramm half Üben noch Jahre später.
Rollenspiel Niemand muss vorspielen. Wer nicht will, beobachtet. Keine echten Namen aus der Szene im Spiel.
Frage für den Abschluss
„Welchen Satz sagst du beim nächsten Angebot?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 5 im Ordner arbeitsblaetter/phase-5-rueckfall. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 19.1 · Die gute Party
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 5 · Modul 19 · Blatt 1 von 2
19.1

Die gute Party

und das Gedächtnis, das schönfärbt

Bei Jugendlichen passiert der erste Rückfall oft nicht an einem schlechten Tag, sondern wenn es gerade schön ist: gute Laune, Leute von früher, jemand bietet was an. Später spielen eher Streit und schlechte Gefühle die größere Rolle. Dein Plan muss beides kennen.

A · Deine gute Party, vorher durchgespielt

Mit wem?
Wo und wann?
Wie wird angeboten?
Mein Satz, wenn es gerade lustig ist
Mein Ausweg: Wie komme ich weg, wer holt mich?

B · Wie es wirklich war

Nach ein paar Wochen erinnert man vor allem den guten Teil. Der Kater, die Scham, der Streit verblassen schneller. Schreib den Rest jetzt auf, solange er frisch ist. Lies ihn, wenn du dir sagst: „So schlimm war es doch nicht.“

Zum Aufheben geschrieben am
Was ist passiert, das ich nicht noch mal will?
Wie ging es mir am Tag danach?
Was hat es mich gekostet? Geld, Leute, Vertrauen, Schule
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In einer Langzeitstudie mit Jugendlichen gehörten 59 % der ersten Rückfälle zu guten Situationen mit anderen. Bei späteren Rückfällen waren 57 % belastende Situationen wie Streit oder schlechte Gefühle. Unangenehme Gefühle verblassen in der Erinnerung schneller als angenehme, bei viel Trinkenden besonders bei Erlebnissen mit Alkohol (Gibbons u. a., 2013).

NICHT BELEGT

Dass Aufschreiben gegen das Schönfärben hilft und ein vorher zurechtgelegter Satz auf der Party trägt, folgt aus diesen Befunden. Eigens untersucht wurde beides nicht.

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Blatt 19.2 · Nein sagen, geübt
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 5 · Modul 19 · Blatt 2 von 2
19.2

Nein sagen, geübt

Ein Satz, den du schon einmal gesagt hast
Datum

Nein sagen, ohne komisch zu wirken, ist schwer. Das geht den meisten so und ist keine Schwäche. Man kann es üben. Bei Jugendlichen kommt der erste Rückfall oft über die Gruppe und in guter Stimmung (Blatt 19.1).

A · Deine Sätze

Zum Beispiel: „Ich fahr noch.“ · „Ich bin raus, hab morgen was.“ · „Nee, lass mal.“
WENN …SAGE ICH …UND MACHE …
jemand dir direkt etwas anbietet
jemand sagt: „Stell dich nicht so an.“
alle mitmachen und dich anschauen
jemand, den du magst, zum dritten Mal fragt
eigene Situation:

B · Zu dritt üben

A bietet an, B sagt Nein, C beobachtet. Dann tauscht ihr.
AussageJATEILSNEIN
Kurz und klar gesagt?
Blick gehalten?
Nicht lange gerechtfertigt?
Thema gewechselt oder gegangen?
Wie sicher war ich (0–10)?vorher nachher
Die eigentliche Frage
Bei wem fällt dir Nein am schwersten? Was befürchtest du, wenn du es sagst?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Jugendliche, die in einem Schulprogramm Lebenskompetenzen und Ablehnen geübt hatten, nahmen als junge Erwachsene seltener illegale Drogen (Botvin, LifeSkills Training). Wer sozial unsicherer war, traute sich Ablehnen weniger zu und trank mehr.

NICHT BELEGT

Das Schulprogramm hat mehr geübt als nur Nein sagen. Die Beispielsätze und Beobachtungspunkte sind Vorschläge von DrugOff.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Phase 6 · Was schützt

Phase 6 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 6 · Übersicht · Woche 20–22
Phase 6 · Dranbleiben · Woche 20–22

Was schützt

Nach so vielen Wochen über Risiken geht es jetzt um das Gegenteil: Was trägt dich? Statt zu zählen, was fehlt, schreibst du auf, was du hast, und stärkst gezielt, was noch schwach ist.

20
Woche 20 · Menschen
Deine Menschen
Wer ist nah, wer nüchtern, wer weiß Bescheid?
+ Blatt 20.2 · Niemand, der mich versteht
21
Woche 21 · Alltag
Deine vier Stützen
Was Menschen gemeinsam hatten, die es über Jahre geschafft haben.
+ Blatt 21.2 · Was du schon hast
22
Woche 22 · Selbstbild
Wer du jetzt bist
Was an die Stelle tritt, und wem du helfen kannst.
+ Wenn-dann-Sätze erneuern

Was fast allem Schützenden gemeinsam ist

Andere Menschen, die Bescheid wissen: Freunde, Familie, Gruppe, Betreuende.
Etwas, das länger dauert als die gefährlichste Zeit: Nachsorge über die ersten 90 Tage hinaus.
Ein Plan für die bekannten Stellen: Auslöser, Schlaf, die Tage nach einer Entlassung, der Moment nach einem Ausrutscher.
Umgekehrt zieht sich Alleinsein durch fast alle Risikomuster. Diese Zusammenfassung stammt von DrugOff und ist keine eigene Studie.
2 So viele ernsthafte Anläufe brauchten Menschen im Median, bis ihr Problem gelöst war. Das ergab eine große Befragung in den USA. Ein gescheiterter Versuch beweist also nicht, dass es nicht geht. Für die Hälfte war schon der zweite der letzte.
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Modul 20 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 6 · Modul 20 · Woche 20
20
Modul 20 · Woche 20 · 60 Minuten

Deine Menschen

Ziel der Stunde Jede Person hat ihre Kreiskarte und einen Schritt gegen Einsamkeit.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 20.1 · Deine Menschen Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 20.2 · Niemand, der mich versteht Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Mehr nüchterne Menschen im Umfeld brachten über zwei Jahre mehr abstinente Tage.
  • Den Freundeskreis zu ändern ist für Jugendliche besonders schwer. Das ist normal und kein Versagen.
  • Emotionale Einsamkeit („niemand steht mir nah“) sagte mehr Trinken am selben Tag vorher.
Keine Bewertung von Menschen Die Zeichen auf der Karte beschreiben, sie urteilen nicht. Mehr Abstand heißt nicht, alles abzubrechen.
Frage für den Abschluss
„Wen holst du ein Stück näher?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 6 im Ordner arbeitsblaetter/phase-6-schutz. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 20.1 · Deine Menschen
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 6 · Modul 20 · Blatt 1 von 2
20.1

