Hilfe bei Sucht für Jugendliche in Nordrhein-Westfalen
Auf dieser Seite: 6 Kliniken mit Entzug (alle bestätigt), 1 Entwöhnungseinrichtung für Jugendliche im Land und 1 Wohngruppe, einzeln recherchiert. Geprüft zwischen 23.09.2026 und 12.10.2026.
LVR-Klinik Viersen – Kinder- und Jugendpsychiatrie, Station "Lichtblick" (Qualifizierte Entzugsbehandlung)
✓ bestätigt
Qualifizierte Entzugsbehandlung ("Lichtblick"): körperliche Entgiftung, Aufklärung über Folgeschäden, Motivation für drogenfreies Leben, Perspektivklärung; anschließend optional medizinische Rehabilitation ("Szenenwechsel", bis zu 26 Wochen)
Ambulantes Vorgespräch vor Aufnahme; kurzfristige Aufnahmen möglich; Kostenträger Krankenkassen (Entzug) bzw. Rentenversicherung (Reha-Anschluss)
LVR-Universitätsklinik Essen – Kinder- und Jugendpsychiatrie, Stationen KJP 2 und KJP 5
✓ bestätigt
Zwei offene Psychotherapiestationen für Jugendliche; behandelt werden unter anderem Abhängigkeitserkrankungen (illegale Drogen und Alkohol). Spezialangebot „Qualifizierte Entzugssyndrom-Behandlung für Jugendliche“: Entzug mit medikamentöser Behandlung der körperlichen Entzugszeichen, bis zu drei Wochen, dazu Suchtgruppe und suchtspezifische Einzeltherapie
Behandlung auf freiwilliger Basis. Das Vorgespräch wird über die Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie vereinbart. Eine Langzeit-Reha bietet die Klinik nicht an; die Sozialarbeiterin hilft beim Antrag. Mail für KJP 5: kjp5.essen@lvr.de.
LWL-Universitätsklinik Hamm – Kinder- und Jugendpsychiatrie, Suchtbehandlung „Drug-Out“
✓ bestätigt
Qualifizierter Entzug für Jugendliche mit substanzbezogenen Suchtstörungen, auch bei begleitender Depression oder Angststörung; bei Bedarf mit Entzugsmedikamenten oder gestuftem Opioidentzug; dazu Motivationsbehandlung
Information und Anmeldung über die Suchtambulanz. Die Klinik vermittelt die Weiterbehandlung, zum Beispiel in Nachsorgeeinrichtungen der Jugendhilfe wie das Auxilium in Hamm.
Ort
Hamm (Heithofer Allee 64, 59071)
Alter
14–18 Jahre
Telefon
02381 893-5014 (Suchtambulanz, Information und Anmeldung)
LWL-Klinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Marl (Haardklinik) – Station 7C „Spurwechsel“
✓ bestätigt
Suchtbehandlung für Jugendliche mit Drogenabhängigkeit mit dem Ziel, auf die Suchtstoffe zu verzichten; der Drogenentzug ist der Anfang, weitere Hilfen werden vorgestellt und vermittelt
Aufnahme unabhängig vom Einzugsgebiet. Erster Schritt ist die Sprechstunde für Drogen- und Suchtprobleme in der Institutsambulanz; dort am besten per Mail um Rückruf bitten. Regelmäßige Infoabende für Eltern und Angehörige.
Kliniken Köln – Kinder- und Jugendpsychiatrie Holweide, Station zur qualifizierten Entzugsbehandlung „Das Grüne Haus“
✓ bestätigt
10 Behandlungsplätze; qualifizierter Entzug unter anderem von Cannabis, Ecstasy, Heroin, Amphetaminen, Benzodiazepinen oder Alkohol, die Nikotinentgiftung gehört dazu; Aufenthalt in der Regel etwa sechs Wochen; behandelt auch Mediensucht
Zuerst ein ambulantes Vorgespräch, danach Aufnahme je nach Warteliste. In Einzelfällen nach Absprache auch auf familiengerichtliche Anordnung. Eltern- und Familiengespräche, Unterricht in der Hilde-Domin-Schule.
Klinikum Oberberg, Zentrum für Seelische Gesundheit Marienheide – Kinder- und Jugendpsychiatrie, Station „Rückenwind“
✓ bestätigt
8 Behandlungsplätze für die qualifizierte Entzugsbehandlung suchtkranker Jugendlicher, mit Behandlung begleitender psychischer Erkrankungen (z. B. Psychosen, Depressionen); Ziel ist auch die Motivation zur Abstinenz und zur Weiterbehandlung
Laut Klinik eines der wenigen Angebote dieser Art für ganz NRW. Erstkontakt telefonisch oder per Mail. Die meisten kommen freiwillig; in begrenztem Umfang ist eine Behandlung mit richterlichem Beschluss möglich. Unterricht in der Anna-Freud-Schule.
