M10 · Phase 3 · Woche 10 von 26 · 60 Min.
Erwartbar oder Warnzeichen?
Ziel Die Gruppe unterscheidet Erwartbares, Warnzeichen und Notfälle und kennt den Umgang mit Freudlosigkeit.
Grundlage
9 geprüfte Aussagen
B 6 B/C 1 C 2
Aussagen und Quellen zeigen
| Blatt | Aussage und Quelle | Stufe |
|---|---|---|
| 10.1 | Schlafprobleme: 60 % statt 30 % Rückfälle in 5 Monaten | B |
| 10.1 | Freudlosigkeit nach dem Rauchstopp geht mit schnellerem Rückfall einher | B |
| 10.1 | Druck durch Reize kann über Wochen bis Monate steigen (Inkubation) | B |
| 10.1 | Langsam sinkender Druck in den ersten 14 Tagen hing mit Konsum nach 5+ Jahren zusammen | B |
| 10.1 | Mehr Alkohol nach Cannabis-Stopp | B |
| 10.1 | Zittern, starkes Schwitzen und Halluzinationen als Hinweis auf ein Delir → 112 (allgemeines medizinisches Wissen; im Wissen ist das Delir belegt, die Symptomliste nicht eigens) | C |
| 10.2 | Freudlosigkeit nach Rauchstopp, schnellerer Rückfall (1.175 Rauchende) | B |
| 10.2 | Selbstwert und Glück erst niedriger, dann steigend (Querschnitt) | B/C |
| 10.2 | Keine belastbare Zahl zur Dauer; Rat, Aktivitäten zu planen | C |
Quelle und Prüfdatum stehen in der Wissensbasis von DrugOff. Was die Stufen bedeuten
Passt dazu auf DrugOff
Erwartbar oder Warnzeichen?
Ablauf
Das erklärst du in der Einführung
- Schlechter Schlaf, gedrückte Stimmung und Freudlosigkeit sind in den ersten Monaten erwartbar. Erwartbar heißt nicht egal.
- Freudlosigkeit ging beim Rauchstopp mit schnellerem Rückfall einher.
- Selbstwert und Glück lagen in den ersten Monaten niedriger, danach stiegen sie (Befragung).
„Was machst du diese Woche, auch wenn es sich leer anfühlt?“
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Erwartbar oder Warnzeichen?
Was ist normal, was solltest du ansprechen, und was ist ein Notfall? Kreuz erst selbst an, dann schau unten in die Auflösung. In der Gruppe lohnt es sich, über die Unterschiede zu reden.
| Aussage | DER SATZ | ERWARTBAR | WARNZEICHEN | NOTFALL |
|---|---|---|---|---|
| 1 | „Ich schlafe seit Wochen schlecht.“ | |||
| 2 | „Ich fühle mich schlechter als vor dem Aufhören.“ | |||
| 3 | „Nichts macht mehr richtig Spaß.“ | |||
| 4 | „An den alten Orten ist der Druck stärker als am Anfang.“ | |||
| 5 | „Seit ich nicht mehr kiffe, trinke ich mehr.“ | |||
| 6 | „Ich zittere, schwitze stark und sehe Dinge, die nicht da sind.“ | |||
| 7 | „Ich denke daran, nicht mehr leben zu wollen.“ | |||
| 8 | „Der Druck geht seit zwei Wochen kaum zurück.“ |
Schlafprobleme: 60 % statt 30 % Rückfälle in fünf Monaten nach einer Alkoholbehandlung. Freudlosigkeit nach dem Rauchstopp ging mit schnellerem Rückfall einher. Druck durch Reize kann nach dem Aufhören über Wochen bis Monate steigen. Langsam sinkender Druck in den ersten 14 Tagen hing mit Konsum noch Jahre später zusammen.
Die Einteilung in drei Felder ist eine Hilfe von DrugOff. Im echten Leben gehen sie ineinander über. Im Zweifel lieber einmal zu oft fragen.
Wenn nichts Spaß macht
Viele fühlen sich nach dem Aufhören erst einmal schlechter, mit weniger Freude und weniger Selbstwert. Das passt zu dem, was Studien zeigen, und heißt nicht, dass Aufhören falsch war. Freudlosigkeit ist aber auch ein Rückfall-Risiko. Deshalb lohnt es sich, früh gegenzusteuern.
A · Was dir früher Freude gemacht hat, ohne Stoff
Auch aus der Kindheit, auch Kleines.| WAS? | WANN ZULETZT? | FREUDE DAMALS (0–10) | PROBIERE ICH DIESE WOCHE |
|---|---|---|---|
| ja, am | |||
| ja, am | |||
| ja, am | |||
| ja, am | |||
| ja, am |
B · Probieren, auch wenn es sich leer anfühlt
Rauchstopp-Studie mit 1.175 Menschen (Cook u. a. 2015): Wer stärker freudlos war, wurde schneller rückfällig, auch wenn man die anderen Entzugszeichen herausrechnet. Selbstwert und Glück: Kelly u. a. 2018.
Kelly 2018 hat verschiedene Menschen einmal befragt und nicht dieselben über Jahre begleitet. Wie lange die Freudlosigkeit dauert, dafür gibt es keine belastbare Zahl. Der Rat, Dinge trotzdem zu tun, ist nicht eigens geprüft.
Wenn es gerade ernst ist
Blätter weglegen, anrufen. Entzug von Alkohol, Benzos oder GHB nie allein und plötzlich. Nach einer Pause verträgt der Körper weniger als früher.