Deine Menschen

Wer ist nah, wer nüchtern, wer weiß Bescheid?
Datum

Schreib die Menschen in deinem Leben in die Kreise: je näher, desto weiter innen. Setz dann neben jeden Namen ein Zeichen. Vornamen oder Anfangsbuchstaben reichen.

ich
ganz nah
wichtig
dabei
Die Zeichen
Nkonsumiert nicht oder kaum
Kkonsumiert mit mir oder in meiner Nähe
Wweiß, dass ich aufhöre, und unterstützt das
?weiß ich nicht
Wen könntest du näher holen? Jemand mit N oder W, der weiter außen steht.
Bei wem brauchst du mehr Abstand? Und wie machst du das, ohne alles abzubrechen?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Eine Behandlung, die gezielt nüchterne Menschen ins Umfeld holte, brachte über zwei Jahre mehr abstinente Tage (210 Menschen, Zufallszuteilung). Wirksam war vor allem, dass es mehr abstinente Freunde gab. Bei behandelten Jugendlichen schützen Freunde, die die Abstinenz unterstützen. Konsum im Freundeskreis sagt schlechtere Verläufe vorher.

NICHT BELEGT

Die Kreise sind ein Arbeitswerkzeug und kein geprüfter Test. Den Freundeskreis zu ändern finden Jugendliche besonders schwer. Das ist kein Versagen, sondern normal.

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Blatt 20.2 · Niemand, der mich versteht
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 6 · Modul 20 · Blatt 2 von 2
20.2

Niemand, der mich versteht

Allein sein ist nicht dasselbe wie einsam sein
Datum

Einsam kann man auch mitten unter Leuten sein. Bei Menschen mit Alkoholproblemen sagte vor allem das Gefühl „niemand steht mir nah“ mehr Trinken am selben Tag vorher. Das Gefühl, zu wenig Leute um sich zu haben, eher nicht.

A · Zwei Arten von einsam

AussageNIESELTENOFTFAST IMMER
„Niemand steht mir wirklich nah.“
„Ich habe zu wenig Leute um mich.“
„Keiner versteht, wie es mir geht.“

B · Mit wem kannst du über was reden?

Namen aus deiner Kreiskarte (Blatt 20.1)
THEMAMIT WEM?SCHON GEMACHT?
Wie es mir wirklich geht ja nein
Druck und Konsum ja nein
Etwas, das mir peinlich ist ja nein
Was mich freut ja nein
Meine Pläne ja nein
Ein Schritt diese Woche: Wem zeige ich mich ein Stück mehr, und wie?
Rückzug macht morgen einsamer „Ich melde mich, wenn’s mir besser geht“ klingt rücksichtsvoll. Es macht aber die Einsamkeit von morgen. Konsum-Bekannte füllen die Zeit, aber nicht diese Lücke.
Die eigentliche Frage
Wann hast du dich zuletzt verstanden gefühlt? Von wem, und was hat diese Person anders gemacht?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Japan, 15.854 Erwachsene: Wer sehr einsam war, rutschte binnen eines Jahres öfter in riskantes Trinken, egal wie viele Kontakte er hatte. Junge Erwachsene, die mit 21 oder 23 einsam waren, kifften zwei, drei Jahre später häufiger. Tagesstudie mit 60 Menschen: Emotionale Einsamkeit sagte mehr Trinken am selben Tag vorher.

NICHT BELEGT

Die Studien sind mit jungen Erwachsenen und Erwachsenen, nicht mit unter 18-Jährigen. Die Richtung läuft in beide Wege: Konsum macht auch einsam.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Modul 21 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 6 · Modul 21 · Woche 21
21
Modul 21 · Woche 21 · 60 Minuten

Deine vier Stützen

Ziel der Stunde Jede Person kennt ihre Stützen und stärkt die schwächste.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 21.1 · Deine vier Stützen Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 21.2 · Was du schon hast Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Wer drei Jahre und länger ohne Alkohol blieb, hatte mindestens zwei von vier Stützen (Vaillant, vor allem Männer, Alkohol).
  • Arbeit oder Ausbildung: Die Verbesserung während der Behandlung zählt mehr als der Status.
  • Schule und Familie, denen man sich verbunden fühlt, schützten bis ins Erwachsenenalter.
Schule und Ausbildung Wer keine Schule oder Ausbildung hat, braucht hier konkrete Hilfe, keine Bewertung. Im Team klären, wer begleitet.
Frage für den Abschluss
„Was ist dein erster Schritt für die schwächste Stütze?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 6 im Ordner arbeitsblaetter/phase-6-schutz. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 21.1 · Deine vier Stützen
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 6 · Modul 21 · Blatt 1 von 2
21.1

Deine vier Stützen

Was Menschen gemeinsam hatten, die es über Jahre geschafft haben

Eine Langzeitstudie hat Menschen über Jahrzehnte begleitet. Wer drei Jahre oder länger ohne Alkohol blieb, hatte mindestens zwei von vier Dingen. Schau, welche du schon hast und welche du aufbauen kannst.

1Etwas, das die Zeit füllt
Feste Tätigkeiten genau in den Stunden, in denen sonst konsumiert wurde: Training, Job, Musik, Ehrenamt.
hab ichteilsnoch nicht
Bei mir ist das, oder könnte das sein:
2Ein Mensch mit klaren Grenzen
Jemand, dem du wichtig bist und der deutlich sagt, was er beim Konsum nicht mehr mitmacht.
hab ichteilsnoch nicht
Bei mir ist das, oder könnte das sein:
3Hoffnung und Selbstwert
Etwas im Leben, das Hoffnung gibt und gegen die Scham hilft: ein Ziel, eine Gruppe, ein Glaube.
hab ichteilsnoch nicht
Bei mir ist das, oder könnte das sein:
4Eine Folge, die du sofort spürst
Etwas, das dich unmittelbar daran erinnert, warum du aufgehört hast.
hab ichteilsnoch nicht
Bei mir ist das, oder könnte das sein:
Deine leeren Zeiten Wann in der Woche ist nichts los, kein Termin, keine Schule? Leere Tage sind ein eigener Auslöser. Trag ein, was dort hinein könnte.
Wann: Stattdessen: Wann: Stattdessen:
Neue Gewohnheiten fühlen sich wochenlang anstrengend an. Bis etwas Einfaches von selbst lief, dauerte es in einer Studie im Mittel 66 Tage. Einmal auslassen hat dabei kaum geschadet.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Die vier Stützen stammen aus Vaillants Langzeitbeobachtung über Jahrzehnte. Wer nach einer Behandlung Arbeit oder Ausbildung beginnt, hat seltener Rückfälle. Dabei zählt die Verbesserung mehr als der Status.

