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DrugOff

M02 · Phase 1 · Woche 2 von 26 · 60 Min.

Wie oft, und warum?

Ziel Jede Person sieht, wo sie auf der Häufigkeitstreppe steht und ob ihr Grund sich verschoben hat.

Grundlage

8 geprüfte Aussagen

B 6 B/C 1 C 1

Aussagen und Quellen zeigen
BlattAussage und QuelleStufe
2.1Cannabis-Treppe: jährlich ×2, monatlich ×4, wöchentlich ×8, täglich ×17 (relative Risiken 2,03 / 4,12 / 8,37 / 16,99). Jede Stufe verdoppelt das Risiko ungefähr. Die Balken sind maßstabsgetreu.B
2.1Bei Jugendlichen war wöchentlicher Konsum die Schwelle.B
2.1Die vier Motive. Bewältigung und Verstärkung hängen stärker mit Problemen zusammen als Geselligkeit und Mitmachen (Bresin und Mekawi 2021).B
2.2„Mehr brauchen“ als häufigstes erstes Zeichen (München)B
2.2Wenig Reaktion auf Alkohol, etwa vierfaches Risiko (Schuckit 1994)B
2.2Hochschaukeln im Tierversuch; Übertragung auf MenschenB/C
2.2Spritzen: 33 % statt 12 % fangen wieder an; Gespräche darüber als VorhersagerB
2.2Die vier ZeichenC

Quelle und Prüfdatum stehen in der Wissensbasis von DrugOff. Was die Stufen bedeuten

Passt dazu auf DrugOff

Für die Leitung · Modul 2
DrugOff · Für die Leitung Phase 1 · Modul 2 · Woche 2
2
Modul 2 · Woche 2 · 60 Minuten

Wie oft, und warum?

Ziel der Stunde Jede Person sieht, wo sie auf der Häufigkeitstreppe steht und ob ihr Grund sich verschoben hat.

Ablauf

5 MIN Ankommen Wochen-Check ausfüllen, Wert ins Verlaufsblatt. Wer mag, sagt eine Zahl.
10 MIN Einführung Du erklärst das Thema, siehe unten. Fragen zulassen, nicht diskutieren.
20 MIN Blatt 2.1 · Wie oft, und warum? Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
20 MIN Blatt 2.2 · „Ich vertrage viel“ Erst 15 Minuten allein, dann 5 Minuten freiwillig teilen.
5 MIN Abschluss Vorhaben für die Woche. Wer braucht Unterstützung?
Arbeit an den Blättern etwa 45 Minuten, Erklären und Abschluss etwa 15 Minuten.

Das erklärst du in der Einführung

  • Das Risiko wächst mit der Häufigkeit. Bei Cannabis verdoppelt jede Stufe es ungefähr, wöchentlich war bei Jugendlichen die Schwelle.
  • „Ich vertrage viel“ ist kein Talent: Wer mit 20 wenig auf Alkohol reagierte, hatte ein etwa vierfaches Risiko für eine spätere Abhängigkeit.
  • Wer etwas nimmt, um sich normal zu fühlen, nimmt es nicht mehr für das Hoch, sondern gegen das Tief.
Spritzen ansprechen Wer schon gespritzt hat, hat über Jahre ein höheres Risiko, wieder anzufangen. Das gehört ins Einzelgespräch, nicht in die Runde.
Frage für den Abschluss
„Was hat dich heute an deiner eigenen Treppe überrascht?“
Material
Bleistift, Ordner, Wochen-Check
Belege zu jeder Aussage: README der Phase 1 im Ordner arbeitsblaetter/phase-1-verstehen. Haltung, Gruppenregeln, Rückfall und Krise: Leitfaden 2 und 3.
Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 2.1 · Wie oft, und warum?
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 2 · Blatt 1 von 2
2.1

Wie oft, und warum?

Zwei Dinge, die mehr verraten als die Menge

Das Risiko entsteht selten beim ersten Mal. Es wächst damit, wie oft du konsumierst und warum du es tust.

