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M09 · Phase 3 · Woche 9 von 26 · 60 Min.

Was wann kommt

Ziel Jede Person weiß, wo sie auf der Strecke steht, und kennt die Gefahr nach einer Pause.

Grundlage

10 geprüfte Aussagen

A 2 B 5 B/C 1 C 2

Aussagen und Quellen zeigen
BlattAussage und QuelleStufe
Übersicht, 9.1Alkohol, Benzos, GHB: nie allein und abrupt entziehen, Krampfanfall oder Delir möglichB
Übersicht, 9.1Nach Opioid-Pause Toleranz weg, die alte Menge kann eine Überdosis seinA
Übersicht, 9.1Selbstwert und Glück zuerst niedriger, dann steigend (Querschnitt) (Einzelverlauf)B/C
Übersicht, 9.1„3–12 Monate PAWS“ stammt von Klinik-Werbeseiten. Für die Dauer des Nachhängens gibt es keine belastbare Zahl.C
9.1Zeitachse: Cannabis-Gipfel Tag 2–6, Rauchen Woche 1, mehr Alkohol nach Cannabis-Stopp, Stimmung nach Alkohol 42 % → 6 % in 4 Wochen, Cannabis-Toleranz nach ~4 Wochen weg, Stimulanzien-Tief Woche 1–3, Inkubation 1–6 Monate, Schlaf nach Alkohol 5–9 Monate, Rückfallkurve bis 1 Jahr (Einzelbefunde) / C (Zusammenstellung)B
9.2Drogentod nach Haft in Woche 1–2 drei- bis achtmal so hoch wie in Woche 3–12A
9.2Texas: Sterblichkeit Tag 0–28 nach Behandlung am höchstenB
9.2Cannabis-Rezeptoren nach etwa vier Wochen normalB
9.2Naloxon-Programme senken Überdosis-SterblichkeitB
9.2Benzos und Alkohol: Mechanismus plausibel, keine ZahlC

Quelle und Prüfdatum stehen in der Wissensbasis von DrugOff. Was die Stufen bedeuten

Passt dazu auf DrugOff

Phase 3 · Übersicht
DrugOff · Arbeitsblätter Phase 3 · Übersicht · Woche 9–11
Phase 3 · Aufhören · Woche 9–11

Die ersten Wochen ohne

Aufhören ist kein einzelner Tag, sondern eine Strecke. Manches wird schnell besser, manches dauert Monate, und manches wird erst einmal schwerer. Wer weiß, was zu erwarten ist, erschrickt weniger und erkennt eher, wann es ernst wird.

Das Wichtigste vorweg

Den Entzug von Alkohol, Benzodiazepinen oder GHB nie allein und nie plötzlich machen. Krampfanfälle und Delir sind möglich, das gehört in ärztliche Hand. Nach einer Pause von Opioiden verträgt der Körper viel weniger. Die alte Menge kann tödlich sein.

9
Woche 9 · Vorausschauen
Was wann kommt
Vom ersten Tag bis zum ersten Jahr, und wo du gerade stehst.
+ Blatt 9.2 · Toleranz weg, Gewohnheit nicht
10
Woche 10 · Unterscheiden
Erwartbar oder Warnzeichen?
Acht Sätze, und welcher davon ein Notfall ist.
+ Blatt 10.2 · Wenn nichts Spaß macht
11
Woche 11 · Durchhalten
Die Nächte
Warum Schlaf so wichtig ist und was dagegen hilft, ohne Tabletten.
+ Blatt 11.2 · Dein Abendfenster

Schlechter fühlen ist erlaubt

Viele fühlen sich in den ersten Monaten ohne den Stoff eher schlechter als besser. In einer großen Befragung lagen Selbstwert und Glück am Anfang niedriger und stiegen dann. Das heißt nicht, dass Aufhören falsch war.

Keine Zahl erfunden

Überall steht, das „Nachhängen“ dauere 3 bis 12 Monate. Diese Zahl stammt von Werbeseiten von Kliniken. Belegt ist nur, dass es vorkommt und wieder abklingt. Wie lange es dauert, ist bei jedem anders.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
drugoff.de
Für die Leitung · Modul 9
DrugOff · Für die Leitung Phase 3 · Modul 9 · Woche 9
9
Modul 9 · Woche 9 · 60 Minuten

Was wann kommt

Ziel der Stunde Jede Person weiß, wo sie auf der Strecke steht, und kennt die Gefahr nach einer Pause.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 9.1 · Was wann kommt Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 9.2 · Toleranz weg, Gewohnheit nicht Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Die Strecke ist eine Zusammenstellung, keine Studie. Für die Dauer des Nachhängens gibt es keine belastbare Zahl.
  • Nach einer Pause verträgt der Körper weniger. Die alte Menge kann eine Überdosis sein.
  • Wenn es passiert: weniger, nicht allein, nichts mischen. Bei Opioiden nach Naloxon fragen.
Kein kalter Entzug Alkohol, Benzos und GHB nie allein und abrupt absetzen: Krampfanfall oder Delir möglich (Leitfaden 3).
Frage für den Abschluss
„Was weißt du jetzt über die Zeit nach einer Pause, das du vorher nicht wusstest?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 3 im Ordner arbeitsblaetter/phase-3-erste-wochen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
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Blatt 9.1 · Was wann kommt
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 9 · Blatt 1 von 2
9.1

Was wann kommt

Vom ersten Tag bis zum ersten Jahr
Ich bin seitWochen ohne

Lies die Strecke von oben nach unten. Markier die Zeile, in der du gerade bist. Schreib rechts dazu, was du davon bei dir bemerkst oder bemerkt hast.