NICHT BELEGT

Die Studie hat beobachtet und nicht verglichen. Begleitet wurden vor allem Männer, und es ging um Alkohol. Für Jugendliche ist das übertragen. Stütze 4 hieß dort oft eine körperliche Folge, etwa eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse.

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Blatt 21.2 · Was du schon hast
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 6 · Modul 21 · Blatt 2 von 2
21.2

Was du schon hast

Stützen zählen, nicht nur Lücken
Datum

In einer Behandlung wird oft gezählt, was fehlt. Genauso wichtig ist, was schon da ist: ein Ort, an dem du nüchtern sein kannst, Menschen, etwas, das dir Sinn gibt, Schule oder Ausbildung. In der Forschung heißt das Genesungskapital.

A · Deine Stützen

AussageHAB ICHTEILSNOCH NICHT
Ein Ort, an dem ich nüchtern sein kann
Menschen, die mich unterstützen
Etwas, das mir Sinn gibt
Schule, Ausbildung oder Arbeit
Eine erwachsene Person an Schule oder Ausbildung, der ich vertraue
Freizeit ohne Stoff, die mir Spaß macht
Mein Körper, meine Gesundheit
Ich weiß, wo ich Hilfe bekomme

B · Die schwächste Stütze stärken

Welche?
Erster Schritt
Wer hilft?
Bis wann?
Schule zählt mehr, als man denkt Jugendliche, die sich ihrer Schule und ihrer Familie verbunden fühlten, hatten als Erwachsene 48 bis 66 % geringere Chancen für Gesundheitsrisiken, darunter illegale Drogen. Die Schule schützte auch unabhängig von der Familie.
Die eigentliche Frage
Welche Stütze würdest du verlieren, wenn du wieder anfängst?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Genesungskapital: Kurzfragebogen BARC-10 (Vilsaint u. a. 2017), zuverlässig. US-Langzeitstudie mit 14.800 Menschen zur Verbundenheit mit Schule und Familie. Meta-Analyse: Verbundenheit mit der Schule hängt mit weniger Konsum zusammen.

NICHT BELEGT

Die Liste ist an BARC-10 angelehnt, ist aber nicht der Fragebogen und kein Test. Es sind Beobachtungsdaten, die Ursache ist nicht bewiesen. Dass eine einzige Vertrauensperson reicht, ist nicht eigens belegt.

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Modul 22 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 6 · Modul 22 · Woche 22
22
Modul 22 · Woche 22 · 60 Minuten

Wer du jetzt bist

Ziel der Stunde Jede Person beschreibt, wer sie ohne den Stoff sein will, und erneuert ihre Wenn-dann-Sätze.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 22.1 · Wer du jetzt bist Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Programm: Wenn-dann-Sätze erneuern Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Wer sich stärker als „auf dem Weg raus“ sah, hatte bessere Ergebnisse (kleine Studien).
  • Anderen helfen hilft: Jugendliche, die sich um andere kümmerten, wurden seltener rückfällig.
  • Zweite Erneuerung der Wenn-dann-Sätze.
Aufgaben verteilen Wer will, übernimmt eine kleine Aufgabe in der Gruppe, zum Beispiel jemand Neues begleiten.
Frage für den Abschluss
„Was gibst du außer dem Stoff noch auf?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Wenn-dann-Sätze vom letzten Mal
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 6 im Ordner arbeitsblaetter/phase-6-schutz. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 22.1 · Wer du jetzt bist
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 6 · Modul 22 · Blatt 1 von 2
22.1

Wer du jetzt bist

Was an die Stelle tritt

Rauskommen heißt nicht nur weglassen. Oft wechselt man die Leute und damit auch, wer man für sich selbst ist: von „der, der immer dabei ist“ zu „die, die auf dem Weg raus ist“. Wer nur etwas wegnimmt und nichts an die Stelle setzt, hat eine Lücke.

Mit dem Stoff war ich für die anderen … der Lustige, die Mutige, der Ruhige …
→
Ohne will ich sein … und wo kann ich das schon sein?
Die eigentliche Frage
Was gibst du außer dem Stoff noch auf, wenn du aufhörst? Leute, Rituale, ein Bild von dir?
Anderen helfen Jugendliche, die sich nach einer Behandlung in ihrer Gruppe um andere kümmerten, wurden seltener rückfällig, besonders die mit sozialer Angst. Welche kleine Aufgabe könntest du in deiner Gruppe übernehmen, zum Beispiel jemand Neues begleiten?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer sich stärker als „auf dem Weg raus“ sah, hatte bessere Ergebnisse. An Tagen mit diesem Selbstbild war das Verlangen geringer, vor allem nach einem Treffen mit anderen in Genesung. Anderen helfen: US-Studien mit Jugendlichen nach stationärer Behandlung.

NICHT BELEGT

Die Studien zum Selbstbild sind klein und beobachten nur. Ob das Selbstbild das Verlangen senkt oder umgekehrt, ist offen. Helfen wurde in 12-Schritte-Gruppen untersucht.

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Modul 22 · Wenn-dann-Sätze erneuern
DrugOff · Arbeitsblatt Programm · alle vier Wochen ab Woche 18
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Wenn-dann-Sätze erneuern

Behalten, umschreiben, neu
Datum
Woche 18 22 26 andere:

Wenn-dann-Pläne wirkten im ersten Monat am deutlichsten. Danach war kaum noch etwas messbar. Deshalb prüfst du deine Sätze von Blatt 14.1 alle vier Wochen: Was hält, bleibt. Was nicht hält, schreibst du neu. Das ist kein Scheitern, so funktioniert die Methode.

A · Deine bisherigen Sätze

MEIN SATZKAM DIE SITUATION VOR?HAB ICH ES GEMACHT?UND JETZT?
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
nie
1× öfter
ja
teils nein
behalten
umschreiben
streichen
B · Was ist neu in deinem Leben? Neue Leute, Orte, Termine, Heimfahrten, Feste, Geld. Was davon könnte riskant werden?

