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DrugOff

M03 · Phase 1 · Woche 3 von 26 · 60 Min.

Frühwarnzeichen

Ziel Jede Person kennt ihre Frühwarnzeichen und sieht, welche eigenen Regeln sie bricht.

Grundlage

8 geprüfte Aussagen

A 1 B 5 B/C 1 C 1

Aussagen und Quellen zeigen
BlattAussage und QuelleStufe
3.1Die acht Fragen (Zusammenfassung)C
3.1Verlangen trennt am besten. Schon mittleres Verlangen sagt Konsum in 90 Tagen vorher (588 Erwachsene).B
3.1Toleranz war bei Jugendlichen in München das häufigste erste Zeichen. Toleranz und „mehr als geplant“ allein sind kein Beweis.B
3.1Bei morgendlichem Trinken gegen Zittern nicht allein abrupt aufhören, sondern ärztlich klärenB
3.2Schutzregeln helfen vor allem bei wenig Trinken (12.011 Studierende)B
3.2„Weniger wollen und es nicht schaffen“ als DSM-5-KriteriumA
3.2Geplante Menge und Verlangen sagen die Menge vorherB
3.2Wochenrhythmus verschwimmt bei schwerer Abhängigkeit (Erwachsene)B/C

Quelle und Prüfdatum stehen in der Wissensbasis von DrugOff. Was die Stufen bedeuten

Passt dazu auf DrugOff

Für die Leitung · Modul 3
DrugOff · Für die Leitung Phase 1 · Modul 3 · Woche 3
3
Modul 3 · Woche 3 · 60 Minuten

Frühwarnzeichen

Ziel der Stunde Jede Person kennt ihre Frühwarnzeichen und sieht, welche eigenen Regeln sie bricht.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 3.1 · Frühwarnzeichen Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 3.2 · Deine eigenen Regeln Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Verlangen ist das stärkste einzelne Zeichen. Schon mittleres Verlangen sagte weiteren Konsum vorher.
  • Nicht die Regel ist das Warnzeichen, sondern dass man sie braucht und nicht hält.
  • Ein Zeichen allein beweist nichts. Die acht Fragen sind kein Test und stellen keine Diagnose.
Morgens Zittern? Wer morgens gegen Zittern trinkt, darf nicht allein und abrupt aufhören. Ärztlich klären lassen (Leitfaden 3).
Frage für den Abschluss
„Welches Zeichen nimmst du ab heute ernster?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 1 im Ordner arbeitsblaetter/phase-1-verstehen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 3.1 · Frühwarnzeichen
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 3 · Blatt 1 von 2
3.1

Frühwarnzeichen

Acht Fragen an dich, ohne Punkte
Datum

Diese Zeichen kommen oft, bevor jemand merkt, dass es mehr als Spaß ist. Kreuz ehrlich an. Niemand außer dir muss das sehen.

Aussage NEIN MANCHMAL JA
Brauche ich mehr als früher für dieselbe Wirkung?
Nehme ich öfter mehr als geplant oder bleibe länger dabei?
Kostet es mich Zeit zum Besorgen, Konsumieren, Erholen?
Denke ich daran, wenn ich nicht konsumiere? Ein Ziehen, ein „wann wieder“. Das stärkste Zeichen.
Hat sich der Grund verschoben, vom Spaß zum Aushalten?
Werden die Abstände kürzer, Monat, Woche, Tag?
Konsumiere ich allein, was ich früher nur mit anderen gemacht habe?
Brauche ich immer mehr eigene Regeln und halte sie nicht?
Vorsicht vor Fehlalarm „Ich brauche mehr“ und „mehr als geplant“ sagen auch viele Jugendliche, die sonst keine Probleme haben. Ein Zeichen allein beweist nichts. Mehrere zusammen sind ein guter Grund, mit jemandem zu reden.
Trinkst du morgens gegen Zittern? Dann hör nicht allein und plötzlich auf. Ein Alkoholentzug kann gefährlich werden. Lass das ärztlich klären, zum Beispiel in der Hausarztpraxis.
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Verlangen unterschied in Analysen der Diagnosekriterien am besten zwischen betroffen und nicht betroffen. Schon mittleres Verlangen sagte weiteren Konsum in den folgenden 90 Tagen vorher (588 Erwachsene). Bei Jugendlichen in München war mehr zu brauchen das häufigste erste Zeichen (10-Jahres-Studie).

NICHT BELEGT

Die acht Fragen fassen das DrugOff-Wissen zusammen. Sie sind kein geprüfter Fragebogen und stellen keine Diagnose.

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Blatt 3.2 · Deine eigenen Regeln
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 3 · Blatt 2 von 2
3.2

Deine eigenen Regeln

Und ob du sie hältst
Datum

Fast alle, die konsumieren, haben Regeln: nur am Wochenende, nicht vor 18 Uhr, nur Bier. Nicht die Regel ist das Warnzeichen, sondern dass man sie braucht und nicht hält.

A · Deine Regeln

Auch alte, die du nicht mehr hast.
MEINE REGELSEIT WANN?GEBROCHEN IM LETZTEN MONATUMGEDEUTET?
nie 1–2× öfter
nie 1–2× öfter
nie 1–2× öfter
nie 1–2× öfter

B · Geplant und passiert

Die letzten drei Abende mit Konsum, auch wenn sie vor der Wohngruppe waren.
TAGGEPLANT WARPASSIERT ISTVERLANGEN 0–10
Der Plan zählt In einer Tagebuchstudie sagten zwei Dinge voraus, wie viel getrunken wurde: wie viel geplant war und wie stark das Verlangen war. „Ich hatte einen harten Tag“ erklärte weniger, als es sich anfühlt.
Wenn der Rhythmus verschwimmt „Nur am Wochenende“ wird zu „auch mal am Mittwoch, nach einem harten Tag“. Dann wechselt der Konsum vom Feiern zum Aushalten. Gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Freitag und Dienstag, ist das ein ernstes Zeichen.
Die eigentliche Frage
Welche Regel hast du am häufigsten gebrochen? Was war jedes Mal kurz davor?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Schutzregeln wie ein Limit oder Wasser zwischendurch halfen vor allem denen, die wenig tranken, bei viel Trinken kaum (12.011 Studierende). „Weniger wollen und es nicht schaffen“ ist eines der elf Kriterien einer Alkoholstörung (DSM-5).

NICHT BELEGT

Dass ein verschwimmender Wochenrhythmus ein frühes Zeichen ist, ist aus Studien mit Erwachsenen abgeleitet. Für Jugendliche ist es übertragen.

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Wenn es gerade ernst ist

Blätter weglegen, anrufen. Entzug von Alkohol, Benzos oder GHB nie allein und plötzlich. Nach einer Pause verträgt der Körper weniger als früher.