Ort
Marienheide (Leppestraße 65–67, 51709)
Alter
Jugendliche, in begründeten Fällen junge Erwachsene bis 21 Jahre
Entzug (Entgiftung) ist die Akutphase, in der der Körper das Suchtmittel loswird, mit medizinischer Begleitung. Entwöhnung (Reha) ist die anschließende, meist längere Therapie, um dauerhaft abstinent zu bleiben.
Oberberg Fachklinik Konraderhof
Klinik für Kinder und Jugendliche, im DHS-Suchthilfeverzeichnis als stationäre Entwöhnungsbehandlung gelistet, breites Behandlungsspektrum inkl. Doppeldiagnosen — Wichtig: Privatklinik. Aufgenommen werden Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahlende; gesetzlich Versicherte nur im Kostenerstattungsverfahren: Die Rechnung wird zuerst selbst bezahlt, die Krankenkasse erstattet höchstens, was ein öffentliches Krankenhaus gekostet hätte, die Differenz trägt die Familie. Vorher mit Klinik und Krankenkasse klären (Quelle: oberbergkliniken.de/kostenuebernahme, geprüft 23.09.2026).
gesichert (einzeln recherchiert & verifiziert, Telefon am 26.09.2026 erneut bestätigt)
Wohngruppen
Eine Wohngruppe ist keine Klinik: Sie gehört zur Jugendhilfe (SGB VIII) und ist ein längerfristiger Wohnort — mal als Vorbereitung auf eine Therapie, mal als Anschluss nach Entzug oder Entwöhnung, mal beides. Aufgenommen wird man in der Regel über das Jugendamt.
Stationär Dezentrales Wohnen (StaDeWo) / Mobile Betreuung (MOB)
✓ bestätigt
Drogensucht Teil des Programms/Zielgruppe - laut Trägerseite gilt für die Aufnahme: 'Für die Aufnahme gibt es keine Ausschlusskriterien. Auch junge Menschen mit Drogenproblematik können betreut werden.' Kein Suchtschwerpunkt, aber ausdrückliche Aufnahmebereitschaft
Träger
VSE NRW e.V. (mehrere Standorte: u.a. Münster, Bochum, Dortmund, Dorsten)
Für wen
Jugendliche und junge Erwachsene i.d.R. ab 16 Jahren, die in einer Gruppeneinrichtung nicht zurechtkommen bzw. nicht tragbar sind, sowie als intensiv betreute Zwischenstufe vor der Verselbständigung; Einzel-/Zweier-Apartments über das gesamte Stadtgebiet verteilt
Nachverifiziert am 06.09.2026: Die Aussage zur Drogenproblematik stammt von der VSE-NRW-Seite zum Angebot selbst, nicht aus einer Sammelbeschreibung. Wichtig für die Erwartungshaltung: Das ist ausdrücklich KEINE suchtspezialisierte Wohngruppe, sondern dezentrales Wohnen ab i.d.R. 16 Jahren für junge Menschen, die in einer Gruppe nicht zurechtkommen — Drogenproblematik ist lediglich kein Ausschlussgrund. Weiterhin per Suchmaschine belegt, nicht per direktem Seitenabruf.
Bei Beratungsstellen und Hotlines ist die Beratung meist anonym möglich — auch ohne Einwilligung deiner Eltern. Du verpflichtest dich zu nichts, nur weil du anrufst.
Bei DigiSucht schreibst du mit echten Suchtberaterinnen und -beratern aus Beratungsstellen: per Nachricht, Chat oder Video, anonym und kostenlos. Auch für Eltern und Angehörige. Nachrichten werden nicht sofort beantwortet. Wenn es akut ist, nimm die Nummern oben.
Koordinationsstellen Sucht der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe
Regionale Koordination der Suchthilfe in NRW (LVR/LWL); für Einzelstellen DHS-Verzeichnis nutzen
Kontakt
www.lvr.de / www.lwl.org
gesichert
arwed e.V.
Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch-Westfälischen Elternkreise drogengefährdeter und abhängiger Menschen
Beratung ist kostenlos. In der Regel übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist. Für gesetzlich versicherte Patient:innen unter 18 fällt normalerweise keine Zuzahlung an. Für die anschließende Entwöhnung (Reha) ist oft die Rentenversicherung zuständig – im Zweifel bei der Klinik/Beratungsstelle nachfragen. Mehr in den häufigen Fragen.
DrugOff berät nicht selbst und vermittelt zu echten Anlaufstellen. Jeder Eintrag ist einzeln recherchiert; Angaben können sich ändern, darum vor einem Besuch anrufen. Etwas stimmt nicht? Schreib an drugoff.info@gmail.com, bitte ohne Angaben zu deiner Gesundheit.