C · Deine neuen Sätze

Eine echte Situation und eine Handlung, die man sehen kann
Wenndann
Wenndann
Wenndann
Nicht vergessen Neue Sätze auch auf die Notfallkarte (Blatt 15.1). Die Sätze senkten die Menge, aber nicht die Abende mit Rausch. Für Partys brauchst du zusätzlich einen Plan (Blatt 19.1).
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

In einer Auswertung vieler Studien senkten Wenn-dann-Pläne den Alkoholkonsum klein, aber messbar. Im ersten Monat war der Effekt am deutlichsten, danach kaum noch nachweisbar (Cooke u. a. 2023).

NICHT BELEGT

Dass man die Sätze alle vier Wochen erneuern sollte, folgert DrugOff daraus. Als Takt ist das nicht geprüft.

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Phase 7 · Mitreden und weitergehen

Phase 7 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 7 · Übersicht · Woche 23–26
Phase 7 · Mitreden · Woche 23–26

Mitreden und weitergehen

Nach fast einem halben Jahr weißt du über deinen eigenen Konsum mehr als die meisten, die darüber reden. Diese Phase hilft dir, das in Beratung, Klinik und Nachsorge zu nutzen: nicht nur Fragen zu beantworten, sondern mitzuentscheiden. Zum Schluss machst du deinen Plan für danach.

23
Woche 23 · Sammeln
Was du weißt
Deine wichtigsten Erkenntnisse auf einer Seite, und was dir zusteht.
+ Blatt 23.2 · Was bisher geholfen hat
24
Woche 24 · Fragen
Fragen, die du stellen kannst
Acht Fragen, hinter denen jeweils ein Beleg steht.
+ Blatt 24.2 · Was darfst du?
25
Woche 25 · Sagen
„Das passt nicht zu mir“
Es sagen und begründen, ohne dass es nach Ausrede klingt.
+ Blatt 25.2 · Das Gespräch, geprobt
26
Woche 26 · Weitergehen
Mein Plan für danach
Was nach den 26 Wochen trägt, und die gefährlichen Stellen.
+ Blatt 26.2 · Was du mitnimmst

Gemeinsam entscheiden, nicht allein

In einer Auswertung von 25 Studien hing gemeinsames Entscheiden mit höherer Zufriedenheit und besserem Dranbleiben zusammen. Die meisten Menschen wollen gemeinsam entscheiden, nicht allein. Wer mehr Verantwortung bekam, als er wollte, fühlte sich womöglich überfordert. Mitreden heißt also: deine Sicht einbringen und zusammen den Weg wählen.

Warum du ein Recht auf eine Wahl hast Mehrere Behandlungen wirken bei Sucht ähnlich gut, das zeigen die großen Vergleichsstudien. Deshalb gibt es keinen fachlichen Grund, dir eine bestimmte aufzuzwingen.
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Modul 23 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 7 · Modul 23 · Woche 23
23
Modul 23 · Woche 23 · 60 Minuten

Was du weißt

Ziel der Stunde Jede Person hat ihr halbes Jahr auf einer Seite und ihre Behandlungsgeschichte ehrlich aufgeschrieben.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 23.1 · Was du weißt Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 23.2 · Was bisher geholfen hat Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Gemeinsam entscheiden ging mit höherer Zufriedenheit und besserem Dranbleiben einher.
  • Mehrere Therapien wirken ähnlich gut. Es gibt keinen fachlichen Grund, eine bestimmte aufzuzwingen.
  • Im Median brauchte es zwei ernsthafte Anläufe.
Kritik an früherer Hilfe Auch Kritik an eurer eigenen Einrichtung zulassen. Sie ist Information, kein Angriff.
Frage für den Abschluss
„Was hält dich heute davon ab, noch einmal Hilfe anzunehmen?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Alle Blätter aus dem Ordner
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 7 im Ordner arbeitsblaetter/phase-7-mitreden. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 23.1 · Was du weißt
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 23 · Blatt 1 von 2
23.1

Was du weißt

Dein halbes Jahr auf einer Seite, zum Mitnehmen
Datum

Hol dir deine Blätter aus dem Ordner und übertrag das Wichtigste. Diese Seite kannst du in ein Gespräch mitnehmen. Dann redet ihr über dich und nicht über einen Durchschnitt.

Wofür ich vor allem konsumiert habeaus 5.1
Meine wichtigsten Auslöseraus 12.1
Meine Warnzeichen vor einem Rückfallaus 16.1
Was mir bei Druck wirklich hilftaus 14.1
Meine stärksten Stützenaus 21.1
Was in meinem Verlauf auffälltaus Verlauf

Was dir zusteht

  • Aufklärung vor jeder Behandlung, verständlich und rechtzeitig, auch über andere Möglichkeiten (§ 630e BGB).
  • Einsicht in deine Akte auf Verlangen. Die erste Kopie ist kostenlos (§ 630g BGB und Datenschutz-Grundverordnung).
  • Schweigepflicht auch gegenüber deinen Eltern: ab etwa 15 wird sie in der Regel gewahrt. Das ist immer ein Einzelfall, und bei ernster Gefahr gibt es Ausnahmen.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Die Rechte stehen im Gesetz (Patientenrechtegesetz, BGB). Die Schweigepflicht gegenüber Eltern beruht auf Fachpresse zur Rechtsprechung. Gemeinsames Entscheiden hängt mit besserem Dranbleiben zusammen (25 Studien).

NICHT BELEGT

Dass eine solche Zusammenfassung das Gespräch verbessert, ist nicht eigens untersucht. Das hier ist keine Rechtsberatung. Bei Minderjährigen können zusätzliche Regeln gelten.

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Blatt 23.2 · Was bisher geholfen hat
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 23 · Blatt 2 von 2
23.2

Was bisher geholfen hat

Deine Behandlungsgeschichte, ehrlich
Datum

Wer schon Hilfe hatte, weiß etwas, das keine Fachkraft weiß: was bei dir funktioniert hat und was nicht. Das ist die beste Information für den nächsten Versuch.

A · Was du schon hattest

Beratung, Entzug, Klinik, Therapie, Wohngruppe, Gruppe, App …
WAS?WANN, WIE LANGE?WAS HAT GEHOLFEN?WAS NICHT, UND WARUM?