A · Wie oft? Die Treppe

So viel höher war das Risiko einer Cannabis-Störung als bei Menschen, die nicht kiffen. Kreuz an, wo du vor einem Jahr warst und wo heute.
1
×2
×4
×8
×17
niejährlichmonatlichwöchentlichtäglich
vor einem Jahr heute
Bei Jugendlichen war wöchentlich die Schwelle, ab der eine spätere Abhängigkeit deutlich wahrscheinlicher wurde.

B · Warum? Damals und heute

ICH KONSUMIERE … FRÜHER HEUTE
… um mit anderen zu feiern
… weil die anderen es auch tun, um dazuzugehören
… für den Kick, damit es noch mehr Spaß macht
… um Gefühle loszuwerden, runterzukommen, es auszuhalten
Hat sich dein Warum verschoben? Wann?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Die Treppe stammt aus einer Auswertung von sechs Langzeitstudien zu Cannabis. Jede Stufe mehr verdoppelt das Risiko ungefähr. Beim Warum hängen die beiden unteren Gründe (mehr Kick, Gefühle loswerden) stärker mit Problemen zusammen als die beiden oberen (Bresin und Mekawi, 2021; 254 Studien).

NICHT BELEGT

Die Zahlen der Treppe gelten nur für Cannabis. Für andere Stoffe sind sie hier nicht geprüft.

Akut in Gefahr: 112 · Telefonseelsorge 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (rund um die Uhr, kostenlos) · Nummer gegen Kummer 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr) · krisenchat.de (Chat, rund um die Uhr)
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Blatt 2.2 · „Ich vertrage viel“
DrugOff · Arbeitsblatt Phase 1 · Modul 2 · Blatt 2 von 2
2.2

„Ich vertrage viel“

Ein Warnzeichen, kein Talent
Datum

In einer Münchner Langzeitstudie war „mehr brauchen“ bei Jugendlichen das häufigste erste Zeichen (Blatt 3.1). Wer viel verträgt, hält das gern für eine Stärke. Die Forschung sieht darin eher ein Risiko.

A · Deine Leiter

Schätzen reicht.
AussageWAS UND WIE VIEL FÜR DIE WIRKUNG, DIE DU WOLLTEST?WIE GENOMMEN?WOFÜR? HOCH ODER NORMAL
Am Anfang
Vor einem Jahr
Zuletzt

B · Vier Zeichen

AussageNEINTEILSJA
„Ich merk kaum was“, wo andere schon müde oder wacklig sind.
Ich nehme es, damit es mir normal geht, nicht damit es gut wird.
Ich nehme es anders als früher, weil es „so nicht mehr richtig wirkt“.
Die Abende werden länger, der Vorrat wird größer.
Was dahinter steckt Im Tierversuch steigerten Ratten mit viel Zugang die Menge Tag für Tag. Die Wirkung wurde schwächer, Gereiztheit und Angst zwischen den Konsumen größer. Irgendwann nimmt man es nicht mehr für das Hoch, sondern gegen das Tief.
Rauchen oder spritzen? Wer einmal gespritzt hat, fing auch nach Jahren Pause viel häufiger wieder an (33 % statt 12 %). Wenn im Freundeskreis darüber geredet wird, als wäre es normal, ist das selbst ein Warnzeichen.
Die eigentliche Frage
Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass die alte Menge nicht mehr reicht? Was hast du dir da gesagt?
Warum dieses Blatt
UNTERSUCHT

Wer mit etwa 20 wenig auf Alkohol reagierte, hatte ein etwa vierfaches Risiko, im folgenden Jahrzehnt abhängig zu werden (Schuckit 1994, junge Männer). Was den Wechsel zum Spritzen vorhersagte, stammt aus einer New Yorker Studie.

NICHT BELEGT

Das Hochschaukeln wurde im Tierversuch gezeigt. Dass es beim Menschen genauso abläuft, ist plausibel, aber so nicht gemessen. Die vier Zeichen sind kein Test.

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Wenn es gerade ernst ist

Blätter weglegen, anrufen. Entzug von Alkohol, Benzos oder GHB nie allein und plötzlich. Nach einer Pause verträgt der Körper weniger als früher.