ZEIT WAS HÄUFIG PASSIERT BEI MIR
Tag 1–7
Alkohol: die gefährlichste Entzugszeit, Krampfanfall oder Delir möglich. Nie allein.
Cannabis: Gipfel an Tag 2–6, gereizt, schlecht schlafen, kein Appetit. Unangenehm, nicht gefährlich.
Rauchen: Gipfel in der ersten Woche.
Woche 1–2
Nach Cannabis: oft mehr Alkohol als vorher. Das im Blick behalten.
Nach Opioiden: Toleranz weg. Die alte Menge kann eine Überdosis sein.
Woche 2–4
Alkohol: die gedrückte Stimmung geht stark zurück. In einer Studie von 42 % auf 6 % nach vier Wochen. Schlaf und Antrieb brauchen länger.
Cannabis: nach etwa vier Wochen ist die Toleranz weg, die alte Menge wirkt stärker.
Kokain, Speed, Crystal: in Woche 1–3 Tief, Müdigkeit, Verlangen.
Monat 1–6
Alle: Selbstwert und Glück liegen erst niedriger und steigen dann.
Kokain, Crystal, Alkohol: Verlangen durch alte Orte und Leute kann stärker werden statt schwächer.
Schlaf: oft noch gestört, nach Alkohol braucht das Einschlafen 5–9 Monate.
bis 1 Jahr
Alle: die meisten Rückfälle passieren in den ersten 90 Tagen bis zum ersten Jahr. Danach flacht die Kurve deutlich ab.
danach
Alle: je länger es hält, desto eher hält es weiter. Nachsorge lohnt sich länger als ein Jahr.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Jede Zeile beruht auf eigenen Studien, die im DrugOff-Wissen mit Quelle stehen: Entzugsverläufe, Stimmung nach dem Alkoholstopp, Verlangen nach Reizen, Rückfallkurve.

NICHT BELEGT

Die Strecke als Ganzes ist eine Zusammenstellung und keine Studie. Jeder Körper ist anders. Wie lange das Nachhängen insgesamt dauert, dafür gibt es keine belastbare Zahl.

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Blatt 9.2 · Toleranz weg, Gewohnheit nicht
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 3 · Modul 9 · Blatt 2 von 2
9.2

Toleranz weg, Gewohnheit nicht

Die gefährlichsten Tage sind die, an denen alles gut aussieht
Datum

Nach einer Pause verträgt der Körper weniger, aber der Kopf merkt sich die alte Menge. So kann man eine Überdosis nehmen, ohne mehr genommen zu haben als früher.

3- bis 8-malso hoch war das Risiko, an Drogen zu sterben, in den ersten zwei Wochen nach einer Haftentlassung wie in Woche 3 bis 12. Belegt für Opioide.
Tag 0 bis 28nach einer Suchtbehandlung, besonders nach Klinik und Entzug: In dieser Zeit war die Sterblichkeit durch Drogen am höchsten (Texas, Registerdaten).
etwa 4 Wochenohne Cannabis, und die Rezeptoren im Gehirn starker Kiffer waren wieder auf Normalniveau. Die Gewöhnung ist dann weg.

A · Stimmt das?

Erst ankreuzen, dann unten nachsehen.
AussageSTIMMTSTIMMT NICHT
1 · „Ich nehm einfach so viel wie immer, dann weiß ich, was passiert.“
2 · „Nach ein paar Wochen ohne verträgt mein Körper weniger.“
3 · „Wenn, dann lieber allein, damit es keiner merkt.“
4 · „Nach einer Pause ist Mischen besonders gefährlich.“
5 · „Bei Opioiden kann ein Nasenspray (Naloxon) Leben retten.“
Auflösung Stimmt nicht: 1 und 3. Die alte Menge kann nach einer Pause zu viel sein, und allein kann niemand helfen. Stimmt: 2, 4 und 5. Naloxon-Programme senkten die Zahl der Überdosis-Toten. Frag ärztlich danach, wenn Opioide bei dir eine Rolle spielen.

Mein Sicherheitssatz

Für die Notfallkarte in Modul 15
Wenn es doch passiert: weniger, nicht allein, nichts mischen.
Wem ich dann Bescheid sage: · Notfall: 112
Die eigentliche Frage
Wann hast du dir zuletzt gesagt: „Nur einmal, so wie früher“? Was hat dich dahin gebracht?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Meta-Analyse von Merrall u. a. 2010 (1.033 Todesfälle). Registerstudie aus Texas. PET-Studie zu Cannabis (Hirvonen u. a. 2012). Naloxon: Übersicht von McDonald und Strang 2016.

NICHT BELEGT

Für Benzos und Alkohol ist derselbe Mechanismus plausibel, aber es gibt keine vergleichbare Zahl. Belegt ist er für Opioide.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
drugoff.de

Wenn es gerade ernst ist

Blätter weglegen, anrufen. Entzug von Alkohol, Benzos oder GHB nie allein und plötzlich. Nach einer Pause verträgt der Körper weniger als früher.