B · Was dich zurückhält

Kreuz an, was stimmt. Mehrere sind normal.
Ich wurde nicht ernst genommen. Es ging nur um den Konsum, nicht um das dahinter. Ich musste gehen, als ich rückfällig wurde. Ich habe mich geschämt. Die anderen waren viel älter als ich. Es war zu weit weg oder zu lang. Ich will das allein schaffen. eigenes:

C · Beim nächsten Mal

Für das Gespräch in Modul 25
Damit ich bleibe, brauche ich
Ein Versuch ist kein Beweis Menschen, die ein Alkohol- oder Drogenproblem überwunden hatten, brauchten im Median 2 ernsthafte Anläufe. Wer sehr viele brauchte, hatte oft zusätzliche seelische Belastungen. Dann braucht es eher mehr oder andere Hilfe, nicht noch einmal dasselbe.
Die eigentliche Frage
Was hält dich heute am meisten davon ab, noch einmal Hilfe anzunehmen?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Anläufe: US-Befragung von Kelly u. a. 2019 (2.002 Menschen mit überwundenem Problem). Mehrere Therapien wirkten in großen Vergleichsstudien ähnlich gut, es gibt also keinen fachlichen Grund, eine aufzuzwingen.

NICHT BELEGT

Die Liste der Hürden ist aus Erfahrungen zusammengestellt und kein Test.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Modul 24 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 7 · Modul 24 · Woche 24
24
Modul 24 · Woche 24 · 60 Minuten

Fragen, die du stellen kannst

Ziel der Stunde Jede Person hat ihre Fragen für ein Behandlungsgespräch und kennt ihre Rechte.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 24.1 · Fragen, die du stellen kannst Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 24.2 · Was darfst du? Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Aufklärung über andere Möglichkeiten und Akteneinsicht stehen im Gesetz (§§ 630e, 630g BGB).
  • Die Schweigepflicht gegenüber Eltern ist eine Faustregel ab etwa 15, kein festes Alter.
  • Die Wochen nach einer Entlassung sind die riskanteste Zeit. Nachsorge über zwölf Monate wirkte durchgehend.
Keine Rechtsberatung Bei konkreten Rechtsfragen an Beratungsstellen verweisen. Bei Minderjährigen können zusätzliche Regeln gelten.
Frage für den Abschluss
„Welche Frage stellst du als Erstes?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 7 im Ordner arbeitsblaetter/phase-7-mitreden. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 24.1 · Fragen, die du stellen kannst
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 24 · Blatt 1 von 2
24.1

Fragen, die du stellen kannst

Hinter jeder Frage steht ein Grund

Kreuz an, was du fragen willst. Wenn du eine Antwort bekommst, schreib sie rechts dazu. Im Gespräch darfst du das Blatt einfach vorlesen.

Wie sieht die Nachsorge aus, und wie lange dauert sie? Nachsorge über 12 Monate zeigte durchgehend bessere Ergebnisse, kürzere nur teilweise.
Antwort:
Was passiert, wenn ich einen Rückfall habe? Werde ich entlassen? In den ersten zwei Wochen nach einem Behandlungsende ist das Überdosis-Risiko fast dreimal so hoch. Wer entlässt, sollte den Anschluss planen.
Antwort:
Wird mein Schlaf behandelt, und womit? Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit hilft deutlich und macht nicht abhängig.
Antwort:
Werden Angst, Depression oder Trauma mitbehandelt? Traumabehandlung parallel zur Suchtbehandlung ist untersucht und hilft bei den Traumafolgen.
Antwort:
Wird meine Familie einbezogen? Bei Jugendlichen war Familientherapie wirksamer als die meisten anderen Ansätze.
Antwort:
Gibt es hier jemanden mit eigener Erfahrung? Begleitung durch Menschen mit eigener Suchterfahrung hält Menschen länger in Behandlung.
Antwort:
Wer erfährt, was ich hier erzähle? Die Schweigepflicht gilt auch gegenüber Eltern, ab etwa 15 in der Regel. Es bleibt ein Einzelfall.
Antwort:
Wer meldet sich in der ersten Woche nach der Entlassung bei mir? Die Wochen direkt nach einer Entlassung sind die riskanteste Zeit.
Antwort:
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Jeder Grund steht mit Quelle im DrugOff-Wissen: Nachsorge, Entlassung nach Rückfall, Schlaf, Begleiterkrankungen, Familie, Genesungsbegleiter, Schweigepflicht, die ersten Tage nach einer Entlassung.

NICHT BELEGT

Die Auswahl der Fragen stammt von DrugOff. Es sind Fragen und keine Forderungen oder Behandlungsempfehlungen.

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Blatt 24.2 · Was darfst du?
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 24 · Blatt 2 von 2
24.2

Was darfst du?

Sechs Situationen zu deinen Rechten
Datum

Rechte nützen nur, wenn man sie im richtigen Moment kennt. Lies jede Situation und kreuz an, was du denkst. Die Auflösung steht darunter.

AussageSTIMMTSTIMMT NICHTWEISS NICHT
1 · Du bist 16. Deine Ärztin ruft ohne dein Einverständnis deine Eltern an und erzählt von deinem Konsum. Das darf sie in der Regel.
2 · Du willst deine Akte sehen. Die Klinik muss dir Einsicht geben.
3 · Die erste Kopie deiner Akte kostet Geld.
4 · Vor einer Behandlung muss man dir auch andere Möglichkeiten erklären, wenn es mehrere übliche Wege gibt.
5 · Bei ernster Gefahr für dich darf eine Ärztin das Jugendamt informieren.
6 · Du darfst fragen, ob eine andere Methode oder eine andere Bezugsperson möglich ist.

Auflösung

1 stimmt nicht. Die Schweigepflicht gilt auch gegenüber Eltern. Ab etwa 15 wird sie in der Regel gewahrt, wenn du verstehst, worum es geht. Das ist immer ein Einzelfall, und bei ernster Gefahr gibt es Ausnahmen.
2 stimmt. Einsicht gibt es auf Verlangen und unverzüglich. Ablehnen darf die Klinik nur aus erheblichen therapeutischen Gründen oder wegen der Rechte anderer, und sie muss das begründen (§ 630g BGB).
3 stimmt nicht. Die erste Kopie ist kostenlos (Europäischer Gerichtshof 2023, Datenschutz-Grundverordnung).
4 stimmt, wenn mehrere gleich übliche Wege mit unterschiedlichen Chancen oder Risiken bestehen (§ 630e BGB).
5 stimmt. Bei gewichtigen Anhaltspunkten darf sie das, sie muss es aber nicht (§ 4 KKG).
6 stimmt. Mehrere Therapien wirken ähnlich gut. Die Frage nach einem Wechsel ist legitim und kein Scheitern.
Was will ich zu meinen Rechten noch genau wissen?
Wen frage ich das? Betreuung, Beratung, Ärztin oder Arzt
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Gesetzestexte: §§ 630e und 630g BGB, § 4 KKG. Urteil des Europäischen Gerichtshofs C-307/22 vom 26.10.2023. Schweigepflicht gegenüber Eltern: Fachpresse zur Rechtsprechung.

NICHT BELEGT

Das hier ist keine Rechtsberatung. „Etwa 15“ ist eine Faustregel und kein Gesetz. Es kommt darauf an, ob du verstehst, worum es geht. Bei Minderjährigen können zusätzliche Regeln gelten.

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Modul 25 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 7 · Modul 25 · Woche 25
25
Modul 25 · Woche 25 · 60 Minuten

„Das passt nicht zu mir“

Ziel der Stunde Jede Person kann begründet sagen, was nicht passt, und hat es einmal laut geprobt.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 25.1 · „Das passt nicht zu mir“ Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 25.2 · Das Gespräch, geprobt Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Behandelnde wirken unterschiedlich gut, am ehesten über zwischenmenschliche Fähigkeiten. Ein Wechsel ist eine legitime Frage.
  • „Erst wenn du bereit bist“ ist nicht belegt.
  • Die meisten wollen gemeinsam entscheiden, nicht allein. Zu viel Verantwortung kann überfordern.
Gegenwind spielen Wer die Fachkraft spielt, wehrt höflich ab, nie verletzend. Nach jeder Runde kurz aus der Rolle gehen.
Frage für den Abschluss
„Wem sagst du deinen Satz zuerst?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Satz von Blatt 25.1
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 7 im Ordner arbeitsblaetter/phase-7-mitreden. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 25.1 · „Das passt nicht zu mir“
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 25 · Blatt 1 von 2
25.1

„Das passt nicht zu mir“

Es sagen und begründen

Wenn etwas in deiner Behandlung nicht funktioniert, ist das eine Information und keine Ausrede. Es überzeugt, wenn du sagst, was genau nicht passt, woran du das merkst und was du stattdessen brauchst.

1
Was genau passt nicht? Nicht „alles“, sondern eine Sache: eine Methode, eine Regel, eine Person, ein Zeitpunkt.
2
Woran merkst du das? Beispiele und Zahlen aus deinen Blättern: Wochen-Check, Verlauf, Wellen, Wenn-dann-Sätze.
3
Was brauchst du stattdessen? So konkret wie möglich. Es darf auch eine Frage sein: „Gibt es dafür etwas anderes?“

Der Satz für das Gespräch

ausschneiden und mitnehmen
In den letzten Monaten habe ich an mir gesehen, dass .

Deshalb möchte ich mit Ihnen gemeinsam entscheiden, ob .
Die eigentliche Frage
Was hättest du gebraucht, als es das erste Mal nicht geklappt hat?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Verschiedene Therapien wirkten in den großen Vergleichsstudien ähnlich gut (Project MATCH, UKATT). Behandelnde wirken unterschiedlich gut, am ehesten abhängig von ihren zwischenmenschlichen Fähigkeiten. „Erst wenn du bereit bist“ ist nicht belegt: Auf die Stufe zugeschnittene Hilfe war nicht besser.

NICHT BELEGT

Dass ein Wechsel der Bezugsperson oder der Methode bei dir hilft, kann niemand vorher sagen. Ihn zu erfragen ist aber legitim und kein Scheitern.

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Blatt 25.2 · Das Gespräch, geprobt
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 25 · Blatt 2 von 2
25.2

Das Gespräch, geprobt

Zu dritt, mit deinem Satz von Blatt 25.1
Datum

Etwas Wichtiges zu sagen fällt leichter, wenn man es einmal laut gesagt hat. Ihr probt zu dritt: Eine Person spricht, eine spielt die Fachkraft, eine beobachtet. Danach wechselt ihr, bis alle einmal gesprochen haben.

A · So geht die Probe

Sagen1
Lies deinen Satz von Blatt 25.1 vor. Sag dazu, woran du es merkst.
→
Gegenwind2
Die Fachkraft antwortet einmal freundlich und einmal abwehrend: „Das machen wir hier so.“
→
Dranbleiben3
Bleib ruhig bei deinem Punkt und schlag einen gemeinsamen nächsten Schritt vor.

B · Beobachtungsbogen

Für die Person, die beobachtet.
AussageJATEILSNEIN
Hat gesagt, was genau nicht passt.
Hat gesagt, woran sie oder er das merkt.
Hat gesagt, was sie oder er stattdessen braucht.
Ist ruhig geblieben, als abgewehrt wurde.
Hat einen gemeinsamen nächsten Schritt vorgeschlagen.

C · Sätze für den Gegenwind

An Behandelnde gerichtet, darum in Sie-Form
  • „Ich verstehe, dass das Ihr Konzept ist. Ich möchte trotzdem mit Ihnen schauen, ob es zu mir passt.“
  • „Können wir festhalten, was wir in vier Wochen gemeinsam prüfen?“
  • „Mit wem kann ich darüber noch sprechen?“
Wie sicher fühle ich mich für das echte Gespräch (0–10)?vorher nachher
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Gemeinsames Entscheiden ging mit höherer Zufriedenheit und besserem Dranbleiben einher (25 Studien). Die meisten wollen gemeinsam entscheiden und nicht allein. Ablehnen zu üben half Jugendlichen in einem Schulprogramm (Blatt 19.2).

NICHT BELEGT

Dass eine Probe das Gespräch in der Klinik verbessert, ist nicht eigens untersucht. Die Sätze sind Vorlagen von DrugOff.

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Modul 26 · Für die Leitung
DrugOff · Für die Leitung Phase 7 · Modul 26 · Woche 26
26
Modul 26 · Woche 26 · 60 Minuten

Mein Plan für danach

Ziel der Stunde Jede Person geht mit einem Plan für danach, einer erneuerten Notfallkarte und einem Brief an sich selbst.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 26.1 · Mein Plan für danach Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 26.2 · Was du mitnimmst Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Die Tage direkt nach einem Ende sind die gefährlichsten: Entlassung, Umzug, Ende des Programms.
  • Nachsorge über zwölf Monate zeigte durchgehend bessere Ergebnisse.
  • Je länger die Abstinenz dauerte, desto eher hielt sie. Gute Wochen sind kein Grund, den Plan wegzulegen.
Abschied Zum Abschluss eine Runde, in der jede Person einer anderen etwas Gutes sagt. Termine für die Nachsorge vor dem Gehen festmachen.
Rückmeldung ernst nehmen Teil C von Blatt 26.2 einsammeln oder mitschreiben, ohne Namen, wenn gewünscht. Nicht verteidigen, nur nachfragen. Was mehrere sagen, ändert den nächsten Durchgang.
Frage für den Abschluss
„Was nimmst du aus diesen 26 Wochen mit?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check, Verlaufsblatt, Notfallkarte, Wenn-dann-Sätze, Umschläge für die Briefe
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 7 im Ordner arbeitsblaetter/phase-7-mitreden. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 26.1 · Mein Plan für danach
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 26 · Blatt 1 von 2
26.1

Mein Plan für danach

Das Programm endet, der Weg nicht
Datum

Die meisten Rückfälle passieren in den ersten Monaten nach einer Behandlung, und Nachsorge wirkt am verlässlichsten, wenn sie lange dauert. Dieser Plan hält fest, was nach den 26 Wochen trägt. Erneuere dafür vorher deine Notfallkarte (15.1) und deine Wenn-dann-Sätze (14.1).

Mein Termin in der ersten Woche danach Mit wem, wann, wo?
Meine Nachsorge Beratung, Gruppe, Therapie: was, wie oft, bis wann?
Meine drei wichtigsten Wenn-dann-Sätze neu geschrieben, aus 14.1
Meine Warnzeichen, und wer sie mir sagen darf aus 16.1 und dem Verlauf
Die drei gefährlichen Stellen
Die Tage direkt nach einem Ende: Entlassung, Umzug, Ende des Programms. In den ersten zwei Wochen nach einem Behandlungsende ist das Überdosis-Risiko am höchsten.
Die alten Orte und Leute: Der Druck, den sie auslösen, kann nach Monaten stärker sein als in Woche 1. Lieber meiden als testen.
Die alte Menge: Nach einer Pause verträgt der Körper weniger. Wenn es passiert: weniger, nicht allein, nichts mischen.
Rückblick
Was hast du in diesen 26 Wochen geschafft, das du am Anfang nicht gedacht hättest?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Nachsorge über 12 Monate zeigte durchgehend bessere Ergebnisse. Die meisten Rückfälle passieren in den ersten Wochen bis Monaten. Das Risiko nach einer Pause, das Verlangen an alten Orten und das Überdosis-Risiko nach einem Behandlungsende sind in eigenen Studien belegt.

NICHT BELEGT

Dass Nachsorge auch über das erste Jahr hinaus lohnt, ist eine Folgerung aus Langzeitbeobachtungen. Untersucht wurde das nicht eigens.

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Blatt 26.2 · Was du mitnimmst
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 7 · Modul 26 · Blatt 2 von 2
26.2

Was du mitnimmst

Ein Brief an dich, in drei Monaten zu öffnen
Datum

26 Wochen sind vorbei. Leg dein Verlaufsblatt und deine Notfallkarte neben dieses Blatt. Dieses Blatt schreibst du für dich selbst, für einen Tag in drei Monaten.

A · Woche 1 und Woche 26

Aus dem Verlauf und aus der Erinnerung
AussageWOCHE 1WOCHE 26
Mein Ziel (Blatt 1.1)
Druck und Stimmung
Was ich über mich wusste
Wer von mir wusste

B · Brief an mich

Öffnen am
Was hat dir geholfen? Woran merkst du, dass es kippt? Wen rufst du dann an? Was willst du nicht vergessen?

C · Rückmeldung an die Leitung

Für die Schlussrunde: vorlesen oder abschreiben, auch ohne Namen.
Was hat mir am meisten geholfen?
Was hat nichts gebracht?
Was soll anders werden?
Die eigentliche Frage
Was würdest du heute der Person sagen, die du in Woche 1 warst?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Dennis, Foss und Scott 2007: 1.162 Menschen acht Jahre ab Behandlungsbeginn begleitet. Wohlbefinden stieg und negative Gefühle sanken vor allem in den ersten fünf Jahren.

NICHT BELEGT

Der Brief an sich selbst ist eine Methode von DrugOff und nicht untersucht. Dass man Nachsorge länger als ein Jahr halten sollte, ist eine Folgerung.

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Leitfaden für Betreuende

Das Programm in der Praxis
DrugOff · Leitfaden für Betreuende Blatt 1 von 3

Das Programm in der Praxis

26 Wochen, jede Woche ein Modul, eine Gruppe, eine Leitung. Zu jedem Modul gibt es eine Leitungsseite mit Ziel, Ablauf und dem, was du erklärst. Dieses Blatt zeigt den Überblick.

Ablauf jeder Sitzung, 60 Minuten

5 Ankommen Wochen-Check, Wert ins Verlaufsblatt.
10 Einführung Du erklärst das Thema (Leitungsseite).
20 Blatt 1 15 Minuten allein, 5 freiwillig teilen.
20 Blatt 2 15 Minuten allein, 5 freiwillig teilen.
5 Abschluss Vorhaben, wer braucht Unterstützung?

Wochenplan

1 Modul 1 · Dein Startpunkt · Der Weg, Gruppenregeln
2 Modul 2 · Wie oft, und warum?
3 Modul 3 · Frühwarnzeichen
4 Modul 4 · Was hält dich zurück?
5 Modul 5 · Was er für dich tut
6 Modul 6 · Der Kreis
7 Modul 7 · Deine eigenen Gründe
8 Modul 8 · Andere Wege
9 Modul 9 · Was wann kommt
10 Modul 10 · Erwartbar oder Warnzeichen?
11 Modul 11 · Die Nächte
12 Modul 12 · Wo fängt es an?
13 Modul 13 · Deine Welle · Halbzeit
14 Modul 14 · Wenn …, dann …
15 Modul 15 · Deine Notfallkarte
16 Modul 16 · Bevor es passiert
17 Modul 17 · Der Weg dahin
18 Modul 18 · Danach · Wenn-dann erneuern
19 Modul 19 · Die gute Party
20 Modul 20 · Deine Menschen
21 Modul 21 · Deine vier Stützen
22 Modul 22 · Wer du jetzt bist · Wenn-dann erneuern
23 Modul 23 · Was du weißt
24 Modul 24 · Fragen, die du stellen kannst
25 Modul 25 · „Das passt nicht zu mir“
26 Modul 26 · Mein Plan für danach · Abschied
Die erste Woche jeder Phase beginnt mit der Phasen-Übersicht. In Woche 18, 22 und 26 werden die Wenn-dann-Sätze mit dem Blatt „Erneuern“ geprüft, weil ihre Wirkung nach dem ersten Monat kaum noch messbar war. Weniger als 26 Wochen? Drei Wege stehen auf dem Blatt „Wie lange?“ im Programm.
Material pro Person Ein Ordner, der ihr oder ihm gehört. Darin 13 Wochen-Check-Blätter (je zwei Wochen), ein Verlaufsblatt, je Modul zwei Blätter und ein Bleistift.
Wer neu dazukommt Steigt mit „Der Weg“, dem Wochen-Check und dem Modul der Woche ein. Blatt 1.1 holt sie oder er im Einzelgespräch nach.
NICHT BELEGT Dauer, Ablauf und Wochenplan sind Vorschläge von DrugOff und nicht als Ganzes untersucht. Die Zeiten sind Richtwerte. Belegt ist, dass Wenn-dann-Pläne vor allem im ersten Monat wirken (Blatt 14.1).
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Haltung in der Gruppe
DrugOff · Leitfaden für Betreuende Blatt 2 von 3

Haltung in der Gruppe

Was die Forschung über Gruppen mit Jugendlichen und über die Rolle der Leitung sagt.
1
Auf Augenhöhe, ohne Konfrontation Je mehr in einer Studie konfrontiert wurde, desto mehr wurde ein Jahr später getrunken (kleine Studie, 42 Personen). Besser wirkt es, nach den eigenen Gründen der Jugendlichen zu fragen (Motivierende Gesprächsführung).
UNTERSUCHT
2
Fortschritt beachten, Rausch keine Bühne geben Gruppen können Regelbruch „trainieren“, wenn Lachen und Aufmerksamkeit der anderen ihn belohnen. Als Schutz gelten positive Aufmerksamkeit statt Kritik und eine Leitung, die Verherrlichung ruhig unterbricht.
UNTERSUCHT
3
Die Gruppe selbst ist kein Risiko In der größten Studie zur Suchtbehandlung Jugendlicher (400 Jugendliche) war die Zusammensetzung der Gruppe nicht mit schlechteren Ergebnissen verbunden.
UNTERSUCHT
4
Erfahrung der Betreuenden zählt In stationärer Jugendhilfe war positiver Einfluss unter Gleichaltrigen häufiger als negativer. Erfahrene Betreuende schwächten den negativen Einfluss ab. Gemessen wurde Problemverhalten allgemein.
UNTERSUCHT
5
Familie einbeziehen, wo es geht Bei ambulanter Behandlung Jugendlicher war Familientherapie wirksamer als die meisten anderen Ansätze (45 Studien).
UNTERSUCHT
6
Realistisch bleiben Rückfallprophylaxe wirkt, aber in kleinem Maß, am deutlichsten bei Alkohol (26 Studien). Ein Rückfall im Programm heißt nicht, dass es gescheitert ist.
UNTERSUCHT

Gruppenregeln für Woche 1

zum Vorlesen und gemeinsam Ergänzen
  1. Was hier gesagt wird, bleibt hier.
  2. Jede und jeder entscheidet selbst, was er oder sie teilt.
  3. Wir reden über Erfahrungen, nicht über den Rausch, um anzugeben.
  4. Ein Rückfall ist hier ein Thema und kein Grund für Spott oder Rauswurf.
  5. Wer in Gefahr ist, sagt es. Dann gehen Sicherheit und Hilfe vor.
  6. Was jemand ehrlich angibt, wird hier nicht zum Vorwurf. Was die Einrichtung trotzdem erfahren muss, sagt die Leitung heute offen.
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Rückfall, Krise, Grenzen
DrugOff · Leitfaden für Betreuende Blatt 3 von 3

Rückfall, Krise, Grenzen

Was gilt, wenn es ernst wird. Hier gehen Sicherheit und Hilfe vor dem Programm.

Sofort handeln

  • Gedanken, nicht mehr leben zu wollen: direkt ansprechen, nicht auf später verschieben, nicht allein lassen. Bei akuter Gefahr 112. Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, rund um die Uhr.
  • Nicht ansprechbar, atmet kaum: 112. Bei Opioiden Naloxon geben, wenn es da ist.
  • Entzug von Alkohol, Benzodiazepinen oder GHB: nie allein und abrupt. Krampfanfälle und Delir sind möglich, das gehört in ärztliche Hand.

Wenn jemand während des Programms rückfällig wird

Aufarbeiten statt bestrafen Die Blätter 17.1 (Der Weg dahin) und 18.1 (Danach) sind dafür gebaut. Scham sagte in einer Studie weitere Rückfälle vorher, Schuldgefühle über die Tat nicht. Also über die Situation reden, nicht über den Charakter.
Vorsicht bei Entlassung Nach dem Ende einer Behandlung war die Rate an Überdosis-Todesfällen in den ersten 14 Tagen fast dreimal so hoch wie über 90 Tage gerechnet. Die Toleranz ist nach einer Pause gesunken. Wer entlässt, plant den Anschluss: Termin, Übergabe, bei Opioiden Naloxon.

Grenzen des Programms

  • Die Blätter stellen keine Diagnose und ersetzen keine Therapie. Angst, Depression, Trauma oder Schlafprobleme brauchen eigene Behandlung.
  • Ausgefüllte Blätter gehören den Jugendlichen. Was davon in Akten oder an Eltern geht, wird vorher mit ihnen geklärt. Es gelten die rechtlichen Regeln der Einrichtung.
  • Nach den 26 Wochen braucht es Nachsorge. Das Umfeld zählt besonders in den ersten drei Monaten nach einer Behandlung.
Beleglage
UNTERSUCHT

Toleranzverlust und Überdosis nach Haft und Behandlung, am besten belegt bei Opioiden. Überdosis-Tote nach Behandlungsende in New York, 51.171 Behandlungsenden. Scham und Rückfall (Randles und Tracy, 2013). Gefahren im Alkoholentzug. Umfeld nach Behandlung bei Jugendlichen.

NICHT BELEGT

Eine Studie, die Entlassung nach Rückfall mit Aufarbeitung vergleicht, wurde nicht gefunden. Der Umgang mit Blättern und Akten ist eine Empfehlung von DrugOff und keine Rechtsberatung.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
drugoff.de

Wenn es gerade ernst ist

Blätter weglegen, anrufen. Entzug von Alkohol, Benzos oder GHB nie allein und plötzlich. Nach einer Pause verträgt der Körper weniger als früher.